Schlagzeilen

"Kompetenz macht Karriere"

Das Karriereforum Salzburg zeigte die Wege in eine erfolgreiche Karriere auf. Zahlreiche Besucher konnten sich bei den Ausstellern über ihre Berufswege informieren.

"Kompetenz macht Karriere" SN/Marco Riebler
Reinhold Popp skizzierte Zukunftsszenarien für die Arbeitswelt.

Auch die erfolgreichste Karriere beginnt mit dem ersten Schritt. Damit dieser Einstieg auch gelingt, haben die "Salzburger Nachrichten" gemeinsam mit ihren Partnern das inzwischen zehnte Karriereforum in der Residenz zu Salzburg veranstaltet. Mehr als 50 Aussteller boten die Möglichkeit für die Besucher, direkt miteinander in Kontakt zu treten. Dazu kamen das hochkarätige Bühnenprogramm mit zahllosen Karrieretipps, dem Quiz "Karriereshow" mit interessanten Preisen oder eine Modenschau, damit beim Bewerbungsgespräch nichts schiefgeht. Apropos Bewerbung: Die Stylinglounge sorgte wieder für das perfekte Aussehen, damit das Bewerberfoto auch alle Vorzüge zeigen kann. Eine eigene Veranstaltungs-App zeigte für die Besucher alle Services und Informationen am Handy an. Neben dem Bühnenprogramm zogen auch die Workshops, etwa jener über Entrepreneurship, viele Interessenten an. Da die sozialen Medien immer wichtiger im Bewerbungsverfahren werden, ist es auch immer wichtiger, was sich dort über die eigene Person finden lässt bzw. wie ein Bewerbungsablauf via Web läuft. Der "Social Media Check" von Andrea Starzer und Michael Kohlfürst war dementsprechend wieder stark nachgefragt.

Doch für welche Berufswelt bewirbt sich ein junger Mensch heutzutage? Stichworte wie die Digitalisierung schweben ebenso durch den Raum wie die "Industrie 4.0". Muss man sich davor fürchten oder steigen die Chancen? Auf diese Fragen hat der Zukunftsforscher Reinhold Popp Antworten zu geben versucht. Zuallererst räumte er dabei mit einem Mythos auf: "Viele glauben, dass der Wandel auf die Arbeitswelt erst zukommt. Der Wandel ist aber schon seit der Industrialisierung im Gange." Popp warnte davor, Technik und Technologie überzubewerten. "Vieles davon ist wichtig, es gibt aber noch viele andere Faktoren."

Und auch die Darstellung, wonach die Produktion aus der heimischen Arbeitswelt weggeht und hierzulande nur eine Dienstleistungsgesellschaft übrig bleibt, verweist er in das Reich der Mythen.

Die Veränderung der Arbeitswelt geht laut Popp schon einmal durch die veränderte Demografie und Lebenserwartung neue Wege. "Ein Mensch lebt derzeit im Durchschnitt 720.000 Stunden. Jedes Jahr steigt die Lebenserwartung aber um drei Monate. Das sind in 20 Jahren durchschnittlich fünf Jahre oder fast 60.000 Stunden." Die Arbeitszeit mache aber nur zehn Prozent der gesamten Lebenszeit aus. "In dieser Zeit muss man sein komplettes Leben finanziell und ökonomisch absichern. Man muss also die Wertschöpfung für sein ganzes Leben schaffen."

Umso wichtiger ist natürlich, wie das Leben in diesen zehn Prozent abläuft. Und hier kommt das Thema Digitalisierung ins Spiel: "Da scheint eine ganz große Herausforderung auf uns zuzukommen, etwa mit dem Internet der Dinge, mit Robotern, BitCoin, E-Commerce oder selbstfahrenden Autos", erklärt der Experte. "Das gibt es teilweise schon heute und wird künftig mehr, aber es ist nicht wirklich eine Revolution." Die "digitale Revolution" sei eine Bezeichnung, die so nicht stimme. "Und die Digitalisierung begleitet uns schon seit drei Jahrzehnten, es ist daher eher von einer Evolution zu sprechen, das macht auch weniger Angst", betont Popp. Er erklärt sich den Begriff "Revolution" vor allem damit, dass bei Studien zum Thema meist nur Technikexperten befragt würden. "Doch Techniker bedenken oft nicht die persönlichen Gewohnheiten oder die juristischen Rahmenbedingungen. Deshalb ist beispielsweise das papierlose Büro zwar technisch kein Problem, in der Praxis aber nicht umsetzbar."

Und was passiert künftig mit den Jobs? Nehmen die Maschinen den Menschen die Arbeit weg oder nehmen sie ihnen nur die lästigen Arbeiten ab? Popp: "Seit der Erfindung der Dampfmaschine haben Maschinen immer wieder Arbeitsplätze oder ganze Berufsgruppen gänzlich verschwinden lassen." So sei in den vergangenen Jahrzehnten ein Drittel aller Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verschwunden. Solche Wandlungsprozesse würden einerseits in Österreich sehr gut abgefedert, andererseits entstünden gleichzeitig immer neue Berufsfelder und Betätigungsbereiche, sodass die Arbeitslosigkeit nie dramatisch hoch geworden sei. "Die Prognose, dass es künftig nur eine gewisse Zahl von allwissenden Robotern geben wird, die die Welt steuern, geht an der Komplexität des menschlichen Gehirns vorbei", erläutert der Experte. Schlagworte wie Arbeitswelt 4.0 seien eben nur ein Teil der neuen Realität. Dazu gehören aber auch noch:
- Jugendgerechte Arbeitswelt. Stichwort:"Bildung als Schlüssel für den Erfolg".
- Der längere Verbleib in der Arbeitswelt.-Verbesserungen für Frauen mit mehr beruflichen Chancen.
- Frauen in der Technik. "Da gibt es einen großen Aufholbedarf in Österreich", betont Popp.
- Bessere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt.
- Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Bessere Zukunftsfähigkeit von Führungskräften.
Popp: "Der Schlüsselfaktor ist aber: Kompetenz macht Karriere."

Quelle: SN

Aufgerufen am 14.11.2018 um 12:18 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/kompetenz-macht-karriere-894433

Schlagzeilen