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Wer Sonne im Namen trägt . . .

. . . möchte auch in der Sonne sein. So simpel sind die Standortansprüche von Sonnenhut, Sonnenauge, Sonnenbraut, Sonnenröschen und Sonnenblume.

Wer Sonne im Namen trägt . . . SN/sn / schmeikal
Das Sonnenauge mag viel Sonne, hat viel Durst, blüht ewig und hält sich in der Vase. SCHMEiKAL

Dass diese Pflanzen auch wachsen, wenn keine Sonne scheint, haben sie heuer wieder eindrücklich bewiesen. Dank reichlich himmlischer Wassergaben sind alle hochwachsenden Stauden so mächtig wie umfallgefährdet. Viele der Stauden, die die Sonne im Namen tragen, tun auch so, als wären sie persönlich die Sonne, blühen also gelb.

Besonders dankbar ist das Sonnenauge, Heliopsis scabra. Diese Staude aus Nordamerika wird gut einen Meter hoch und blüht ab Juli mit großen Korbblüten. Die reine Art sowie die meisten Sorten bringen sich durch Sämlinge weiter. Natürlich versamen sie sich vor allem dorthin, wo man sie nicht haben will. Will man die gepflanzte Sorte erhalten, sollte man die Blütenstände vor der Samenreife ausschneiden, da die Sämlinge in die Eltern aufspalten und man so die gepflanzte Sorte mit der Zeit verliert.

Eine Ausnahme ist hier die Sorte "Spitzentänzerin". Sie ist steril. Schön finde ich noch die rotstichige "Summer Nights", wobei mir vorkommt, dass sie weniger standfest ist als rein gelbe Sorten. "Mars", "Ashai" und "Sommersonne" sind hier empfehlenswert. Alle Sonnenaugen sind nicht nur dankbare Spätsommerblüher, die sich in Gesellschaft von hohen Gräsern gut machen, sondern auch lange haltbare Schnittblumen. Zudem blühen sie so reichlich, dass es gar nicht auffällt, wenn man für die Vase einige Stiele abschneidet.

Das gleiche gilt für eine meiner Lieblingspflanzen - die Sonnenbraut (Helenium). Im nicht blühenden Zustand leicht an den Hautlappen entlang des Stiels erkennbar, sind die Sonnenbräute ebenfalls lange blühende Stauden für den Sommergarten und halten in der Vase ausgesprochen gut. Hier ist man nicht auf Gelb beschränkt, obwohl das die Ursprungsfarbe ist. Sorten wie "Rubinzwerg", "Baudirektor Linne" und vor allem mein Favorit "Moerheim Beauty", der sich immerhin schon seit 1930 im Sortiment hält, blühen kupfer- bzw. braunrot. Einen Drang, sich zu versamen, verspüren die Sonnenbräute nicht. Bei ausreichender Wasserversorgung - das war heuer eher nicht problematisch - entwickeln sich breite Horste, die zur Blütezeit von Bienen massiv angeflogen werden. Vermehren kann man sie durch Teilung der Blatthorste im zeitigen Frühjahr. Das gelingt leicht.

Winterharte Sonnenblumen warten mit pestilenten Wuchsungeheuern wie Helianthus tuberosus, auch bekannt als Topinambur, auf. Dieses zwei Meter hohe, unnötige Zeug verwüstet jeden Garten durch Unterwanderung sämtlicher Beetflächen mittels Ausläufern. Von dieser Pflanze kann selbst ein Bambus sich etwas abschauen! Aber es gibt ein einfaches Mittel, die "ausbreitende Sonnenblume" wie sie auch harmlos tituliert wird, loszuwerden: aufessen! Dankbarer sind da die Sorten "Capenoch Star" und "Lemon Queen". Die blühen schön und lange und bleiben, wo sie sind.

(SN)

Aufgerufen am 24.06.2018 um 05:10 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wer-sonne-im-namen-traegt-1236907

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