Schlagzeilen

Pinzgau auf der Überholspur

Die Wirtschaft ist gut unterwegs, vor allem dank Tourismus. Die Beschäftigung legte deutlich zu.

Pinzgau auf der Überholspur SN/Erwin Simonitsch
Stolz auf seinen Heimatbezirk ist Siegfried Pichler: „Der Pinzgau hängt derzeit alle anderen Bezirke ab.“

Gut gelaunt zeigte sich Salzburgs Arbeiterkammerpräsident Siegfried Pichler vorige Woche: "Die Entwicklung des Pinzgaus ist sehr erfreulich. Der Bezirk hängt alle anderen bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit ab." Von Jänner 2015 bis Jänner 2016 wurden 1008 Stellen neu geschaffen. "Das Wachstum beträgt 2,8 Prozent, das ist spitze in Salzburg, fast doppelt so hoch wie der Schnitt von 1,5 Prozent."

Stützen des Arbeitsmarktes sind laut AK Tourismus, Industrie und Gewerbe, Bauwirtschaft und Handel. "Im Winter ist jeder vierte Arbeitsplatz, im Sommer jeder fünfte im Fremdenverkehr zu finden." Im Vergleichszeitraum legten der Tourismus (246 neue Stellen), der Erziehungs- und Unterrichtsbereich (265) und die Warenherstellung (117) zu. Minimale Verluste gab es im Verkehrsbereich (-6), in der Energie- und Wasserversorgung (-7) und im Bergbau (-32).

Die größten Beschäftigungszuwächse bei den Gemeinden verzeichneten Zell am See (plus 331 Stellen) vor Leogang (130), Maishofen (109), Saalbach-Hinterglemm (107) und Saalfelden (95). Größere Verluste gab es in St. Martin (-25), Bruck (-16), Rauris (-14) und Uttendorf (-11).

Die Arbeitslosigkeit sank: Im Jahresvergleich sind es 204 Personen weniger (-7,1 Prozent). Mittlerweile, von Jänner bis September 2016, liegt sie bei 5,7 Prozent (Landes-Schnitt: 5,9). Mit Schulungen waren heuer im ersten Halbjahr 2938 Personen ohne Arbeit. "Noch rund 30 Prozent mehr als vor Beginn der Krise 2008", sagte Pichler und merkte an: "Konjunkturell erholte sich der Pinzgau schnell. Ich will noch nicht von einem Trend sprechen, aber die Richtung stimmt."

Der Pinzgau zieht im Bezirksvergleich klar am meisten Touristen an. Auf einen Einwohner kommen 120 Nächtigungen. Nur der Pongau kann mit 113 einigermaßen mithalten. Lungau (64), Stadt Salzburg (18), Tennengau (16) und Flachgau (14) liegen weit zurück. Von den 2014/15 landesweit 26,2 Mill. Nächtigungen verbucht der Pinzgau 10,3 Millionen - fast 40 Prozent. Heuer könnte im Pinzgau erstmals die Elf-Millionen-Grenze geknackt werden. Zuletzt fielen 57 Prozent der Nächtigungen auf den Winter. "In diesem ist die Wertschöpfung höher, es gibt mehr Nächtigungen in Hotels als in Privatzimmern und eine Verlagerung hin zu höheren Kategorien."

Diese Entwicklung sei ein Anlass, gut bezahlte, qualitätsvolle Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, sagte Pichler. Die meisten der neuen Arbeitsplätze würden von Frauen in Teilzeit wahrgenommen. Das bedeute aber auch Verluste bei Leistungen aus der Sozialversicherung, den Pensionen, bei Arbeitslosigkeit und beim Lohn im Allgemeinen.

Bei den Einkommen glänzt der Pinzgau nicht. Mit einem mittleren Entgelt von 1863 Euro brutto (14 Mal pro Jahr, Zahlen 2015) belegt er mit drei Euro Vorsprung vor dem Pongau den vorletzten Platz in Salzburg. Die höchsten Einkommen - über 300 Euro mehr im Monat - werden mit 2166 Euro im Flachgau erzielt. Das Durchschnittseinkommen im Bundesland liegt bei 2045 Euro. "Der Rückstand liegt vor allem am hohen Anteil von Arbeitsplätzen im weniger gut dotierten Dienstleistungssektor", erläutert Pichler.

Aufgerufen am 23.09.2018 um 02:53 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/pinzgau-auf-der-ueberholspur-861376

Lesestoff für den Sonntag

Lesestoff für den Sonntag

Jetzt lesen

Newsfeed

Arrow Down

Schlagzeilen