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#12 Sarah Untner über Nachbarschaftskriege und wie wir in Zukunft zusammenleben werden

Ob Kindergartenplatz oder ein Bankerl im Schatten: Sarah Untner unterstützt Bewohner und Bauträger dabei, einen Ort lebenswerter zu gestalten. Im Podcast spricht sie über gute Raumplanung, schlechte Nachbarschaften und die Herausforderungen der Zukunft.

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Die gefragte Frau Katharina Maier
Sarah Untner weiß, was gute Nachbarschaften ausmacht.  SN/raumsinn/patrick bauer
Sarah Untner weiß, was gute Nachbarschaften ausmacht.

Immer mehr Menschen leben auf immer weniger Platz zusammen. Damit Konflikte nicht vorprogrammiert sind, arbeiten Experten und Expertinnen wie Sarah Untner bei der Entstehung von neuen Bauprojekten mit. Die 41-jährige Salzburgerin ist Soziologin, Kommunikationswissenschafterin und Mediatorin. Sie begleitet mit ihrem Unternehmen "Raumsinn" große Wohnvorhaben aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Was brauchen Bewohner, um friedlich und zufrieden zusammen leben zu können? Darüber spricht sie in einer neuen Folge des SN-Podcasts "Die gefragte Frau".

Sarah Untner hat schon mehrere Wohnprojekte begleitet, unter anderem das Stadtwerk Lehen. Bei neuen Bauvorhaben drängen sich neben architektonischen Fragen längst auch soziale Themen auf, weiß sie. Das können zusätzliche Kindergartenplätze sein, eine passende soziale Durchmischung im Wohnblock oder schlicht und einfach ausreichend Schattenplätze auf den Allgemeinflächen.

Nachbarschaften hätten sich im Vergleich zu früher stark verändert, erzählt Sarah Untner im Podcast. "Die Leute reden nicht mehr miteinander", beobachtet sie. Das spiegle sich auch in der Art und Weise wider, wie manche Wohnprojekte gebaut sind: "Du fährst mit dem Auto in die Tiefgarage, steigst in den Lift und bist in der Wohnung. Du musst deinen Nachbarn gar nicht mehr begegnen." Dennoch komme es immer noch zu Nachbarschaftsstreitigkeiten: "Eine Nachbarschaft ist in der Regel eine Zwangsgemeinschaft. Man kann sich nicht aussuchen, wer neben einem lebt. Da können schon die kleinsten Dinge zu Konflikten führen", sagt Untner.

Wie gelingt also gutes Zusammenleben? Sarah Untner plädiert unter anderem dafür, dass sich Bewohner von Wohnprojekten schon vor dem Einziehen kennenlernen. Durch Begegnungen - etwa bei Festen oder Workshops - ließen sich lebenslange Nachbarschaftskriege vielleicht schon verhindern, bevor sie überhaupt begonnen hätten. Davon abgesehen sei es wichtig, die Bewohner bei der Gestaltung des Wohnraums einzubinden und sie zu fragen, was sie brauchen. "Gerade mit Kindern und Jugendlichen funktioniert das sehr gut", weiß Untner aus Erfahrung.

In der neuen Podcast-Folge "Die gefragte Frau" erzählt Sarah Untner von ihrer Arbeit und wirft einen Blick in die Zukunft: Wie werden wir zusammenleben, wenn wir immer weniger Platz zur Verfügung haben? Und welche Bedürfnisse werden in Zukunft immer wichtiger?

Den SN-Podcast "Die gefragte Frau" hören Sie auf allen gängigen Streaming-Plattformen (iTunes, Spotify, Deezer, etc.) sowie hier auf SN.at!

Aufgerufen am 16.07.2019 um 03:20 auf https://www.sn.at/snin/podcast/die-gefragte-frau-12-sarah-untner-ueber-nachbarschaftskriege-und-wie-wir-in-zukunft-zusammenleben-werden-72866824

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