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Sinnvolle Arbeit als Sprungbrett

Das Pongauer ArbeitsProjekt (PAP) ermöglichte seit 19 Jahren vielen Menschen den Wiedereinstieg in ein geregeltes Berufsleben.

"Das PAP ist kein Zentrum für Beschäftigungstherapie, sondern steht für die Bereitstellung von geregelten, sinnstiftenden Arbeitsplätzen mit Mehrwert für unsere Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner", so Silvia Geistlinger, die GF des Pongauer ArbeitsProjektes - oft besser bekannt als PAP. 32 Menschen sind derzeit beim PAP beschäftigt. Davon acht fix angestellte Schlüsselkräfte und 24 Mitarbeiter mit befristeten Dienstverträgen. In 18 Fällen ist der Vertrag auf maximal ein Jahr befristet, bei sechs Mitarbeitern dient die Stellung beim PAP als Überbrückung bis zur Alterspension. Die Mitarbeiter auf diesen sogenannten Transitarbeitsplätzen waren vorher arbeitssuchend und werden durch die Arbeit im PAP auf ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis in anderen Betrieben vorbereitet. Davon profitierten in den vergangenen 19 Jahren 500 Pongauerinnen und Pongauer. Das PAP ist ein sozialökonomischer Betrieb, vorrangiges Unternehmensziel ist hier nicht die Erwirtschaftung von Gewinnen, sondern die qualitativ hochwertige Begleitung von Menschen auf ihrem Weg in den sogenannten 1. Arbeitsmarkt, sprich in ein herkömmliches Dienstverhältnis.

Die Zentrale ist seit 2008 im ehemaligen Spiluttini-Bauhof in Schwarzach untergebracht. Gute zwei Drittel der Arbeit und des Umsatzes machen das Sammeln, Aufbereiten und Wiederverkaufen von Alttextilien aus. Die Gemeinden sind gesetzlich dazu verpflichtet, Alttextilien getrennt zu sammeln, in 22 von 25 Pongauer Orten übernimmt das PAP diese Aufgabe. Im Vorjahr kamen so 482 Tonnen an Alttextilien zusammen. Umgerechnet auf die Bevölkerung, ergibt das eine der höchsten Sammelquoten Österreichs. Insgesamt gibt es im Pongau 55 PAP-Kleidersammelcontainer, manche - wie etwa in St. Johann oder Bischofshofen - werden zwei Mal wöchentlich geleert, in kleineren Orten genügt ein Dreiwochenrhythmus.

"Unsere besten Stücke verkaufen wir in fünf Secondhand-Fachgeschäften - neben der Schwarzacher Zentrale gibt es Filialen in St. Johann, Bischofshofen, Bad Hofgastein und Werfen - an unsere Kunden weiter. So erhalten gute Stücke ihre zweite Chance, diesen Mehrwert schätzen unsere Mitarbeiter und unsere Kunden", so Geistlinger. Der verbleibende Anteil der Textilien wird an Großhändler weiterverkauft. Weitere Geschäftsbereiche sind die Erledigung von Gartenarbeiten, Entrümpelungen, Übersiedlungen und das Aufbereiten und auch Erzeugen von Möbeln verschiedenster Art. Dies geschieht in der hauseigenen Tischlerei, die von Tischlermeister Markus Freudenthaler geleitet wird. Die befristeten Arbeitsverträge laufen im Durchschnitt sieben Monate.

Von der Mindestsicherung zurück ins Arbeitsleben
Aktuell fanden 52 Prozent direkt im Anschluss an ihre Tätigkeit beim PAP einen weiterführenden Arbeitsplatz. "Die Menschen wollen arbeiten. Einige waren vor ihrem Dienstverhältnis beim PAP Bezieherinnen und Bezieher der bedarfsorientierten Mindestsicherung. Unsere Erfahrung zeigt, dass niemand in diese Situation zurück möchte, sondern sein eigenes Geld verdienen und ein selbstbestimmtes Leben als Teil der Gesellschaft führen will", so die Geschäftsführerin. Kürzlich machte sich Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) vor Ort ein Bild. Auch er nahm dabei Bezug auf die Mindestsicherung: "Die Mindestsicherung ist ein viel diskutiertes Thema. Allerdings wird kaum davon gesprochen, dass neben der Existenzsicherung durch die Mindestsicherung auch eine Angebotslandschaft finanziert wird, in der Menschen mit Rat und Tat zur Seite gestanden wird, um dauerhaft wieder auf eigenen Beinen stehen zu können", so Schellhorn. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung (kurz: BMS) bietet ein breites Netz von zusätzlichen Angeboten: Neben Beratungseinrichtungen zu verschiedenen Bereichen des Lebens wie Schulden, Mietrückständen, kurzfristigen Wohnangeboten wie Notschlafstellen sind Angebote zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt ein besonders wichtiger Teil. Die (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist eines der wichtigsten Ziele, das durch die Mindestsicherung erreicht werden soll, wenn Arbeitsfähigkeit besteht. Um den Menschen hier eine Starthilfe zu bieten, unterstützt das Land Salzburg in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) verschiedene Träger im Bundesland. Zu diesen zählt eben auch das PAP, das von Schellhorn als "Unternehmen mit Mehrwert für die gesamte Region" bezeichnet wurde.

Aufgerufen am 14.12.2018 um 08:18 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/sinnvolle-arbeit-als-sprungbrett-957346

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