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Von Miniröcken und Bermudas

30 Grad, die Sonne scheint und auf der Stirn bilden sich die ersten Schweißperlen. Müssen Bluse und lange Hose im Büro dennoch sein? Welches Outfit an heißen Tagen erlaubt ist.Melanie Kogler

Von Miniröcken und Bermudas SN/Czanner - Fotolia
Auch bei Hitze sollten im Büro einige Kleidungsvorschriften beachtet werden. Luftige Stoffe erleichtern den Alltag.

Ein Banker in Shorts, eine Rechtsanwältin in einem rosa Strickjäckchen oder ein Versicherungsmakler in Flip- Flops − "ein Outfit sagt mehr als 1000 Worte. Es lässt auf die eigene Persönlichkeit schließen und kann Kompetenzen sowohl unterstreichen als auch zerstören", sagt Sabine Staudinger, Bundesvorsitzende der Farb-, Stil und Imageberatung überzeugt. Besonders beim Erstkontakt ist die richtige Kleidung von besonderer Wichtigkeit, denn: "Die ersten drei Sekunden entscheiden darüber, ob ich jemanden wiedersehen will oder nicht", erklärt die Expertin. Somit kann das Outfit zumindest indirekt eine Rolle bei der Entscheidung spielen, ob man "ins Geschäft kommt" oder nicht. Der persönliche Kleidungsstil wird auch innerhalb des Unternehmens wahrgenommen und kann bei Karrieresprüngen oder finanziellen Zuwächsen von Bedeutung sein. Freilich gibt es auch Unternehmen und Branchen, in denen − zumindest was die Kleidung betrifft − nahezu alles erlaubt ist. Dennoch sollten auch hier ein paar Regeln beachtet werden, egal wie heiß es ist. Grundsätzlich gilt: Je höher die Position, desto "besser" sollte man gekleidet sein. "Besser" bedeutet in diesem Fall der Branche, dem Image des Unternehmens und den Erwartungen des Gegenübers entsprechend. "Ein Modedesigner kann auch mit knallgrünem Sakko und grüner Brille gut gekleidet sein, was in anderen Branchen überhaupt nicht denkbar ist", erzählt die Stilberaterin und ergänzt: "Es empfiehlt sich zudem, immer etwas besser gekleidet zu sein, als es der Anlass erfordert." Der Business-Knigge sieht auch im Sommer für Männer lange Hose, lange Ärmel und Sakko vor. Vor allem bei Kundenkontakt. Ansonsten sind auch Polo-Shirts erlaubt. Jedoch niemals T-Shirts oder Trägershirts. "Bei Männern hat eine kurze Hose im Kontakt mit Kunden nichts zu suchen. Auch bei Hitze nicht", sagt Staudinger. Im Gegenteil, wer sich auch an heißen Tagen stilsicher kleidet würde als besonders kompetent wahrgenommen werden. Kurzärmelige, groß karierte Hemden sind ebenso wenig gerne gesehen wie Shorts. Die Schuhe sollten sauber und geschlossen sein. Hohe Socken vermeiden, dass beim Überschlagen der Beine nackte Haut zu sehen ist. Mit nackter Haut sollten auch Frauen sparsam umgehen. Der Business-Knigge schreibt bedeckte Schultern und Kleider oder Röcke vor, die maximal eine Handbreit über dem Knie enden. Besonders sollte auch darauf geachtet werden, in Sachen Dekolleté nicht zu tief blicken zu lassen. Bei Schmuck gilt: Weniger ist mehr. Der Kleidungs-Knigge empfiehlt auch bei Frauen stets geschlossene Schuhe. Zulässig sind auch Slingpumps, also Schuhe die vorn geschlossen, hinten nur von einem Riemchen gehalten werden. "Peeptoes bitte nur bei gepflegten Füßen und nicht beim ersten Treffen", betont die Stilberaterin. Die gute Nachricht: Es können auch passende flache Schuhe gewählt werden. Und das nicht nur am "casual friday". In den späten 1950er-Jahren ist dieser Trend in den USA in vielen großer Unternehmen entstanden. Demnach durfte freitags legere Kleidung getragen werden. Diese Regelung gilt allerdings nur, sofern kein Kundentermin ansteht. Großer Beliebtheit erfreuen sich in Salzburg auch "Lederhosen- oder Dirndltage". "Wenn alle in Tracht kommen, macht das auf den Kunden einen tollen Eindruck und beweist Geschlossenheit im Unternehmen", ist die Expertin überzeugt. In diesem Fall ist bei Männern ausnahmsweise eine kurze Lederhose erlaubt. Wer bestehende Kleidungsvorschriften lockern möchte, sollte sich diesbezüglich laut Arbeiterkammer mit dem Chef absprechen.

"Es gibt gewisse Erwartungen an das Erscheinungsbild verschiedener Berufsgruppen", sagt Heinz Percht, Filialleiter von Kleider Bauer Salzburg. Es ist also eine Kunst, bei der Wahl des Outfits die Balance zwischen Leichtigkeit und Form zu wahren. Im Sommer empfiehlt der Experte Sakkos aus leichter, nicht gefütterter Baumwolle und luftige Hosen. Je nach Branche und Dresscode kann die Anzughose durch Chinos ersetzt werden. Für Damen empfiehlt er Business-Kleid und Jäckchen jeweils aus Baumwolle. Sommerhosen im Marlene-Stil liegen voll im Trend und sind angenehm zu tragen. Nicht anliegende, fließende Stoffe bieten Leichtigkeit und einen angenehmen Tragekomfort.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.09.2018 um 12:34 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/von-miniroecken-und-bermudas-1211083

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