SNin

"Tief verwurzelte Frauenfeindlichkeit": Vorwürfe gegen Victoria's Secret

Bei Dessous-Label Victoria's Secret sollen Belästigung und Mobbing an der Tagesordnung gewesen sein. Es gab auch Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

Der berühmte Dessous-Hersteller Victoria’s Secret ist mit Vorwürfen der Belästigung und des Mobbings konfrontiert. SN/dapd
Der berühmte Dessous-Hersteller Victoria’s Secret ist mit Vorwürfen der Belästigung und des Mobbings konfrontiert.

Die "New York Times" (NYT) hat hinter die Kulissen des Dessous-Labels Victoria's Secret geschaut und eine "tief verwurzelte Kultur von Frauenfeindlichkeit, Mobbing und Belästigung" vorgefunden. In Interviews mit mehr als 30 Personen, darunter auch ehemalige Models, kamen schwere Vorwürfe zutage. Diese trafen vor allem Ed Razek, jahrzehntelang Topmanager bei L Brands, der Muttergesellschaft von Victoria's Secret. Er soll versucht haben, Models auf den Mund zu küssen, und sie gebeten haben, sich auf seinen Schoß zu setzen. Bei einer Modenschau im Jahr 2018 soll er einem Model in den Schritt gefasst und auch das Supermodel Bella Hadid belästigt haben. Razek war für die Victoria's-Secret-Modenschau zuständig. Im Vorjahr verließ er das Unternehmen freiwillig, dessen Image immer schlechter geworden war.

Führungskräfte sagten der NYT, sie hätten Firmengründer Leslie Wexner über die Vorwürfe informiert. Das soll zwar keine Folgen für Razek, aber für die Mitarbeiter gehabt haben. So sagte ein Model, sie sei nicht mehr für Modenschauen gebucht worden, nachdem sie Razeks Avancen zurückgewiesen habe.

Leslie Wexner wurde vorgeworfen, sich immer wieder frauenfeindlich geäußert zu haben. Im Vorjahr wurde seine Verbindung zu Jeffrey Epstein bekannt, der das Vermögen Wexners verwaltet hatte. Laut NYT soll Epstein von 1995 bis 2006 angehenden Models vorgemacht haben, er könne ihnen zu Jobs verhelfen. Er lud sie zu Proben ein, dabei soll es zu mindestens zwei Übergriffen gekommen sein. Eine Sprecherin von L Brands erklärte laut NYT, das Unternehmen sei "stark auf Unternehmensführung, Arbeitsplatz- und Compliance-Praktiken fokussiert" und habe "bedeutende Fortschritte gemacht". Man bedauere jeden Fall, in dem diese Ziele nicht erreicht worden seien, und werde sich voll und ganz für eine kontinuierliche Verbesserung und vollständige Rechenschaftspflicht einsetzen. Razek wies die Vorwürfe per Mail zurück.

Quelle: SN

Aufgerufen am 01.10.2020 um 04:11 auf https://www.sn.at/snin/tief-verwurzelte-frauenfeindlichkeit-vorwuerfe-gegen-victoria-s-secret-82976254

karriere.SN.at

Kommentare

Schlagzeilen