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Persönlichkeit beeinflusst Stressempfinden

Stress ist relativ: Verschiedene Persönlichkeitstypen reagieren unterschiedlich auf Stress. Das zeigt eine neue Studie von Deloitte. Insgesamt weist die überwiegende Mehrheit von 40.000 Befragten in 120 Ländern einen moderaten Stresslevel auf - 26 Prozent sind oft gestresst.

 SN/alphaspirit - Fotolia

Persönliche Eigenschaften sowie die eigene Arbeitsweise haben einen starken Einfluss darauf, wie man Stress wahrnimmt und auf diesen reagiert. Das zeigt eine globale Studie des Beratungsunternehmens Deloitte, bei der Berufstätige zu ihrem Stresslevel bei der Arbeit befragt wurden. Rund 60 Prozent geben an manchmal unter Stress zu stehen, gut ein Viertel ist oft gestresst. Zu den größten Stressfaktoren bei der Arbeit zählen Fehler zu machen und ein herausforderndes Arbeitspensum.

Zu den Ergebnissen im Detail: Grundsätzlich weisen die meisten Befragten einen moderaten Stresslevel auf: 14 Prozent sind nur sehr selten gestresst, 57 Prozent manchmal. 26 Prozent geben an, oft gestresst zu sein und für drei Prozent ist es ein Dauerzustand. Entscheidendes Studienergebnis: Je nach Typ reagieren Personen ganz unterschiedlich auf Stress. Einen Fehler zu machen zählt für 82 Prozent zu den größten Stressfaktoren. Lange Arbeitstage und viele verschiedene Verantwortlichkeiten sowie Konflikte - wie das Überbringen von schwierigen Nachrichten - nennt jeweils gut die Hälfte als Stressauslöser. 46 Prozent der Befragten setzt Zeitdruck unter Stress. Fast ebenso viele fühlen sich durch Präsentationen oder das Treffen neuer wichtiger Personen gestresst. Allerdings müssen diese Stressfaktoren nicht zwangsläufig auch negativ wahrgenommen werden oder zu schlechten Arbeitsergebnissen führen. Hierzu lieferte die detaillierte Auswertung der Daten überraschende Ergebnisse.

Vier "Stresstypen"

Laut Deloitte gibt es vier primäre Typen, die sich nach ihren Eigenschaften und Arbeitsweisen unterscheiden: Guardians, Integrators, Pioneers und Drivers.
• Guardian: Der Wächter arbeitet fleißig und konventionell. Er bemüht sich um Sicherheit und Stabilität. Er gerät leicht in Stress, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
• Integrator: Der Integrator kommuniziert gerne und legt viel Wert auf Beziehungen. Auch dieser Typ ist leicht stressanfällig, da er dazu neigt wenig auf Ziele zu fokussieren und der Kommunikation einen (zu) hohen Stellenwert beizumessen.
• Driver: Dieser Persönlichkeitstypus konzentriert sich sehr auf seine Ziele und verfolgt diese zielstrebig. Er braucht die Herausforderung und mag Risiken sowie schnelles Arbeiten. Dadurch läuft er auch seltener Gefahr in Stress zu geraten.
• Pioneer: Der Pionier kommt ebenfalls selten in stressige Situationen. Er liebt es nach innovativen Lösungen und neuen Möglichkeiten zu suchen. Er ist daher weniger gefährdet, beispielsweise durch den Druck zur Erfüllung klarer Vorgaben gestresst zu werden.

Der Stresslevel variiert auch bei nach innen oder außen fokussierten Arbeitstypen innerhalb dieser primären Typen. So sind Guardians, Dreamers (Subkategorie des Integrator) und Scientists (Subkategorie des Driver) reservierter, introspektiv und bedacht. Sie haben signifikant höhere Stresslevels. Pioneers, Teamers (Subkategorie des Integrator) und Commanders (Subkategorie des Driver) sind extrovertierter, tatkräftig und anpassungsfähig. In Bezug auf Stress sind sie resistenter.

Stress kann Effizienz steigern

In einem zweiten Studienteil wurde die Effizienz der verschiedenen Persönlichkeitstypen unter Stress abgefragt. Der Großteil der Driver und Pioneers geben an am effektivsten zu sein, wenn sie mittelmäßig bis sehr gestresst sind. Im Vergleich dazu geben die Integrators und Guardians nur jeweils zur Hälfte an, bei diesen Stresslevels am effektivsten zu arbeiten.

"Diese Antworten zeigen: Stress ist nicht per se schlecht. Es kommt darauf an, welche Persönlichkeit welcher Form von Stress ausgesetzt ist", erklärt Expertin Anna Nowshad von Deloitte. Die unterschiedlichen Charaktere und ihren Umgang mit Stress zu verstehen sei der Schlüssel, um das bestmögliche Resultat zu erzielen. "Ein erfolgreiches Team benötigt die richtige Mischung an unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wenn Führungskräfte für die jeweiligen Aufgaben die richtige Zusammensetzung an Persönlichkeiten wählen, wird negativer Stress unter den Mitarbeitern reduziert - und das Team als Ganzes erfolgreicher."

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 03:00 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/persoenlichkeit-beeinflusst-stressempfinden-596536

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