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Keine Angst vor Jobverlust

Die Digitalisierung verändert die Berufswelt. Die meisten Österreicher fürchten sich davor allerdings nicht und setzen auf Weiterbildungs maßnahmen.

 SN/ferkelraggae - Fotolia

Gerade in Zeiten von Digitalisierung oder Automatisierung könnte man davon ausgehen, dass Arbeitnehmer Angst haben, ihren Job zu verlieren. Laut einer Studie der IIR GmbH sehen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter die Lage aber deutlich entspannter. 94 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr Job in zehn Jahren noch existiert.

Kurz zusammengefasst: Die Hälfte davon ist sich sicher, dass er sich stark verändern wird. Berufliche Weiterbildung sehen die meisten der Befragten als gute Möglichkeit, den Job zu erhalten. Bei Veränderungen auf Unternehmensebene gehen viele jedoch vom Verlust ihres Jobs aus. Einzelne Berufsgruppen fühlen sich von Veränderungen in ihrem Umfeld weniger betroffen als andere, darunter zum Beispiel Lehrer, Apotheker oder Beamte. Sie gehen größtenteils vom unveränderten Fortbestand ihres Jobs aus. Aber auch ein Job in gehobener Position gibt vielen ein Gefühl der Sicherheit. Sie sehen außerdem Weiterbildung als Weg, ihre Stelle zu behalten.

Digitalisierung, Automatisierung und technologischer Fortschritt
Die Befragten sehen in Digitalisierung, Automatisierung und technologischem Fortschritt keinen Grund für die Angst vor Jobverlust, sie rechnen aber wie erwähnt mit einem stark veränderten Berufsbild. Weitere Gründe für die Änderung des Jobprofils sehen sie in sich verändernden Anforderungen und Aufgabengebieten. Auch hier geht der größte Anteil der Befragten davon aus, dass sie sich mithilfe von Weiterbildung an die sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen können.

Umstrukturierungen, Fusionen oder Übernahmen: Der Job existiert nicht mehr
Die Pessimisten hinsichtlich des Fortbestands ihres Jobs wurden nach ihren Befürchtungen befragt. Mehr als die Hälfte dieser Personen sieht Veränderungen auf Unternehmensebene als Grund für den Verlust ihres Jobs. Konkret nannten sie unter anderem Umstrukturierungen, Fusionen, Übernahmen und Outsourcing.

Jedes Jahr macht die IIR GmbH eine Studie zum Stellenwert von Weiterbildung in Österreichs Unternehmen, den IIR Weiterbildungsindex (WEBI). Befragt werden Vorstände, Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Mitarbeiter aus Unternehmen aller Branchen. Dabei werden auch immer wieder weitere Aspekte in die Umfrage aufgenommen. In diesem Jahr ging es um die Prognose zum Fortbestand des Jobs in den nächsten zehn Jahren.

WEITERBILDUNGSINDEX

Der IIR Weiterbildungsindex (WEBI) misst den Stellenwert von beruflicher Aus- und Weiterbildung in Unternehmen. Befragt werden Vorstände, Geschäftsführer, Ab teilungsleiter und Mitarbeiter aus österreichischen Unternehmen aller Branchen. Je höher der Wert ausfällt, desto mehr Zeit und Geld investieren Unternehmen in berufliche Aus- und Weiterbildung und umso wichtiger ist diese in Unternehmen. Des Weiteren werden jedes Jahr wechselnde Zusatzfragen gestellt.

Der IIR Weiterbildungsindex (WEBI) wird seit 2015 ein Mal jährlich von der IIR GmbH (Institute for International Research) in Wien ermittelt. Als Grundlage dient eine jährliche Befragung von Personen auf Leitungs- und Mitarbeiterebene, die in österreichischen Unternehmen beschäftigt sind. Dabei werden Personen aus verschiedenen Unternehmensbereichen befragt. Es sind Betriebe aller Größenordnungen vertreten. An der Befragung zum IIR Weiterbildungsindex (WEBI) 2017 haben 429 Personen teilgenommen.

Die Befragten wurden gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Welchen Stellenwert hat berufliche Aus- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen? Die Antwortmöglichkeiten sind: "Sehr wichtig", "Eher wichtig", "Weniger wichtig", "Unwichtig" und "Keine An gabe".
- Wie viele Weiterbildungsveranstaltungen planen Sie 2017 zu besuchen?
- Wie verändert sich Ihr persönliches Bildungsbudget im nächsten Jahr? Die Antwortmöglichkeiten sind: "Wird mehr", "Bleibt gleich", "Wird weniger", "Weiß ich nicht" und "Keine Angabe". Jeder Antwort wird ein Punktewert zugemessen und es wird gewichtet. Die Summe der Punkte ergibt den IIR Weiterbildungsindex (WEBI).

Der WEBI gilt als Maßstab für die Bedeutung, die Weiterbildung in der österreichischen Wirtschaft hat. Die Daten lassen Rückschlüsse auf die Gesamtentwicklung in Österreich, aber auch auf die Entwicklung bezogen auf Unternehmensgröße, Hierarchie oder Abteilung zu. Der IIR Weiterbildungsindex (WEBI) 2017 erreicht einen Wert von 54,5 von 120 möglichen Punkten. Im Jahr davor betrug der Wert 49,6 Punkte.

Quelle: SN

Aufgerufen am 15.11.2018 um 11:23 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/keine-angst-vor-jobverlust-491386

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