Eishockey

Der Leitwolf hat noch Hunger

Mit dem heutigen Testspiel beim Schweizer Topteam Fribourg-Gottéron beginnt für Salzburg die Eishockeysaison. Für Kapitän Matthias Trattnig wird es das zwölfte Jahr im Volksgarten sein.

Der Leitwolf hat noch Hunger SN/gepa pictures/ felix roittner
Vor vier Monaten noch gemeinsam bei der Meisterfeier, am Freitag schon Gegner: Matthias Trattnig (li.) und Trainer Dan Ratushny, jetzt Lausanne.

Wie viele Partien er denn schon für Eishockeymeister Red Bull Salzburg bestritten habe, wollten die SN von Kapitän Matthias Trattnig wissen - und da musste sogar er nachdenken. "Puuh, so 600 bis 700 werden es schon sein." Die Wahrheit liegt exakt in der Mitte: Es sind 650 Pflichtspiele, 483 im Grunddurchgang, 129 im Play-off und 38 im Europacup.

Nun beginnt Matthias Trattnig seine zwölfte Saison in Salzburg und "das Feuer brennt immer noch", wie er sagt. Dass es zwölf Saisonen geworden sind, sei auch Ex-Trainer Pierre Pagé zu verdanken. "Er hat mich damals vom Stürmer zum Verteidiger gemacht und diese Position kann man länger spielen. Außerdem bin ich da effektiver und es macht auch mehr Spaß."

Das klingt ja fast altersmilde. "Es war eine emotional aufregende Zeit mit Pagé, aber man muss auch sagen: Die zwei Eishallen in Liefering, in denen wir jetzt trainieren, gäbe es ohne seine Visionen nicht."

Und dass es schon am Freitag gegen einen anderen Ex-Trainer (Dan Ratushny) geht, mit dem er noch im April den Titel gefeiert hat, interessiert ihn auch nicht. "In der Phase der Vorbereitung ist man froh, wenn man das Spiel übersteht, da bleibt keine Zeit für irgendwelche Gedanken." Zumal schon in einer Woche ein ungewöhnlich früher Saisonhöhepunkt ansteht: In der Champions Hockey League empfängt Salzburg die Sheffield Steelers (Samstag, 20. August). Denn das frühe Ausscheiden in den letzten beiden Europacup-Jahren schmerzt heute noch. "Heuer wollen wir wieder einmal bis November oder noch länger spielen", sagt er. Im November steigt das Achtelfinale. Ein Sieg über Sheffield wäre da schon die halbe Miete. "Es ist gut, dass es so schnell losgeht, da hat man gleich vom ersten Training weg den Fokus auf das erste wichtige Spiel."

Zumal sich bei Salzburg auch eine neue Verteidigung einspielen muss: Gleich drei Legionäre (Bobby Raymond, Mark Flood, Mathieu Roy) kamen neu, zusammen mit Zdenek Kutlak setzt Salzburg auf vier Legionäre in der Defensive. Ist das nicht ungewöhnlich? "Mag sein, aber wir haben mit Fahey und Heinrich auch zwei sehr starke Spieler verloren und wir brauchen in unserem Spiel auch etwas Körper." Nett formuliert, die Rolle des Aufräumers ist dem von den Hamburg Freezers gekommenen 97-Kilo-Mann Roy (33) zugedacht. "Er ist eher der rustikale Typ, das sieht man."

Was sonst noch neu ist vor dem Saisonbeginn? "Wenig. Ein paar neue Spieler in der Kabine, aber das ist ja auch nicht neu."

Alt sind die Ziele. "Na ja, seit ich in Salzburg bin, gibt es im Eishockey eh nur ein Ziel." Den Titel. "Wobei: Heuer könnten wir zum dritten Mal hintereinander den Liga-Titel holen. Das wäre neu."

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