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Bogner-Strauß: Mehr gesunde Lebensjahre für Frauen

In Sachen Frauengesundheit gehe es vor allem darum, Frauen zu mehr gesunden Lebensjahren zu verhelfen. Dies erklärte Donnerstagabend Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) bei den Praevenire-Gesundheitstagen in Seitenstetten (NÖ).

Juliane Bogner-Strauß. SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Juliane Bogner-Strauß.

"Wir haben fünf Jahre mehr Lebenserwartung als die Männer. Aber die Frauen haben viel mehr Lebensjahre bei schlechter Gesundheit als die Männer", sagte Bogner-Strauß. Ob bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder auch zum Beispiel bei Depressionen, Frauen seien länger und öfter betroffen. So liege die Häufigkeit von Depressionen bei Frauen bei etwa 26 Prozent, bei Männern etwa bei der Hälfte dieses Wertes. Frauen würden auch noch immer zu selten Vorsorgeuntersuchungen, zum Beispiel die Mammografien, nutzen.

Fehlverhalten bzw. falsche Konzepte von Gesundheit und physischer Situation stellten sich oft schon bei Mädchen und Pubertierenden ein. 80 Prozent der jungen Frauen seien mit ihrer Figur nicht zufrieden. "60 bis 80 Prozent wollen abnehmen", sagte die Ministerin mit Hinweis auf Umfragen. Hier würden sich die heranwachsenden weiblichen Jugendlichen einem falschen Selbstverständnis und Körperbild ausliefern.

Frauen hätten auch oft Gewalterfahrungen. "Wir haben in diesem Jahr in Österreich bereits 15 Frauenmorde gehabt. Damit sind wir EU-weit an der Spitze", erklärte Bogner-Strauß. Die meisten dieser Bluttaten spielten sich im familiären oder sozialen Umfeld ab. In Österreich hätten Frauen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren in einer Umfrage zu 20 Prozent angegeben, im Alter ab 15 Jahren Gewalt erlebt zu haben.

Das Gewaltschutzpaket der türkis-blauen Koalition solle auch Auswirkungen auf die Frauengesundheit haben, betonte die Ressortchefin. Sie nannte dazu beispielsweise die geplante Meldepflicht für Genitalverstümmelungen. Es gehe aber auch darum, das Problem des geringen Anteils angezeigter Vergewaltigungen und die daraus resultierende geringe Zahl von Verurteilungen anzugehen.

Bogner-Strauß will erreichen, dass häuslicher Gewalt ausgesetzte Frauen in Zukunft bundesländerübergreifend in Frauenhäusern untergebracht werden können, um räumliche Distanz zu den Gewalttätern zu schaffen. Die Einrichtung von Übergangswohnungen solle gewährleisten, dass die Opfer nicht mehr zu ihren Peinigern zurückkehren müssten. "Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt gibt es derzeit nur in fünf Bundesländern. Wir werden das auf alle neun Bundesländer ausdehnen", kündigte die Ministerin an.

Quelle: APA

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