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Wie man bei der Studienbeihilfe durchblickt

Laut Arbeiterkammer haben 15 Prozent der österreichischen Studenten Anspruch auf Studienbeihilfe. Aber jeder Zehnte von ihnen verzichtet darauf, weil er keinen Antrag stellt. Wie die bürokratischen Hürden genommen werden können.

Wie man bei der Studienbeihilfe durchblickt SN/fotolia/contrastwerkstatt
Damit Studenten das Lachen nicht vergeht (Symbolbild).

Grundsätzlich kann jeder österreichische Student Studienbeihilfe beantragen. Zusätzlich können auch EU-Bürger sowie "gleichgestellte Ausländer" und Staatenlose, welche bereits mit einem Elternteil für mindestens fünf Jahre in Österreich gelebt haben, diesen Antrag stellen. Studienbeihilfe kann in der Stipendienstelle im Bundesland des Studienorts - falls vorhanden - entweder persönlich oder online beantragt werden. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass der Student an einer österreichischen Universität (öffentlich oder privat), Fachhochschule, Pädagogischen Hochschule oder an einer medizinischtechnischen Akademie als ordentlicher Studierender gemeldet und sozial förderungswürdig ist.

Mehrere Faktoren bestimmen den Aspekt der sozialen Förderungswürdigkeit, etwa das Einkommen der Eltern, die Familiengröße, der eigene Familienstand oder eigene Kinder. So haben Studenten, deren Eltern für zwei weitere Geschwister Unterhalt leisten müssen, gute Chancen auf Studienbeihilfe.

Die Höhe der Förderung

Daniel, dessen Eltern beide Angestellte in einem Lebensmittelgeschäft sind, studiert Geschichte in Salzburg. Er hat vier Geschwister und erhält daher Studienbeihilfe. Dagegen erhält Michael, Publizistikstudent in Wien, der einen Bruder hat und Sohn eines leitenden Beamten ist, keine Beihilfe, da das Gehalt des Vaters zu hoch ist. Denn entscheidend ist die Höhe des Bruttoeinkommens der Eltern. Eine erste Berechnung ist unter stipendienrechner.at möglich. Theoretisch und im sozial förderungswürdigsten Fall stehen dem Studierenden 679 Euro pro Monat zu. Dieser Betrag wird minimiert durch zumutbare Unterhaltsleistungen der Eltern sowie durch ein zu hohes Jahreseinkommen der Studierenden selbst (mehr als 10.000 Euro). "Im Durchschnitt erhielt so ein Beihilfeempfänger im Studienjahr 2014/15 monatlich 408 Euro", erklärt Ruza Undeutsch, Leiterin der Controlling- und Budget-Abteilung der Studienbeihilfebehörde.

Für das Berechnen der Studienbeihilfe gibt es fast immer Sonderregelungen. Der Student muss zur sozialen Bedürftigkeit auch einen "günstigen Studienerfolg" nachweisen können. In den ersten beiden Semestern reicht eine gültige Inskriptionsbestätigung. Ab dem dritten Semester muss der Student belegen können, dass er Prüfungen im Ausmaß von 30 ECTS in den letzten beiden Semestern absolviert hat. Das Studium sollte in der Mindeststudiendauer plus maximal einem zusätzlichen Semester abgeschlossen werden. Ansonsten ist die erhaltene Studienbeihilfe theoretisch zurückzuzahlen, wobei es einige Ausnahmen gibt. Eine weitere Bedingung ist ein Studienbeginn vor dem 30. Lebensjahr (Ausnahmen für Selbsterhalter, Studierende mit Kind, Studierende mit Behinderung sowie Masterstudium). Dabei darf der Studiengang nicht öfters als zwei Mal gewechselt werden - bei einer maximalen Studiendauer von jeweils zwei Semestern. Erhält ein Student Studienbeihilfe, besteht dieser Anspruch auch für eine etwaige Auslandserfahrung im Rahmen des Studiums. Wichtig für einen positiven Bescheid ist der fristgerechte Antrag: Für das Wintersemester kann ein Antrag zwischen 20. September bis 15. Dezember, und für das Sommersemester zwischen 20. Februar bis 15. Mai eingereicht werden. Eine Sonderform der Studienbeihilfe stellt das Selbsterhalterstipendium dar. Dieses ist in der Regel nach mindestens vier Jahren Berufstätigkeit mit einem Bruttojahresverdienst von zumindest 7272 Euro zu beantragen, wobei die Höhe wieder variiert.

Die verschiedenen Stipendien

Neben der Studienbeihilfe gibt es in Österreich auch die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen. Nach mindestens vier Jahren mit einem Bruttojahresverdienst von zumindest 7272 Euro besteht ein Anspruch auf ein Selbsterhalterstipendium, wobei die Höhe wie bei der Studienbeihilfe variiert. Daneben gibt es auch ein sogenanntes Mobilitätsstipendium, welches ein Studium an einer Universität im EWR-Raum bzw. der Schweiz zur Gänze ermöglicht.

Ein Leistungsstipendium belohnt jene Studenten, die mit einem Notenschnitt von maximal 2,0 ihr Studium in der Mindeststudiendauer plus höchstens ein Semester abschließen. Der Förderbetrag von 750 bis 1500 Euro dient der "Anerkennung hervorragender Studienleistungen" sowie der "Förderung wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeiten". Das Förderungsstipendium ist höher dotiert, wobei hier nach strengen Kriterien das Stipendium von der jeweiligen Bildungseinrichtung ausgeschrieben und verteilt wird.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.08.2018 um 04:02 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wie-man-bei-der-studienbeihilfe-durchblickt-1009012

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