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Vier von fünf Studierenden arbeiten nebenher

Trotzdem kommen nur 43 Prozent mit ihrem Geld aus - Studie der ÖH unter 6500 Studierenden.

Vier von fünf Studierenden arbeiten nebenher SN/apa

84 Prozent der Studenten arbeiten neben dem Studium, trotz des hohen Anteils an Berufstätigen kommen jedoch nur 43 Prozent mit ihrem Geld aus. Das zeigt eine Umfrage unter 6579 Studierenden im Auftrag von Österreichischer HochschülerInnenschaft (ÖH) und Gewerkschaft GPA-djp. Sie fordern von der Politik bessere Rahmenbedingungen.

Im Vergleich zu früher würden "immer mehr Studierende die Notwendigkeit sehen, neben dem Studium zu arbeiten", sagt ÖH-Sozialreferent Martin Hajek. Die eigene Berufstätigkeit reicht jedoch oft für den Lebensunterhalt nicht aus: Rund 47 Prozent in dieser Gruppe brauchen zusätzlich Unterstützung der Eltern, 31 Prozent sind auf Beihilfen (Familien-, Studienbeihilfe, Stipendien etc.) angewiesen. Der Anteil derer, die auf Studienbeihilfe oder Stipendien zurückgreifen können, ist laut Hajek mit knapp elf Prozent geringer als früher.

Studienanfänger widmen sich laut der Befragung noch am ehesten Vollzeit der Hochschule, besonders ab dem dritten Semester arbeiten Studenten dann vermehrt. Dabei sehen 63 Prozent der Berufstätigen ihr Studium als Haupt- und die Arbeit als Nebentätigkeit, 29 Prozent meinten: "Ich arbeite und studiere nebenbei." Bei zwei Dritteln der berufstätigen Studenten passt dabei der Nebenjob nur teilweise oder gar nicht zur Studienrichtung - es stehe also, wie die ÖH betont, der Verdienst im Vordergrund - und nicht die Berufserfahrung.

Ein Drittel der berufstätigen Studenten (33 Prozent) arbeitet der Studie zufolge bis zu zehn Wochenstunden (vor allem Medizin-Studenten), fast ebenso viele wenden mehr als 20 Wochenstunden für Arbeit auf (vor allem Mathematik, Informatik, Recht). Nach Hochschultypen sind Studenten an Unis am häufigsten berufstätig (89 Prozent), gefolgt von jenen an Pädagogischen Hochschulen (PH; 87 Prozent). Am wenigsten sind es an den Fachhochschulen (FH; 59 Prozent) - aus Hajeks Sicht ein überraschendes Ergebnis: Immerhin gibt es dort eigens berufsbegleitende Studien, straffe Studienpläne würden aber offensichtlich die Berufstätigkeit erschweren.

Knapp zwei Drittel haben einen Dienstvertrag, eine Minderheit ist demnach über einen freien Dienstvertrag oder Werkvertrag (zwölf bzw. vier Prozent) beschäftigt. Insgesamt gibt jeweils etwa ein Drittel an, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keinen Urlaubsanspruch und keinen Anspruch auf bezahlten Krankenstand zu haben. Fast die Hälfte der berufstätigen Studenten arbeitet unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze.

Quelle: SN

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