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Stabiler Arbeitsmarkt 2017

Die Beschäftigungsprognose für 2017 ist stabil positiv. Die meisten Unternehmen wollen mit dem bestehenden Mitarbeiterstand auskommen.

Der Weg zum Job wird Anfang 2017 einfacher.  SN/apa (archiv/epa)
Der Weg zum Job wird Anfang 2017 einfacher.

Das aktuelle Arbeitsmarktbarometer der ManpowerGroup prognostiziert für das 1. Quartal 2017 einen positiven Trend am Arbeitsmarkt. Acht Prozent der befragten 750 Unternehmen geben an, Personal aufbauen zu wollen. Fünf Prozent rechnen damit, ihre Mitarbeiteranzahl zu reduzieren, und 84 Prozent gehen davon aus, die Personalsituation in ihrem Unternehmen unverändert zu lassen. Daraus ergibt sich ein Nettobeschäftigungsausblick - jene Kennziffer, die die Differenz zwischen positiver und negativer Erwartungshaltung der befragten Unternehmen widerspiegelt - von plus drei Prozent.

Bereinigt man den Beschäftigungsausblick um saisonale Schwankungen, so liegt er bei plus sieben Prozent. Damit wird für das erste Quartal 2017 der aktivste Arbeitsmarkt seit dem dritten Quartal 2012 vorausgesagt. "Jobsuchende erwarten im ersten Quartal 2017 die besten Chancen am Arbeitsmarkt seit über vier Jahren. Die meisten Neueinstellungen werden im Ländervergleich für Vorarlberg, Salzburg und Tirol bzw. im Sektorenvergleich für die Sachgüter erzeugung sowie die Land- und Forstwirtschaft prognostiziert", erklärt Erich Pichorner, Geschäftsführer der ManpowerGroup Österreich: "Vor allem qualifizierte Facharbeiter, Vertriebsmitarbeiter oder Sachbearbeiter werden kein Pro blem haben, eine neue Stelle zu finden." Diese Berufsbilder zählen laut Studie zum Fachkräftemangel 2017 zu den meistgesuchten Positionen in Österreich. Aber auch Mitarbeiter im Rechnungswesen, Techniker oder Helfer sind stark gefragt.


Die wichtigsten Ergebnisse:
- In sechs der zehn Wirtschaftssektoren und in sieben der neun Bundesländer werden im ersten Quartal 2017 Mitarbeiterzuwächse erwartet.
- Im Quartalsvergleich verbessern sich die Beschäftigungsaussichten in fünf Wirtschaftssektoren und in fünf Bundesländern. Im Jahresvergleich sinken die Beschäftigungsausblicke in fünf Sektoren, verbessern sich aber in sechs Bundesländern.
- Den größten Arbeitgeberoptimismus gibt es im Sektorenvergleich in der Land- und Forstwirtschaft.
- Den schwächsten Arbeitsmarkt im Sektorenvergleich berichten Bergbau und Rohstoffgewinnung
- Im Bundesländervergleich führt Vorarlberg das Ranking der meisten geplanten Neueinstellungen an. Der Ausblick liegt in diesem Bundesland bei plus 17 Prozent.
- Die am wenigsten optimistischen Aussichten kommen aus Kärnten, wo der Beschäftigungsausblick auf minus 15 Prozent sinkt.
- Vergleicht man die Unternehmen nach deren Größe, so sind für das erste Quartal in allen Größenkategorien Zuwächse bei der Belegschaft geplant. Die stärksten Einstellungsabsichten berichten Großunternehmen mit einem Ausblick von plus
21 Prozent.


