Die WM-Chance kommt so rasch nicht wieder

Nach der 0:1-Niederlage gegen Wales ist der WM-Zug für Österreich abgefahren.

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Standpunkt Gerhard Öhlinger
Geschenke wie diesen Tormann-Ausflug nahmen die Österreicher um Marko Arnautovic in Wales nicht an.  SN/GEPA pictures
Geschenke wie diesen Tormann-Ausflug nahmen die Österreicher um Marko Arnautovic in Wales nicht an.

Eine so gute Gelegenheit wie diesmal, endlich wieder einmal bei der Endrunde dabei zu sein, wird so rasch nicht wieder kommen.

Die WM-Qualifikation 2018 wird aus österreichischer als eine Serie an verpassten Gelegenheiten in Erinnerung blieben.

Schon das Los meinte es gut mit den Österreichern, als kein unbezwingbarer Riese in die Gruppe kam. Tatsächlich präsentierten sich Wales und Serbien im Herbst dann als schlagbar, doch heraus kam aus den beiden Partien nur ein Punkt.

Auch beim 1:1 in Irland war ein Sieg drin, doch nach einer guten ersten Halbzeit ließ sich das ÖFB-Team das Spiel aus der Hand nehmen.

Ins Match in Wales gingen Alaba und Co. mit dem Wissen, dass Irland beim 1:1 in Georgien Punkte liegen hat lassen.

Selbst die anderen hätten also für uns gespielt. Nur Österreich selbst nicht.

Die Waliser mögen EM-Halbfinalist sein, zu sehen war davon am Samstagabend nichts. Die Österreicher nahmen diese Vorlage nicht an.

Was vor allem an der fehlenden Durchschlagskraft in der Spitze liegt. Einen Marc Janko in seiner besten Form kann dieses Team nicht ersetzen.

All das schmerzt umso mehr, als die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Weg zur WM nach Russland da gewesen wären.

Ein Team mit viel Erfahrung, das seit Jahren eingespielt ist und zahlreiche Akteure mit Praxis in den großen Ligen Europas.

Aber die Teile des Erfolgspuzzles der souveränen EURO-Qualifikation passten zuletzt nicht mehr so gut zusammen.

Leistungsträger wie Marc Janko, David Alaba oder Zlatko Junuzovic schwächelten oder waren verletzt, neue Hoffnungen wie Marcel Sabitzer oder Alessandro Schöpf fielen mit dem Adler auf der Brust um zwei Klassen gegenüber ihren Leistungen im Club zurück.

Die aktuelle Generation der Teamstützen hat die 30 schon überschritten oder ist knapp davor.

Die Junuzovics, Harniks und Prödls müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr größter Erfolg das Erreichen einer EURO-Endrunde bleibt, bei der dann alles schief ging.

Was mit dem vierten Platz bei der U20-Weltmeisterschaft 2007 und großen Hoffnungen begann, endet mit der bitteren Erkenntnis, dass es weiter warten heißt auf ein Team, das mit der Weltspitze mithalten kann.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 05:40 auf https://www.sn.at/sport/die-wm-chance-kommt-so-rasch-nicht-wieder-17005936

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