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Zwiebeln sollen jetzt in die Erde

Vom penetranten Geruch, bei dem auch Wühlmäuse das Weite suchen.

Zwiebeln sollen jetzt in die Erde SN/schmeikal
Die Qual der Wahl: Tausende Tulpensorten werden in 15 Klassen eingeteilt. Das sind aber nur die Zuchtformen. Dazu kommen noch über hundert Wildformen, die aber oft nicht gartentauglich sind.

Schön langsam darf man daran denken, die Blumenzwiebeln in die Erde zu bringen. Der Riesenzierlauch (Allium giganteum) weckt im Frühling immer Begehrlichkeiten, wenn er auf den Kreisverkehren der Stadt zu blühen beginnt. Dann bekommt man ihn aber nicht, denn als blühende Pflanze wird er nicht angeboten.

Jetzt gehören (die ebenfalls riesigen) Zwiebeln in die Erde. Ein ebenfalls "großkopferter" Lauch, der Sternkugellauch (Allium christophii), hat hingegen am unteren Ende eine mäßig große Zwiebel, fast möchte man sagen, nur ein Zwieberl. Dass man so kleine Zwiebeln mit 30 Zentimeter Abstand voneinander pflanzen muss, erklärt sich mit den Blütendurchmessern von mehr als 25 Zentimeter.

Auf den feuchten, nährstoffreichen, sonnigen Wiesen unter den Barmsteinen, am Fuschlsee oder auch am Nockstein blühen sie schon seit August. Laut Lehrbuch ist Ende September die Blütezeit vorbei, aber dank der kühlen Witterung findet man immer noch blühende Exemplare der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Ohne Blätter kommen die Blütenkelche jetzt daher, die Blätter werden im Frühling "nachgereicht" und manchmal als vermeintlicher Bärlauch gepflückt und verspeist.

Optisch dem Krokus sehr ähnlich, haben die beiden, botanisch gesehen, nichts miteinander zu tun. Möchte man die hübschen Herbstblüher im Garten ansiedeln, müsste man Zwiebeln im Juli pflanzen. Nur werden sie da quasi nicht angeboten. Dafür bekommt man jetzt im Herbst ab und zu blühende Exemplare im Topf, die sich - einen sonnigen und feuchten Standort vorausgesetzt - im Garten problemlos etablieren. Auch züchterisch ist die Herbstzeitlose schon bearbeitet: es finden sich gefüllt blühende und rosarote Sorten.

Abseits von Krokus, Tulpe und Narzisse tummelt sich dann noch Puschkinia, eine entzückende kleine Zwiebelblume, weiß, mit hellblauen Streifen. Der Schneestolz (Chionodoxa) sieht wie ein größeres Blausternchen aus, und verwildert wie dieses im Garten. Auch nur "Zwieberl" haben Tulipa linifolia "Little Beauty", eine zwar nur zehn Zentimeter große, dafür mehrblütige Wildtulpe oder Crocus chrysanthus, ein botanischer Krokus, der zwar kleinere Blüten hat als die großblumigen Hybriden, diese dafür aber überholt, was die Blütezeit betrifft. Faustgroße Zwiebeln mit einem wirklich penetranten Geruch haben dagegen die Kaiserkronen, denen nachgesagt wird, Wühlmäuse zu vertreiben. Wer einmal diesen Geruch in der Nase hat, kann es verstehen, dass Wühlmäuse hier das Weite suchen. Heikle Zwiebeln wie jene von Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblume und Winterling darf man nicht im Sackerl liegen lassen, sondern muss sie sofort unter die Erde bringen. Sie veratmen ihre Energie in wenigen Tagen und treiben dann im Frühling nicht mehr aus.

Ob Sie nun bei Tulpe & Co. bleiben, oder es mit Zierlauch und Herbstzeitlose probieren: Jetzt ist jedenfalls ein idealer Zeitpunkt für die Pflanzung!

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 03:53 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/zwiebeln-sollen-jetzt-in-die-erde-979297

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