Bundesländervergleich: Beste Jobchancen im Westen
Arbeitgeber in sieben der neun Bundesländer rechnen mit einem Jobwachstum während des ersten Quartals 2017. Am schnellsten planen die Personalverantwortlichen in Vorarlberg, Personal aufzunehmen. In diesem Bundesland liegt der Beschäftigungsausblick bei plus 17 Prozent. In Salzburg geben sich die befragten Unternehmen beim Thema Neueinstellungen mit einem Ausblick von plus 15 Prozent ebenfalls sehr positiv. Auch in Tirol lässt sich aufgrund eines guten Beschäftigungsausblicks von plus zehn Prozent mit einem optimistischen Einstellungsklima rechnen. In Oberösterreich beträgt der Ausblick plus sechs Prozent und im Burgenland plus fünf Prozent. In zwei Bundesländern hingegen rechnen die Arbeitgeber damit, Personal zu reduzieren. In Kärnten sinkt der Ausblick auf minus 15 Prozent. In der Steiermark beträgt der Ausblick minus vier Prozent.

Im Jahresvergleich legen die Beschäftigungsausblicke in sechs von neun Bundesländern zu. Sowohl in Salzburg als auch in Vorarlberg ist der Ausblick für das erste Quartal 2017 um 13 Prozentpunkte stärker als im Vorjahr. In zwei Bundesländern sinkt der Ausblick im Jahresvergleich. Am stärksten zeigt sich dies in Kärnten mit einem Minus von 16 Prozentpunkten.

Sachgütererzeugung und Land- & Forstwirtschaft
Im Sektorenvergleich erwarten die Arbeitgeber aus sechs der zehn Wirtschaftsbereiche, im ersten Quartal 2017 Personal aufzunehmen. Der stärkste Arbeitsmarkt wird für den Sektor Land- und Forstwirtschaft prognostiziert. Hier liegt der Nettobeschäftigungsausblick bei plus 18 Prozent. Auch in der Sachgütererzeugung ist bei einem Ausblick von plus 13 Prozent mit einem konstanten Jobwachstum zu rechnen. Weitere Zuwächse in der Belegschaft planen die Arbeitgeber in den Sektoren Finanzwesen & Dienstleistungen (plus 8 Prozent) und im Bauwesen (plus 6 Prozent). In zwei Sektoren erwarten die Arbeitgeber rückläufige Mitarbeiterzahlen. Mit dem schwächsten Tempo bei Neueinstellungen ist im Bereich Bergbau & Rohstoffgewinnung zu rechnen. Hier liegt der Ausblick bei minus sieben Prozent. Einen ebenfalls negativen Ausblick berichtet der Sektor Gastronomie & Hotellerie mit minus zwei Prozent.

Im Jahresvergleich lassen die Beschäftigungspläne in fünf der zehn Sektoren nach. Am stärksten verliert der Sektor Gastronomie und Hotellerie mit minus 14 Prozentpunkten. In vier Sektoren verbessern sich die Chancen auf Neueinstellungen gegenüber dem Vorjahr. Besonders für Jobsuchende im Bereich Land- und Forstwirtschaft (plus 14 Prozentpunkte), im Bereich der Sachgütererzeugung (plus 13 Prozent) und auch im Bauwesen (plus 9 Prozentpunkte) verbessert sich der Arbeitsmarkt deutlich im Jahresvergleich.

Globaler Ausblick ist grundsätzlich positiv
Im globalen Vergleich erwarten die Arbeitgeber in 40 der 43 an der Studie teilnehmenden Länder ein Mit arbeiterwachstum während des ersten Quartals 2017. Die Studie zeigt, dass der Brexit oder auch das Ergebnis der aktuellen Präsidentschaftswahl in den USA wenig Einfluss auf den Arbeitsmarkt nehmen.

Weltweit werden die stärksten Einstellungsabsichten von Unternehmen aus Taiwan, Indien, Japan, Ungarn und Slowenien berichtet. Die schwächsten Ausblicke kommen aus Brasilien, der Schweiz, Italien und Frankreich.

(SN)

Aufgerufen am 11.12.2017 um 06:23 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/stabiler-arbeitsmarkt-2017-570148

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