Schlagzeilen

Lehre ist die häufigste Ausbildungsform in Österreich

Nach mageren Jahren entschieden sich 2016 wieder deutlich mehr Jugendliche für eine Lehre. Der Gesamtrückgang bei den Lehrlingen konnte zumindest abgefangen werden.

Das Klischee von männlichen und weiblichen Berufen wird immer löchriger. So etwa sieht man zunehmend Mädchen bei technischen und handwerklichen Tätigkeiten.  SN/Pressefoto Franz Neumayr
Das Klischee von männlichen und weiblichen Berufen wird immer löchriger. So etwa sieht man zunehmend Mädchen bei technischen und handwerklichen Tätigkeiten.

"Es geht aufwärts!" - Auf diese Meldung wartet die Wirtschaft schon lange. Rudolf Eidenhammer, verantwortlich für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Salzburg, kann diesen Schluss zumindest ziehen, wenn er sich die Lehrlingsstatistik des vergangenen Jahres ansieht. "Zum Stichtag 31. 12. 2016 befanden sich in Salzburg genau 2383 junge Menschen im ersten Lehrjahr", berichtet Eidenhammer, "das waren um 3,6 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vorangegangenen Jahres.

Insgesamt standen 8232 Jugendliche in einem aufrechten Lehr verhältnis, das heißt, der Rückgang konnte immerhin halbiert werden und liegt jetzt bei -2,8 Prozent."

Während die Lage auf dem Arbeitsmarkt allgemein angespannt ist, ist das Interesse an leistungsbereiten Lehrstellenbewerbern nach wie vor groß, wie Eidenhammer bestätigt: "Zum Jahresende wurden in Salzburg 1191 offene Lehrstellen gemeldet. Demgegenüber standen 384 Lehrstellensuchende, was rein rechnerisch einen Lehrstellenüberhang von 807 offenen Lehrstellen bedeutet."

Der mathematische Wert liefert allerdings keinen Hinweis, wie es in den einzelnen Branchen aussieht bzw. wie sich dort das Verhältnis zwischen angebotenen und nachgefragten Stellen darstellt. Im Ranking der gefragtesten Berufe liegt der Einzelhandel ganz vorn, dahinter folgen Metalltechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Elektrotechnik und Büro. Bedarf an Lehrlingen ist überall vorhanden, wobei Köche und Restaurantfachleute am öftesten gesucht werden.

Obwohl die duale Ausbildung als Erfolgsmodell gilt, hat die Lehre immer noch ein Image problem, an dem jedoch eifrig gearbeitet wird. Mit der Kampagne "Lehre - sehr g'scheit" hofft man, mehr junge Menschen zu begeistern. "Aktuell werden österreichweit über 200 verschiedene Lehrberufe angeboten", weiß Eidenhammer, "da sollte für jeden praktisch begabten Jugendlichen etwas dabei sein, was ihn interessiert."

Das Modell "Lehre mit Matura" soll den vermeintlichen Weg aus der Einbahnstraße weisen. In Salzburg bereiten sich zurzeit mit 1450 Lehrlingen knapp 20 Prozent der Auszubildenden in den verschiedenen Modulen Deutsch, Englisch, Mathematik und ihrem Fachbereich auf die Berufsreifeprüfung vor. "Seit dem Start im Jahr 2008 haben schon nahezu 800 Lehrlinge die Matura erfolgreich abgelegt", vermeldet Eidenhammer.

Außerdem soll die Lehre als attraktive Ausbildungsschiene für Abgänger von höheren Schulen weiterentwickelt werden. "Bereits jetzt absolvieren 150 Maturanten im Bundesland eine ergänzende Ausbildung", so der Bildungsexperte, "der zweite Bildungsweg - Stichwort Erwachsenenlehre - wird immer wichtiger. Die Erwachsenenbildungseinrichtungen wie beispielsweise das WIFI Salzburg, die Bauakademie Salzburg - Lehrbauhof oder das Technische Ausbildungszentrum Mitterberghütten werden erwachsenengerechte Angebote in die Kursprogramme aufnehmen.

Einig sind sich Bildungs- und Arbeitsmarktexperten übrigens darüber, dass für den beruflichen Erfolg hauptsächlich zwei Dinge wichtig sind. Man sollte Spaß am Job haben und Engagement zeigen. Auch nach der Lehre ist Weiterbildung gefragt. "Es muss nicht unbedingt ein Studium sein, aber man sollte sich schon weiterbilden", rät Eidenhammer. Sein Tipp: Eine abgeschlossene Berufsausbildung sollte immer das Ziel sein - egal auf welchem Gebiet." Der Salzburger Arbeiterkammerpräsident Siegfried Pichler sieht das genauso: "Meist geht eine abgeschlossene Ausbildung auch mit einer Verbesserung im Kollektivvertrag sowie einem Berufsschutz einher. Nicht zuletzt sind besser qualifizierte Mitarbeiter seltener von Arbeitslosigkeit bedroht."

Umfragen bestätigen übrigens ein hohes Maß an Zufriedenheit von Lehrlingen in ihrem späteren Berufsleben. Ein großer Teil der Befragten ist überzeugt, mit der Lehre die richtige Wahl getroffen zu haben.

Die Wirtschaftskammer ortet in der guten Bewertung eine Bestätigung für die hohe Qualität der dualen Ausbildung, die im Bundesland Salzburg an rund 3400 Ausbildungsbetrieben so wie in den Berufsschulen abgewickelt wird.

Quelle: SN

Aufgerufen am 17.11.2018 um 11:54 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/lehre-ist-die-haeufigste-ausbildungsform-in-oesterreich-494503

Lesestoff für den Sonntag

Lesestoff für den Sonntag

Jetzt lesen

Newsfeed

Arrow Down

Schlagzeilen