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"Pichlers Kritik ist kompletter Unsinn"

Dietmar Hufnagl, Leiter der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer, rügt den AK-Präsidenten.

"Pichlers Kritik ist kompletter Unsinn" TS Bramberg).
Koch und Köchin ist der zweitbeliebteste Lehrberuf im Pinzgau, trotzdem mangelt es an Köchen (im

Die Probleme rund um den Mangel an Köchen in Salzburg seien "hausgemacht", sagte Siegfried Pichler, Präsident der Arbeiterkammer (AK) Salzburg, kürzlich. Eine Aussage, die Dietmar Hufnagl, Leiter der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer (WK), zum Kochen bringt: "Ich muss die Behauptung von Pichler als kompletten Unsinn zurückweisen." Er sieht darin eine Verhöhnung vieler Hoteliers und Gastronomen im Pinzgau. Hufnagl: "Bei einem Mangel von 284 Köchen (Stand vorige Woche, Anm.) kann von ,hausgemacht' keine Rede sein. Wenn ich daran denke, welche Bemühungen manche Top-Häuser in der Region unternehmen, um Nachwuchs und zusätzliches Personal zu bekommen, und welch hohe Löhne für Köche bezahlt werden, dann ärgern mich diese Aussagen über ,hausgemachte Probleme' sehr."

Zahlreiche Betriebe würden ihren Mitarbeitern hervorragende Arbeitsbedingungen bieten, sagt Hufnagl: "Sie bekommen qualitativ hochwertige Personalunterkünfte und Verköstigung, werden oft weit über dem kollektivvertraglichen Mindestlohn bezahlt und erhalten zusätzliche Vergünstigungen. Ich kenne Köche, die verdienen 3000 Euro im Monat." Den Mangel an Köchen könnten die Betriebe aus eigener Kraft nicht bewältigen, so der Kämmerer. Es seien dringend Maßnahmen zur Arbeitskräfte-Rekrutierung notwendig. "Sonst müssen Köche, die diesen Beruf gerne und mit Begeisterung ausüben, aufgrund akuten Personalmangels die Arbeit für zwei oder drei bewältigen. Und das geht auf Dauer nicht."

Hufnagl sagt, die Wiederaufnahme der Köche in die Mangelberufsliste sei sofort umzusetzen. "Damit kann man Fachkräften aus Drittstaaten eine Möglichkeit geben, bei uns zu arbeiten. Die fachlichen und regionalen Zumutbarkeitsbeschränkungen müssen erweitert werden." Nicht gekürzt werden dürften die Saisonierkontingente.

Hufnagl wünscht sich, dass Arbeiterkammer, Medien sowie Schulen die guten Seiten des Gastgewerbes aufzeigen. "Das könnte man sehr gut anhand von mustergültigen Betrieben, die wir in reicher Anzahl im Pinzgau haben." Leider würde die Gastronomie öffentlich oft schlechtgemacht und zu Unrecht kritisiert. "Das ist kontraproduktiv. Da können wir uns noch so bemühen, die gastgewerblichen Lehrberufe attraktiv zu machen", sagt Hufnagl. Er merkt an: "Koch ist der zweitbeliebteste Lehrberuf im Pinzgau. Es liegt nicht an der Attraktivität. Wir haben generell zu wenig Nachwuchs. Und zwar in allen Branchen."

Zu Wort meldete sich auch Asdin El Habbassi, Abgeordneter zum Nationalrat (ÖVP), der familiäre Beziehungen zum Pinzgau hat. Er sagt, die Aufnahme der Köche in die Liste der Mangelberufe sei ein Gebot der Stunde. "Wenn derzeit rund 300 Stellen als Koch unbesetzt bleiben, hat das mehrere Gründe. Die Bezahlung ist dabei vielfach nicht der allein entscheidende Faktor. Wer jetzt verhindert, dass eine rasche Lösung für den Weiterbetrieb von Küchen gefunden wird, zerstört langfristig Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft."

Es sei undenkbar, dass der Wirtschaftsstandort Salzburg durch Verhinderungspolitik gefährdet werde, sagte El Habbassi und meinte damit die SPÖ. Diese hat sich gegen die Aufnahme des Kochs in die Liste der Mangelberufe ausgesprochen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 25.09.2018 um 08:54 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/pichlers-kritik-ist-kompletter-unsinn-841597

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