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Perspektiven für Flüchtlinge

Zwei Drittel der heimischen Firmen würden Flüchtlinge als Mitarbeiter aufnehmen. Unklarheiten und rechtliche Unsicherheiten sind derzeit aber die größten Hemmnisse.

Perspektiven für Flüchtlinge SN/Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Erst mit einem positiven Asylbescheid öffnet sich der Arbeitsmarkt.

Die Frage der Beschäftigung von Flüchtlingen, die auf einen Asylbescheid warten, ist derzeit politisch umstritten. Bei jenen, die einen positiven Asylbescheid bekommen haben, stellt sich die Sachlage allerdings anders dar. Ihnen steht grundsätzlich der heimische Arbeitsmarkt offen. Doch wie reagieren die Unternehmen auf dieses Angebot? Eine Studie von Deloitte ist dieser Frage nachgegangen. Ergebnis: 43 Prozent der befragten Firmenvertreter planen demnächst anerkannte Flüchtlinge in ihrem Unternehmen anzustellen, 25 Prozent würden dies unter anderen Rahmenbedingungen tun. Doch nur rund ein Prozent beschäftigt Flüchtlinge bereits heute.

Um mehr Unternehmen zu einer Anstellung von Menschen mit Fluchthintergrund zu bewegen, ist die verbesserte und nachweisbare Qualifizierung dieser Personen essenziell. Ausreichend gute Deutschkenntnisse sind für die Befragten wichtigste Voraussetzung für eine mögliche Anstellung. "Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass ein großer Teil der österreichischen Unternehmer einer Beschäftigung von Flüchtlingen gegenüber positiv eingestellt ist. Aber das allein reicht nicht", betont Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich: "Die Anstrengungen müssen nun primär auf den Spracherwerb und die Ausbildung von passenden Qualifikationen gelegt werden."

Für 77 Prozent der Teilnehmer liegt der Hauptgrund für eine mögliche Anstellung eines anerkannten Flüchtlings darin, einen Integrationsbeitrag zu leisten. Auch die größere Vielfalt im Unternehmen wird von mehr als der Hälfte als positiver Effekt erachtet. Zudem wird eine klare Meinung vertreten, was es für eine vermehrte Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund braucht: mehr Transparenz in Bezug auf die Qualifikation der Asylberechtigten (58 Prozent), klarere und einfachere rechtliche sowie regulatorische Rahmenbedingungen (53 Prozent) sowie die einfachere Vermittlung von qualifizierten Personen (46 Prozent). "Derzeit gibt es noch viel Unsicherheit, gerade in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Wir brauchen schnelle und einfach zugängliche Beratung, um Bedenken auszuräumen. Fakt ist, dass anerkannte Flüchtlinge völlig freien Zugang zum Arbeitsmarkt haben, das wissen aber viele Unternehmen nicht", betont Wentner.

Quelle: SN

Aufgerufen am 15.11.2018 um 11:33 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/perspektiven-fuer-fluechtlinge-1018078

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