Eishockey

Eishockey-Finale: Der Herr der Hartgummischeibe

Bei den zwei bevorstehenden Finalspielen im Hexenkessel von Bozen wird Bernhard Starkbaum zwangsläufig in den Fokus rücken. Eine Aufgabe, auf die er sich freut.

Den Puck konzentriert im Visier: Salzburg-Goalie Bernhard Starkbaum. SN/gepa pictures
Den Puck konzentriert im Visier: Salzburg-Goalie Bernhard Starkbaum.

Es ist der Ritterschlag für jeden Eishockey-Torwart: ein Abend ohne Gegentor, auch "shutout" genannt. Ein solches gelang Bernhard Starkbaum im zweiten Finale Salzburg gegen Bozen, das 3:0 für Salzburg endete. "Schön für einen Keeper, aber so etwas ist nur möglich, wenn das ganze Team gut arbeitet und verteidigt, insofern ist es also eine Teamleistung", sagt Starkbaum.

Der Schlussmann der Salzburger wird in den nächsten beiden Finalspielen in Bozen (Donnerstag und Freitag) fast zwangsläufig in den Fokus rücken, denn "daheim wird Bozen ungleich aggressiver und offensiver agieren als in den Auswärtsspielen", wie Trainer Greg Poss glaubt. Dazu haben die Bozner in jedem Spiel 7200 heißblütige Fans in der "Eiswelle" (das Stadion wurde einst für die WM 1994 gebaut) im Rücken. Alles Dinge, die einem Respekt abringen können, auf die sich der Keeper aber freut. "Die Stimmung in den Play-offs ist immer toll, in Bozen wird sie aber ganz besonders sein. Das ist Motivation pur und sollte uns alle nur noch mehr anspornen." Bekommt er als Torhüter überhaupt etwas mit von den Dingen außerhalb der Eisfläche? "Natürlich ist man so konzentriert, dass man viele Dinge von außerhalb nicht wahrnimmt, aber der Lärm ist unüberhörbar."

In seiner zweiten Saison in Salzburg hat sich Starkbaum eindeutig zur Nummer eins im Tor entwickelt - eine Rolle, die er aber auch eingefordert hat, als er 2016 nach vier Jahren in Schweden nach Österreich zurückgekehrt ist. "Dabei ist es unerheblich, ob man die Nummer eins oder die Nummer zwei ist, jeder Goalie muss bereit sein." Gerade im ersten Jahr hatte Starkbaum Startschwierigkeiten, wirkte anfangs auch nicht richtig fit - aber derzeit empfiehlt er sich für eine Vertragsverlängerung (sein Kontrakt läuft mit Saisonende aus) und auch als Nummer eins für das Team bei der WM in Kopenhagen.

Zurück zu Bozen: Das gilt als Team, das äußerst effizient agiert, nicht viele Chancen für ein Tor braucht - nur: Was macht so ein Team anders? "Sie sorgen für sehr viel Verkehr vor dem Tor, das machen sie sehr geschickt. Auch im Powerplay stehen zwei Mann direkt vor dem Tor, um dem Keeper die Sicht zu nehmen."

Dass auf ihn richtig Arbeit zukommt, das könnte sogar ein kleiner Vorteil sein: "Es ist immer gut für einen Torhüter, wenn er permanent beschäftigt ist und nicht nur alle paar Minuten einen Schuss bekommt." Da muss er sich die nächsten Tage wenig Sorgen machen. Bei den Salzburgern pflegte man gestern diverse Blessuren, welche Spieler zurückkommen könnten oder neu ausfallen, war noch unklar.

Mit seinem Assist zum 2:0 und dem Tor zum 3:0 hat sich übrigens John Hughes ganz nah an die Torschützenkrone herangepirscht. Hughes hält aktuell bei 78 Punkten (20 Tore, 58 Assists), vor ihm sind nur noch Corey Locke (80), Brian Lebler (beide Linz/79) und Rafael Rotter (Vienna Capitals/79) - die aber alle nicht mehr im Einsatz sind.

Für Salzburger Fans gibt es am Freitag für Finale vier wieder ein Public Viewing im Mozartkino, veranstaltet von Servus TV und den "Salzburger Nachrichten". Wer noch ein kostenfreies Ticket will, kann sich unter www.sn.at/reservierung registrieren.

3. Finale: Donnerstag: HC Bozen -
RB Salzburg (20.20).
4. Finale: Freitag: HC Bozen -
RB Salzburg (20.20).
5. Finale: Sonntag: RB Salzburg -
HC Bozen (17.20).

Aufgerufen am 20.11.2018 um 04:36 auf https://www.sn.at/sport/eishockey/eishockey-finale-der-herr-der-hartgummischeibe-26505514

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