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Kommunikation hilft gegen Unsicherheit

Durch Wandel fühlen sich viele Menschen unsicher. Richtige Kommunikation im Unternehmen kann dazu führen, dass Teams besser funktionieren und Unsicherheiten abgebaut werden.

Kommunikation hilft gegen Unsicherheit SN/shutterstock/mattz90
Durch richtige Kommunikation Sicherheit im Unternehmen gewinnen ...

Das Thema "Unsicherheit" beherrscht seit Monaten die westliche Welt. Egal ob Brexit oder Trump-Wahl, überall glauben die Menschen, im Rückzug auf vertraute Muster und Gegebenheiten mehr persönliche Sicherheit zu erleben. Das gilt besonders auch im beruflichen Bereich.

Denn quer durch Europa erlebt man in der Arbeitswelt ständige Veränderung und damit verbunden einen Verlust der Sicherheit. So lautet auch der Befund der ANSE, des europäischen Dachverbands für Supervision. Als Gegenmittel raten die Super visoren zu einer gut organisierten betrieblichen Kommunikation. Der EU-Ausschuss für den sozialen Dialog, eine Art Sozialpartnerschaft auf Europaebene, wird die Empfehlung im Dezember dann in Pressburg erörtern.

"Sicherheiten gibt es keine mehr, bewährte Routinen muss man aufgeben, gleich bleibt nur, dass sich immer etwas ändert", beschreibt der Niederländer Sijtze de Roos, Präsident der ANSE, das berufliche Lebensgefühl in Europa. Tempo und Flexibilität am Arbeitsplatz steigen, das bedeutet aber auch Stress und Unsicherheit, für die Mitarbeiter ebenso wie fürs Management.

Der feste Arbeitsplatz nach altem Schema, wo man seine Arbeit in gewohnter Routine erledigte, existiert kaum noch. Die Manager stehen vor dem Problem, dass sie in einem volatilen Umfeld nur schlecht vorausplanen können. Zugleich lassen sich Teams schwieriger steuern, wenn sich Prozesse unkontrolliert umbilden. Für diesen Trend gibt es ein neues Schlagwort, das Kürzel VUKA - volatil, unsicher, komplex und ambivalent.

Michaela Judy, Vorstandsvorsitzende der ÖVS, der Österreichischen Vereinigung für Supervision und Coaching, verdeutlicht die Situation: "Wenn ein Team seine Arbeitsweise ändert, weil die Situation das gerade erfordert, bekommen die Kollegen im Nebenteam das manchmal nicht mit. Geschieht das öfter, passen die Abläufe bei den verschiedenen Teams nicht mehr zusammen. Das Unternehmen fällt dann gleichsam auseinander." Die Supervisoren nennen aber auch eine Lösung. "Die Mitarbeiter müssen viel mehr kommunizieren, sie müssen sich regelmäßig über Änderungen austauschen", erklärt Judy: "Das passiert nicht von selbst, da genügt auch ein Appell des Managements nicht. Das Unternehmen muss bestimmte Formen der Kommunikation gezielt schaffen, pflegen und unterstützen."

Als geeignete Form können ein regelmäßiger Teamentwicklungs-Workshop, ein Jour fixe oder ein Intranet dienen, vielleicht einfach eine offizielle Kaffee-Ecke. Professionelle Unterstützung für diese neuen Formen erreicht man durch Supervision. Das Unternehmen muss den Sinn der Maßnahmen jedoch deutlich mitteilen, sonst stößt die Neueinführung bei den Mitarbeitern auf Unverständnis, vielleicht sogar auf Widerstand. Regelmäßige Überprüfung und "Wartung" der Kommunikation stellen sicher, dass der Fluss der Informationen nicht stockt.

De Roos betont auch die internationale Perspektive: "Es ist sehr wichtig, dass wir Themen der Arbeitswelt auf EU-Ebene besprechen. Globale Entwicklungen lassen sich nicht kleinteilig national abhandeln."

Aufgerufen am 18.11.2018 um 12:05 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/kommunikation-hilft-gegen-unsicherheit-855385

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