Schlagzeilen

Nicht Genügend: Was man danach tun kann

Viele Schüler sehen Zeugnis und Ferien mit gemischten Gefühlen entgegen. Nach einem Fünfer heißt es oft für die Nachprüfung büffeln. Der Schulpsychologische Dienst bietet zum Zeugnis spezielle Beratungstage.

Nicht Genügend: Was man danach tun kann SN

Ein Nicht Genügend ist eine Belastung für betroffene Schüler, Eltern, aber auch Lehrer. Wer Hilfe braucht, kann sich an den schulpsychologischen Beratungsdienst des Landesschulrates wenden. Ein Tipp an die Eltern bei einem schlechten Zeugnis: nicht schimpfen und tadeln, lieber gemeinsam nach Ursachen suchen, um Fehler im nächsten Schuljahr zu vermeiden.

Helene Mainoni-Humer, Landesferentin der Schulpsychologie, ist froh, dass heutzutage der Schock am Zeugnistag meistens ausbleibt. "Durch das Frühwarnsystem sind die Schüler und Eltern schon darauf eingestellt. Dennoch kommt es vor, wenn man den Fünfer schwarz auf weiß im Zeugnis sieht, dass Eltern und Schüler dann überfordert sind." Falls eine Nachprüfung ins Haus steht, rät sie, sich zu überlegen, wie man sich am besten darauf vorbereitet. "Es wäre ganz falsch, in den Ferien gleich weiter zu lernen. Eine Erholungsphase in den Ferien ist ganz wichtig. Es ist aber sicher sinnvoll, Anfang, Mitte August mit der Vorbereitung auf die Prüfung zu beginnen", so Mainoni-Humer. Beim Lernen sollten die Betroffenen Kinder oder Jugendlichen nicht allein gelassen werden. Wenn möglich sollte Unterstützung aus der Familie oder von Schulkollegen organisiert werden. "Wenn das nicht geht, kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen."

Jedem das SeineWichtig sei Struktur ins Lernen zu bringen, den Lerntyp (visuell, akustisch) zu beachten und den Lernerfolg zu kontrollieren. "Es gibt auch tolle Lernmaterialen." Zum Schulschluss werde die schulpsychologische Beratung vor allem von Schülern und Eltern aus höheren Schulen in Anspruch genommen. "Die Beratungszahlen sind in den letzten Jahren relativ stabil. Allerdings werden die Fälle komplexer, sodass oft mehrere Beratungsgespräche notwendig sind", weiß Helene Mainoni-Humer. Wenig Probleme mit dem "Nachzipf" gibt es an der Neuen Musikmittelschule Henndorf. Direktor Christian Leitner: "In den acht Jahren an denen ich an der Hauptschule und jetzigen Neuen Musikmittelschule Henndorf Direktor bin, hatten wir insgesamt vielleicht vier oder fünf Nicht Genügend." Das Frühwarnsystem funktioniere sehr gut, die Eltern würden sehr zeitig kontaktiert. Das Fünfer-Problem werde in der Hauptschule durch die Leistungsgruppen abgefangen, von den 140 Schülern in den sechs NMS-Klassen würden lediglich fünf nach den Bestimmungen der Hauptschule beurteilt. Leitners Appell geht ganz eindeutig in Richtung Gesamtschule. "Dann könnte man sich in den Volksschulen die Noten sparen, die ohnehin oft wenig Aussagekraft für eine AHS-Reife haben."

Direktor Johann Wiesinger von der HAK/HAS Neumarkt sieht in der Nachprüfung die Möglichkeit, Versäumtes nachzuholen. "Wir raten auch Schülern, die mit Klausel aufsteigen dürfen, die Prüfung zu machen, um besser vorbereitet ins neue Schuljahr zu gehen", so Wiesinger. Grundsätzlich werde das Konfliktpotenzial durch das gute Frühwarnsystem entschärft. "Wir informieren bereits im April die Eltern, falls die Gefahr eines nicht positiven Abschlusses besteht, und die Lehrer laden verpflichtend zu einem Gespräch ein." Dennoch komme es vor, dass Eltern nicht reagieren und sich zum Schulschluss überrascht zeigen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 04.12.2020 um 12:50 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/nicht-genuegend-was-man-danach-tun-kann-5947888

Schlagzeilen