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Karriere machen im 2. Anlauf

Änderungen am Arbeitsmarkt, Unzufriedenheit im Beruf - da heißt es Auswege suchen. Möglichkeiten dafür bieten sich mit der Bildungskarenz oder dem eben wieder aufgelegten Fachkräftestipendium.

Der alte Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ gilt längst als überholt.  SN/land salzburg
Der alte Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ gilt längst als überholt.

In den "Sturm- und Drangjahren" sehen viele das Lernen oft nur als lästiges Übel. Später kann sich das durchaus ändern. Der Ehrgeiz ist geweckt, der Wissensdurst entfesselt und "schwupp" hat man den Wunsch, Versäumtes nachzuholen. Aber wie, wenn man bereits einen Job hat, finanzielle Verpflichtungen und Ängste vor einer ungewissen Zukunft? "Wer über eine berufliche Veränderung oder Weiterbildung nachdenkt, sollte als ersten Schritt eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen", empfiehlt Hilla Lindhuber, verantwortlich für den Bereich Bildung in der Arbeiterkammer Salzburg. Zusammen mit Experten werden dabei sowohl berufliche wie auch rechtliche Aspekte abgeklärt. "Wer gar nicht weiß, wohin der Weg gehen soll, macht am besten erst eine Potenzialanalyse wie sie etwa vom BFI angeboten wird", so Lindhuber weiter. Bei Bedarf kann man auch mehrmals eine Beratung in Anspruch nehmen. Ist das Ausbildungsziel klar, geht es darum, einen Ausbildungsplatz zu finden - speziell wenn es um die Erfüllung bestimmter Aufnahmekriterien, beschränkte Teilnehmerzahlen oder ähnliche Zugangsvoraussetzungen geht. Ist auch dieser Schritt erledigt, und man steht in einem aufrechten Dienstverhältnis, wird man versuchen, das Verständnis des Arbeitgebers einzuholen oder im Bedarfsfall zu kündigen.

Als Modus steht einerseits die Bildungskarenz bzw. Bildungsteilzeit zur Verfügung. Diese kann für die Dauer von maximal einem Jahr in Anspruch genommen werden, im Ganzen oder verteilt auf vier Jahre. Stimmt der Dienstgeber zu, fallen für ihn während der Abwesenheiten keine Lohnkosten an. Der Arbeitnehmer erhält in dieser Zeit Weiterbildungsgeld (für den Bezug gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei Arbeitslosigkeit) und kann zudem einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Will man sich ganz neu orientieren, kann man dafür ein Fachkräftestipendium in Anspruch nehmen. "Dieses konnte nach heißen Verhandlungen 2017 wieder sichergestellt werden", freut sich Hillhuber, "wir sehen darin ein wichtiges Instrument, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Weil nämlich das Stipendium gerade für die Berufe gilt, wo großer Personalbedarf besteht." Ob man für die Ausbildung kündigt, sich karenzieren lässt oder nebenbei geringfügig arbeitet, ist eine individuelle Entscheidung.

Das Land Salzburg setzt seinerseits Impulse, um das Thema Erwachsenenbildung beziehungsweise lebenslanges Lernen voranzutreiben. So wurde das Budget für Erwachsenenbildung um 680.000 Euro auf insgesamt 3,5 Millionen Euro für das Jahr 2017 hinaufgesetzt, wie Landesrätin Martina Berthold jüngst verkündete.

Zum Anderen informierte das Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer über diverse Verbesserungen beim Bildungsscheck 2017. Hier wurden die Förderhöchstgrenze für Personen über 50 Jahre sowie Fördersatz- und -höchstgrenze für Personen über 20 mit maximal Pflichtschulabschluss angehoben. Erstmals können auch geringfügig Beschäftigte und Akademiker mit geringfügiger Beschäftigung oder Mindestsicherung eine Förderung beantragen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 08:21 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/karriere-machen-im-2-anlauf-451657

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