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Pflege als Herausforderung

An der Schule für Gesundheits- & Krankenpflege des KH Schwarzach wurden seit 1958 rund 1500 Frauen und Männer auf den Krankenpflegeberuf vorbereitet. Der Bedarf wird weiter steigen.

Pflege als Herausforderung SN/kh schwarzach
Seit 1958 unersetzlich für die Ausbildung von Pflegekräften, gerade auch im Innergebirg: die Schule für Gesundheits- & Krankenpflege Schwarzach.

"Pflege auf der Überholspur", so lautete der Titel der 10. Pflegestraße, die am vergangenen Samstag im Europark in Salzburg über die Bühne ging. Tatsächlich ist es so, dass sich im Bundesland Salzburg der Pflegekräftemangel verschärft. Dazu gibt es aus dem Jahr 2013 konkrete Zahlen. Das Gesundheitsressort des Landes veröffentlichte damals eine Vollerhebung der Pflegesituation im Land. Bis 2020 sollen demnach 600 Pflegekräfte fehlen. Für 2030 wird gar ein Mangel von 1200 Pflegerinnen und Pflegern prognostiziert.

Mit der am 1. September 2016 in Kraft getretenen Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz wurden vom Gesetzgeber drei Berufsgruppen innerhalb des Pflegedienstes festgelegt: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege auf akademischem Niveau ("Bachelorstudium Pflegewissenschaft 2in1-Modell" in Kooperation mit der PMU; anschließender Masterabschluss in Salzburg möglich), Pflegefachassistenz (zweijährige Ausbildung, erster Lehrgang salzburgweit am 3. Oktober in Schwarzach gestartet) und Pflegeassistenz (entspricht der heutigen "Pflegehilfe"; einjährige Ausbildung).

Die qualitativ hochwertige Ausbildung von Pflegekräften hat in Schwarzach eine lange Tradition. Im Jahr 1958 wurde die Schule für Gesundheits- & Krankenpflege gegründet und seit damals wurden hier knapp 1500 Frauen und Männer erfolgreich auf den Pflegeberuf vorbereitet. Heute bewerben sich jedes Jahr rund 160 Ausbildungswillige um 55 freie Jahrgangsplätze (davon 25 Plätze im Diplomlehrgang und 30 im ""Bachelorstudium Pflegewissenschaft 2in1-Modell"). Dazu kommen - in Kooperation mit dem AMS - jährlich 20 Ausbildungsplätze zum "Pflegehelfer" (neu: "Pflegeassistenz"). Zuletzt erhielten Ende September 23 junge Frauen und Männer ihr Diplom.

Auch Ludwig Gold, Geschäftsführer im Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhaus, betonte bei der Diplomfeier den hohen Wert der einzigen Möglichkeit zur umfassenden Pflegeausbildung außerhalb der Landeshauptstadt Salzburg: "Es ist erwiesen, dass gerade in der Pflege nur eine regionale Ausbildung später auch die regionale Versorgung sichert. Viele der Azubis aus der Region Innergebirg entscheiden sich speziell aufgrund der Schulnähe für eine Ausbildung zum Pflegeberuf in Schwarzach." Dazu sagte Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl - ebenfalls im Rahmen der Diplomfeier: "Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Schwarz ach ist eine unverzichtbare Ausbildungseinrichtung für viele Menschen aus den Regionen Pongau, Pinzgau, Lungau und von der Ausbildungslandschaft in Salzburg nicht wegzudenken", und meinte weiter: "Was die akademische Ausbildung in der Zukunft angeht, müssen die Weichen frühzeitig gestellt werden, damit diese auch weiterhin gesichert ist."

In Schwarzach läuft sie erfolgreich: 2011 wurde mit 18 Ausbildungsplätzen gestartet, aufgrund der Nachfrage wurde 2015 auf 30 Plätze aufgestockt. Das "Bachelorstudium Pflegewissenschaft 2in1-Modell" in Kooperation mit der PMU ist gesetzlich über 2024 nicht mehr gesichert. Das Land kann bestimmen, dass die Privatunis gehobene Gesundheits- und Krankenpflegeausbildungen gemäß der FH-Ausbildungsverordnung anbieten dürfen. Damit wäre die Weiterführung erfolgreicher Kooperationen wie das "Bachelorstudium Pflegewissenschaft 2in1-Modell" über 2024 hinaus weiter gesichert.

Quelle: SN

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