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Wann funktioniert Integration?

Alle reden von der Integration von Flüchtlingen. Doch wie sieht es damit in der Arbeitswelt aus? Das Zukunftsinstitut hat sich der Thematik angenähert.

 SN/Coloures-pic - Fotolia

Zahlreiche Unternehmen engagieren sich bereits in der Flüchtlingshilfe, indem sie finanzielle Hilfen oder Produktspenden zur Verfügung stellen, die eigenen Mitarbeiter bei deren ehrenamtlichem Engagement für Flüchtlinge unterstützen oder eigene Betriebsmittel anbieten. Jetzt ist der nächste Schritt gefragt: die tatsächliche Integrationsarbeit. Grundsätzlich zeichnet sich bei vielen Arbeitgebern eine hohe Motivation ab, Flüchtlinge im Unternehmen einzusetzen, zu diesem Ergebnis kommt der "Leadership Report 2017" des Zukunftsinstituts.

Umfrageergebnisse von der Johannes-Kepler-Universität aus dem Jahr 2016 zeigen, dass die bisherige Erfahrung mit Flüchtlingen in Unternehmen weitgehend positiv war. "Der Wille, Gutes zu tun und damit gleichzeitig Arbeitskräftelücken im Betrieb zu schließen, stößt jedoch auf Ernüchterung, wenn Arbeitgeber feststellen, dass es beträchtliche rechtliche und organisatorische Hürden gibt, sodass Migranten nicht umgehend produktiv eingesetzt werden können. So bleibt es in der Realität noch viel zu häufig bei Absichtserklärungen", heißt es in dem Report.

Die Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt kann schon bei der Suche beginnen. Hier helfen verschiedene Initiativen wie spezielle Arbeitsstellenvermittlungen. Dabei bilden sich auch neue Stellenprofile heraus. So hat die Handwerkskammer München die Stelle eines "Flüchtlingsakquisiteurs" eingerichtet, der Flüchtlinge gezielt in Handwerksberufe vermittelt, Betriebe berät und Flüchtlinge während ihrer Ausbildung begleitet.

Ebenfalls aus der Privatwirtschaft kommt Hilfe für Unternehmen. Das Start-up Refugeeswork betreibt beispielsweise eine Online-Arbeitsvermittlungsplattform für Flüchtlinge. Die Besonderheit dabei: Die Plattform versucht, den Unternehmen alle bürokratischen Hindernisse rund um die Beschäftigung von Asylbewerbern abzunehmen und bietet unter anderem Formulare sowie Hilfs- und Checklisten an. Bereits in der ersten Woche haben sich rund 100 Arbeitgeber und 700 Flüchtlinge angemeldet. Ziel ist es, pro Monat 2000 Flüchtlinge und 150 Firmen auf die Plattform zu bringen. Der Nebeneffekt: Refugeeswork versteht sich als Sozialunternehmen und wird seine Gewinne in gemeinnützige Zwecke investieren.

Bei den bisher noch wenigen Unternehmen, die tatsächlich Arbeitsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, ist zu beobachten, dass es sich bei den angebotenen Stellen vielfach um berufsvorbereitende Praktikums- oder Ausbildungsplätze und nur selten um reguläre Arbeitsplätze handelt. 40 Prozent der Unternehmen, die vorhaben, Flüchtlinge zu beschäftigen, nennen vor allem soziale Motive als ausschlaggebendes Kriterium. Das Potenzial, konkreten wirtschaftlichen Nutzen aus der Beschäftigung mit Flüchtlingen zu ziehen, wird offenbar noch unterbewertet.

"Dabei lassen sich gerade für die exportorientierte Wirtschaft Deutschlands und Österreichs zahlreiche Vorteile erkennen", heißt es in dem Report. Das zeigen beispielsweise die Ergebnisse des Programms "Mentoring für MigrantInnen", bei dem bislang mehr als 1500 Mentoringpaare, bestehend aus Mitarbeitern und Flüchtlingen, teilgenommen haben. Acht von zehn Mentoren sehen darin einen konkreten Vorteil für die Auslandsaktivitäten ihres Unternehmens. Der Direktor des Programms, Karlheinz Dernoschek, hält fest: "Qualifizierte Migranten bringen wichtige Soft Skills wie Sprach- und Kulturkenntnisse mit und fördern so die Internationalisierung unserer Wirtschaft."

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 02:46 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wann-funktioniert-integration-344371

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