EC Red Bull Salzburg

Wenn selbst ein 3:0 nicht mehr reicht

Salzburg macht einen kleinen Schritt aus der Krise − dank Herburgers Siegtor in der Verlängerung.

Florian Baltram zeigte eine starke Leistung und lieferte einen schönen Assist. SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Florian Baltram zeigte eine starke Leistung und lieferte einen schönen Assist.

Es ist geschafft: Eishockey-Meister Red Bull Salzburg hat den ersten Sieg seit 29. Jänner eingefahren und wurde dafür von den erstaunlich dankbaren und geduldigen Fans auch noch gefeiert: Doch das 4:3 nach Verlängerung gegen den HC Bozen bei der Neuauflage des letztjährigen Meisterfinales war hart erkämpft − und das völlig unnötiger Weise.

Salzburg begann nach der jüngsten Talfahrt sichtlich ambitioniert, war um Gutmachung bemüht − und wurde für den Einsatz und das Spiel belohnt. Raphael Herburger in seiner neuen Rolle als Center traf zum 1:0, Peter Hochkofler legte eineinhalb Minuten später zum 2:0 nach. Damit ging es in die erste Drittelpause. Zurück auf dem Eis traf Chris VandeVelde zum 3:0 − zu diesem Zeitpunkt spielte nur Salzburg und Bozen schien reif für eine Packung. Doch innerhalb weniger Minuten kam alles ganz anders: Keeper Steve Michalek wollte in Überzahl das Spiel schnellmachen, doch sein Pass landete genau auf dem Schläger des vor ihm stehenden Anton Bernard − und schon stand es nur mehr 1:3. Plötzlich waren Salzburgs Überlegenheit und der Spielwitz weg, es flatterten die Nerven und in der Defensive gab es wieder die üblichen Blackouts. Genau zehn Minuten nach dem 3:0 stand es 3:3 und Salzburgs Albtraum schien sich fortzusetzen. Bis John Hughes in der Nachspielzeit Herburger mit einem herrlichen Pass auf die Reise schickte und der zum 4:3 traf.

"Wir haben uns das Leben unnötig schwer gemacht. Nach dem 3:0 haben wir aufgehört zu spielen, haben wieder die Fehler gemacht, die uns schon das ganze Jahr das Genick brechen", meinte Herburger, der nun das neue bescheidene Saisonziel ausgegeben hat: "Wir müssen Rang vier holen, der bringt wenigstens das Heimrecht im Viertelfinale." Dazu muss Salzburg am Sonntag im Heimspiele gegen Schlusslicht Fehérvár drei Punkte nachlegen. "Das wird wieder harte Arbeit und da muss jeder seine beste Leistung abrufen", meint Coach Greg Poss.

Aber war das für ihn der erste Schritt aus der Krise? Die Antwort des Trainers fiel zurückhaltend aus: "Es war wieder einmal ein Sieg und es war spielerisch besser als in der letzten Woche."

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