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Immer mehr Mediziner wandern aus

Österreichische Mediziner zieht es weg aus Österreich: Bereits weniger als zwei Drittel der Uni-Absolventen arbeiten im Inland als Arzt. Die Migration der Mediziner wird außerdem immer schwieriger vorherzusagen.

Immer mehr Mediziner wandern aus SN/fotolia


Nur mehr 60 Prozent der Absolventen eines Medizinstudiums sind auch in Österreich als Arzt tätig. Immer mehr Mediziner wandern ins Ausland ab, 2013 arbeiteten 2.700 heimische Ärzte in Deutschland. Auf dieses medizinische Braindrain machte kürzlich das European Health Forum Gastein (EHFG) aufmerksam. Bisher galt Österreich als "Empfängerland" bei der Migration medizinischen Personals.

Generell sind die Aussichten vor allem für west- und nordeuropäische Länder düster:"Sie stehen vor einem doppelten demografischen Problem, einer alternden Bevölkerung stehen gleichzeitig alternde Fachkräfte im Gesundheitswesen gegenüber", erklärt James Buchan von der Queen Margaret Universität Edinburgh. Bis zum Jahr 2020 werden Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge etwa eine Million Ärzte, Pflegepersonen und andere im Gesundheitswesen tätige Personen fehlen, so Buchan - die Lücke zwischen verfügbaren Arbeitskräften und vorausgesagter Nachfrage nach Gesundheitsprofis werde weiter wachsen, es sei denn, die Politik ergreife rechtzeitig Gegenmaßnahmen.

Diese Entwicklung führt zu einem zunehmenden Wettbewerb um qualifiziertes Gesundheitspersonal innerhalb der EU. Bisher konnten westliche und nördliche Mitgliedsstaaten die Lücken durch Zugänge aus Ost- und Südeuropa füllen. Aktuelle Migrationsdaten zeigen allerdings, dass der Anteil emigrierender Gesundheits-Fachkräfte in den neuen EU-Ländern nie höher als drei Prozent der gesamten Fachkräfte sein werde, so Buchan.

Auch die Richtung von Migrationsströmen und deren Veränderung sei zunehmend schwierig vorhersehbar, so der Experte. "Kein Land kann es sich leisten, diese Mobilität zu ignorieren oder sich ,sicher" zu wähnen.

Ein- und dasselbe Land kann heute von der Zuwanderung von Fachkräften im Gesundheitsbereich profitieren und morgen selbst Gesundheitspersonal an andere Destinationen verlieren."

Als Gründe, sich für einen Wechsel in ein anderes Land zu entscheiden, gebe es mehrere Schlüsselfaktoren: "Ein besseres Einkommen ist ein, aber beileibe nicht das einzige Motiv. Der wichtigste Ansporn, sein Land zu verlassen, sind meist schlechte oder relativ gesehen schlechte Rahmenbedingungen und Aussichten. Zu wichtigen Motiven zählen auch Karrierechancen, Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder oder die politische Stabilität des Ziellandes."

Quelle: SN

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