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Zivildienst als Berufseinstieg

Zivildiener sind gefragt. Oft bleiben sie den Einrichtungen als hauptamtliche oder ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten.

Die Leiterin der Laube St. Johann Brigitte Buchacher, der Zivildiener Christoph Strubegger im Dienst-Kastenwagen und Sozialbetreuer Thomas Prommegger SN/brinek
Die Leiterin der Laube St. Johann Brigitte Buchacher, der Zivildiener Christoph Strubegger im Dienst-Kastenwagen und Sozialbetreuer Thomas Prommegger

Tausende Kilometer spulte Christoph Strubegger in den vergangenen Monaten mit dem Kastenwagen der Laube, einem großen Fiat, ab. Verschiedenste Lieferdienste gehören zu einer der Hauptaufgaben des Zivildieners. Daneben verbringt er viel Zeit im Laube-Tageszentrum, kümmert sich um Klienten oder arbeitet im Produktionsbereich mit. "Ich habe es noch keine Sekunden bereut, dass ich meinen Zivildienst hier ableiste. Diese Arbeit macht Sinn, auch habe ich mich im Team sofort aufgenommen gefühlt", so der 19-jährige St. Johanner. Sein Zivildienst in der Laube endet am 30. Juni. Einen Nachfolger für Strubegger hat die Laube bis dato noch nicht gefunden. "Der Termin mit Dienstbeginn 1. Juli ist nicht so beliebt. Viele wollen beispielsweise nach der Matura noch ein paar Monate frei, bevor sie mit dem Zivildienst anfangen", erklärt Laube-Leiterin Brigitte Buchacher und ergänzt: "Interessenten können sich gerne bei mir melden. "

Gut 15.000 junge Männer, davon knapp 1000 in Salzburg, haben sich im Jahr 2016 für den Zivildienst entschieden. Das sind bundesweit schon fast die Hälfte aller Wehrpflichttauglichen eines Jahrgangs. Die Zivildienstpflichtigen können online angeben, welche ihre Wunscheinrichtung und welcher ihr Wunschtermin sind. "Das bedeutet aber nicht, dass man diesen Platz tatsächlich erhält", erklärt Ferdinand Mayer, der Leiter der Zivildienstserviceagentur. Sinnvoll ist auf jeden Fall eine direkte Vorsprache bei der jeweiligen Wunscheinrichtung. "Je kleiner und beliebter eine Einrichtung ist, desto schwerer bekommt man einen Platz, so Mayer. Er nennt als Extrembeispiel die Konrad Lorenz-Forschungsstelle in Grünau. "Da bewirbt sich jeder biologieaffine Maturant, natürlich werden nicht so viele gebraucht." Zivildiener können auch zu Einrichtungen zugewiesen werden, die nicht ihren Wünschen entsprechen, das ist nicht von vornherein negativ. Es kommt nicht selten vor, dass Zivildiener, die große Vorbehalte hatten, Gefallen an ihrer Aufgabe finden und sich dann für einen Beruf im Sozialbereich entscheiden oder ehrenamtlich mitarbeiten. Vorbehalte gab es bei Thomas Prommegger, nun Sozialbetreuer bei der Laube, ohnehin nie. Er hat sich bewusst für den Zivildienst in der Laube entschieden, das war 2010. Danach hat er die Ausbildung zum Sozialbetreuer absolviert und ist seither bei der Laube.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.09.2018 um 01:38 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/zivildienst-als-berufseinstieg-410806

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