Schlagzeilen

Wiedereinstieg nach Karenz

Der Wiedereinstieg nach einer Babykarenz verläuft vor allem für Frauen vielfach nicht ohne Hürden. Es ist daher wichtig, den Wiedereinstieg genau zu planen und sich im Vorfeld darüber zu informieren.

 SN/bilderbox.com

Die Beratungsfälle der Arbeiterkammer belegen, dass es häufig zu verschlechternden Versetzungen beim Wiedereinstieg kommt: Eine weniger qualifizierte Tätigkeit oder ein weit entfernter Arbeitsort wird bestimmt. Aber auch Arbeitszeiten, die mit der Kinderbetreuung nicht übereinstimmen, machen den Wiedereinstieg zum Teil unmöglich: Laut einer Elternbefragung des Österreichischen Instituts für Familienforschung arbeiten ein Drittel aller Frauen und 20 Prozent aller Männer mit Kindern bis vier Jahre in einem Kleinbetrieb (bis 20 Beschäftigte) - und sind daher vom Recht auf Elternteilzeit ausgeschlossen. Nach wie vor gibt es leider auch eine geringe Akzeptanz für Väter, die Karenz, Elternteilzeit oder Pflegefreistellung in Anspruch nehmen oder nehmen wollen.

Fünf Tipps für einen gelungenen Wiedereinstieg:
• Es ist wichtig, während der Karenz aktiv mit dem Betrieb in Kontakt zu bleiben, zumal dies die Rückkehr in den Job erleichtert. Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger sollen ihre Abteilung, den Betriebsrat oder das Personalbüro ersuchen, sie über wichtige Betriebsgeschehnisse zu informieren, etwa durch Zusendung der Betriebs- oder Mitarbeiterzeitung oder durch Einladung zu Veranstaltungen oder Weiterbildungen. Ein Kontakthalten mit dem Betrieb ist auch im Falle eines möglichen Konkurses zu empfehlen. Sofern es zu einem Konkurs kommt, ist zwecks Sicherung der Ansprüche sofort mit dem Masseverwalter Kontakt aufzunehmen.
• Es besteht die Möglichkeit, während der Karenz einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen, ohne den Kündigungsschutz zu gefährden. Im Jahr 2016 können so bis zu 415,72 Euro brutto (Geringfügigkeitsgrenze) pro Monat verdient werden.
• Weiters ist zu empfehlen, sich rechtzeitig um einen Kinderbetreuungsplatz umzusehen. Es sollte schon im Vorfeld überlegt werden, wie lange die berufliche Unterbrechung dauern soll und mit welchem Arbeitszeitausmaß dann wieder in den Beruf eingestiegen wird.
• Spätestens vier Monate vor Ende der Karenz sollte mit dem Betrieb Kontakt aufgenommen werden - auf jeden Fall, wenn nach der Karenz eine kürzere Arbeitszeit gewünscht wird (Elternteilzeit). Der gesetzliche Anspruch auf Karenz dauert höchstens bis zum Ablauf des 2. Lebensjahres des Kindes. Der 2. Geburtstag des Kindes wäre somit der erste Arbeitstag.
Eine Karenzierung über den 2. Geburtstag hinaus ist grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich und sollte schriftlich vereinbart werden.
• Ist unklar, ob und wie sich Beruf und Familie vereinbaren lassen, können sich Wiedereinsteigerinnen an die Beratung der Arbeiterkammer wenden, an eine arbeitsmarktpolitische Frauenberatungsstelle wie beispielsweise Frau & Arbeit oder das AMS.

Stephanie Posch ist Leiterin des Jugendreferats in der Arbeiterkammer Salzburg.
Mehr im Internet-Blog auf www.bildungsbuch.at

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2018 um 03:27 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/wiedereinstieg-nach-karenz-491404

Schlagzeilen