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Wenn die Gräser wieder blühen

Diamanten, Lampenputzer oder kleine Häschen: Gärtner können aus einer Fülle an hohen Ziergräsern wählen. Warum gedeiht auf vielen Verkehrsinseln alles so prächtig?

Wenn die Gräser wieder blühen SN/sn / schmeikal

Der September ist da und mit ihm die Gräserblüte. Jene Gräser, die es in unserem Klima schaffen, zur Blüte zu kommen, entfalten jetzt ihre Wedel und verändern so das bisher gewöhnte Bild. Prächtig ist im Moment das Pampasgras auf diversen Verkehrsinseln der Stadt Salzburg. Warum es hier schon im dritten Jahr steht und immer dicker und schöner wird und in Ihrem Garten vielleicht schon die zweite Pflanzung verstorben ist, erklärt sich mit dem Boden.

Auf einer Verkehrsinsel ist ursprünglich gar nichts und man kann das Substrat genau so herrichten, wie es für die Pflanzen, die man einsetzen will, optimal ist. Im Falle des Pampasgrases: schottrig, mineralisch, wenig Lehm und schon gar keinen Torf.

Dass es gern auf sehr durchlässigen Böden steht, heißt aber noch lang nicht, dass es keine Ansprüche an die Ernährung stellt. Das Pampasgras mag bei aller Durchlässigkeit einen extrem nährstoffreichen Boden. Ohne Dünger geht hier also nichts. Neben dem hohen Pampasgras (Cortaderia selloana), das rund zwei Meter erreicht, wird die Sorte "Pumila" mit einem Meter nur halb so hoch und ist für kleinere Anlagen geeignet.

Da den hohen Gräsern hier im Vorjahr schon Platz eingeräumt worden ist, bleiben wir jetzt gleich bei den mittelhohen Arten, also all jenen, die rund einen Meter hoch werden. Da wäre das Plattährengras (Chasmanthium latifolium), dessen Blütenstände genau so aussehen: platt gedrückte Ähren, leicht überhängend, hübsch und haltbar auch in der Vase. Gut einen halben Meter breit wird dieses Gras mit der Zeit, was man der Pflanze beim Erwerb nicht ansieht. Ein wunderschönes Gras ist das Diamantgras (Calamagrostis brachytricha), in dessen fedrigen Blütenständen der Tau hängen bleibt. Fällt die Sonne darauf, funkeln die Ähren wie mit Diamanten besetzt. Mit etwa 120 Zentimetern bleibt es niedriger als das nahe verwandte Gartenreitgras (Calamagrostis acutiflora), dessen schönste Sorte "Karl Foerster" wie ein Zinnsoldat im Beet steht und mit der Herbstfärbung für goldgelbe, 180 Zentimeter hohe Säulen im Garten sorgt.

Der Blaustrahlhafer (Helictotrichon) ist ein blaulaubiges Gras. Der Grasbuschen wird nicht einmal einen halben Meter hoch, während es mit der Blüte einen Meter erreicht. Auch hier ist ein vollsonniger und sehr durchlässiger Boden Voraussetzung dafür, dass man es länger hat.

Solche Ansprüche stellt das Lampenputzergras dagegen nicht: Pennisetum alopecuroides ist unkompliziert. In feuchteren und schwereren Böden hat es zwar keine große Freude, überlebt aber trotzdem. Gut 60 Zentimeter hoch wird die am häufigsten angebotene Sorte "Hameln". Sie schmückt sich ab August mit walzenförmigen Blütenständen. Das als Strukturpflanze schon im Frühling verkaufte rote Lampenputzergras (Pennisetum setaceum "Rubrum") ist einjährig. Es wird zwar oft als winterhart deklariert, aber der Winter, den dieses Gras überlebt, muss erst stattfinden. Dagegen ist die Zwergsorte "Little Bunny" winterhart und bleibt auch in den Folgejahren so putzig klein, wie man sie erwirbt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 02:54 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wenn-die-graeser-wieder-bluehen-1066084

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