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Wie die Mieten gestiegen sind

Eine Zusammenschau der jüngsten Untersuchungen und Umfragen.

Wie die Mieten gestiegen sind SN/bilderbox.com
Mieten wird immer mehr zum Luxux, speziell für die Jungen.

Die vor bald drei Jahren angekündigte und eben erneut vertagte Mietrechtsreform wirft die Frage auf, wie teuer Mieten in Österreich unterdessen ist. Dazu liegen einige aktuelle Untersuchungen bzw. Umfragen vor. Einhelliger Tenor: Mieten wird immer mehr zum Luxus, speziell für die Jungen.

Laut Statistik Austria kletterte der Mietpreis pro Quadratmeter (inklusive Betriebskosten) im Österreich-Schnitt 2015 erstmals über die Sieben-Euro-Grenze. Wer sich erst vor Kurzem neu einmietete, zahlt im Schnitt 8,70 Euro pro Quadratmeter, wobei Neuverträge im privaten Mietsektor im Schnitt mit 9,70 zu Buche schlagen. Die Erste Bank macht die steigenden Mieten in ihrer jüngsten Wohnstudie an einem anderen Indikator fest: Zwischen 2010 und 2015 habe sich der Anteil der Studierenden, die noch bei den Eltern wohnten, auf 59 Prozent mehr als verdoppelt. Viele würden gern übersiedeln, fänden aber nichts Erschwingliches. Auch das Angebot fehle: In Wien seien 2015 nur 4000 bezahlbare Wohnungen fertiggestellt worden.

Die hohen Mieten sind ein städtisches und vor allem ein Wiener Problem. Während im Österreich-Schnitt eine satte Mehrheit (56%) im Eigenheim (Haus oder Wohnung) lebt, leben in der Bundeshauptstadt rund 80 Prozent der Bevölkerung zur Miete, wobei der Anteil an Gemeindebauten (32%) und Wohnungen gemeinnütziger Träger (26%) riesig ist. Die Lage in Wien hat die AK untersucht. Ergebnis: Wer privat mietet, zahlt pro Quadratmeter um drei Euro mehr und muss zudem meist mit einer Befristung leben. Bei Neuabschlüssen, von denen 69 Prozent nur auf Zeit seien, müssten derzeit im Schnitt 10,7 Euro (inkl. BK und USt) pro Quadratmeter an private Vermieter bezahlt werden, 7,7 Euro seien es bei Gemeinde- und 7,1 Euro bei anderen Sozialwohnungen. Insgesamt seien die Mietpreise in Wien zwischen 2008 und 2014 um 24 Prozent gestiegen (Inflationsrate: 12%).

Dazu passt die jüngste Preisanalyse von ImmobilienScout24: Wohnen sei in Österreichs Städten - gemessen am verfügbaren Einkommen - teurer als in deutschen Städten. Sogar im für deutsche Verhältnisse sehr teuren München wohne man kaufkraftbereinigt günstiger als in Wien.

Quelle: SN

Aufgerufen am 25.09.2018 um 03:03 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wie-die-mieten-gestiegen-sind-1179730

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