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#15 Mehr Geburten, weniger Hebammen: Wie sicher ist Kinderkriegen in Salzburg?

Elisabeth Kogler leitet Salzburgs letzte Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit in Abersee. Im Bundesland kommen aber so viele Kinder wie seit 20 Jahren nicht mehr auf die Welt. Können Frauen noch genügend versorgt werden, wenn die Zahl der Hebammen stark rückläufig ist? Warum ist der Beruf für manche nicht mehr attraktiv? Darum geht es in einer neuen Folge des Podcasts "Die gefragte Frau".

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Die gefragte Frau Sabrina Glas
Die 49-jährige Elisabeth Kogler leitet die letzte Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit im Salzburger Land. SN/glas
Die 49-jährige Elisabeth Kogler leitet die letzte Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit im Salzburger Land.

Seit fast 30 Jahren arbeitet Elisabeth Kogler als Hebamme. Vier eigene Kinder und etwa 4000 Kinder anderer Mütter hat sie dabei auf ihrem Weg begleitet. Sie kennt sich im Metier aus wie wenig andere. Im SN-Podcast "Die gefragte Frau" erzählt sie, warum die Rolle des Vaters zu oft unterschätzt wird, warum der Job einer Hebamme für viele nicht mehr attraktiv ist und diskutiert ethische Fragen: Wie viel Mitspracherecht haben Väter? Wo hört die Freiheit der Mutter auf und beginnt die Autonomie des Babys?

Anforderungen für Hebammen nehmen zu

Hebammenlehrgänge in Salzburg sind Mangelware: Schon lange besteht die Forderung an die Politik, diese zu erweitern. In Salzburg wird derzeit nur alle drei Jahre ein Lehrgang mit 24 Hebammen angeboten. Gleichzeitig nimmt das Anforderungsprofil für Hebammen zu: Das betreffe vor allem organisatorische Dinge. "Die Gespräche vor einer Geburt wurden in den Mutter-Kind-Pass aufgenommen oder der Anspruch auf acht Wochen Nachsorge", sagt die 49-Jährige. Und dazu käme, dass viele Hebammen heutzutage skeptisch seien, wie sie den Job mit dem Privatleben vereinbaren könnten.
Im Bundesland Salzburg gibt es nur noch eine Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit - in Abersee im Salzkammergut. Unter besonderen Voraussetzungen und Sicherheitsvorkehrungen können Frauen dort in der Praxis von Elisabeth Kogler gebären. Kogler erzählt vom Alltag in der Hebammenpraxis und erzählt von einer Hausgeburt in einem 500 Jahre alten Bauernhaus: Das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, auch noch vielen tausenden Babys, eine friedliche Geburt in einem so schönen, alten Haus zu erleben."
Im Podcast erzählt sie außerdem, wie es war, auf einmal auf der "anderen Seite" zu liegen und selbst Kinder zu bekommen. Sie gibt Tipps zur richtigen Vorbereitung auf eine Geburt, erklärt, warum genügend Bewegung auch vor der Geburt wichtig ist und klärt die Frage, wie es möglich ist, warum Frauen in einer solchen Extremsituation auch noch die letzten Reste an vorhandenen Energien mobilisieren können.

Den SN-Podcast "Die gefragte Frau" hören Sie auf allen gängigen Streaming-Plattformen (iTunes, Spotify, Deezer, etc.) sowie hier auf SN.at!

Aufgerufen am 17.09.2019 um 01:11 auf https://www.sn.at/snin/podcast/die-gefragte-frau-15-mehr-geburten-weniger-hebammen-wie-sicher-ist-kinderkriegen-in-salzburg-74602759

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