Eishockey

Österreichs U20 träumt vom ersten WM-Sieg

Rot-weiß-rotes Nachwuchsteam hat nur Großmächte als Gruppengegner. Salzburgs Akademiespieler stehen auch bei Deutschland hoch im Kurs.

Tim Harnisch (l.) hat bei der U20-WM viel vor.  SN/gepa pictures/ walter luger
Tim Harnisch (l.) hat bei der U20-WM viel vor.

Der vierfache Ex-Weltmeister USA, Vizeweltmeister Russland, der aktuelle WM-Dritte Schweden und Tschechien: Diese Großmächte im Eishockey sind die Gegner der Davids aus Österreich ab 26. Dezember bei der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton, die wie die NHL-Play-offs in einer "Blase" in der Oilers-Heimstätte Rogers Place ausgetragen wird. Kein Wunder, dass Cheftrainer Roger Bader - der Schweizer, ansonsten Headcoach des A-Teams, sprang für den vom Villacher SV nicht freigestellten Ex-Salzburger Marco Pewal ein - die Ziele realistisch ansetzt: "Wir wollen uns so gut wie möglich präsentieren." Nachsatz: "In den ersten drei Spielen wird nichts zu holen sein. Aber vielleicht gelingt gegen Tschechien eine Überraschung." Das wäre im Erfolgsfall der erste Sieg eines ÖEHV-Juniorenteams bei einer A-WM überhaupt, an der man zuletzt 2010 teilgenommen hatte.

Corona machte auch für den ÖEHV die Kaderselektion zur Lotterie. Vier Spieler mussten nach positiven Tests in der Vorbereitung in St. Pölten gestrichen werden, drei als K1-Kontaktpersonen - so fallen die Salzburger Kilian Zündel und Oskar Maier genauso aus wie Anaheims Klagenfurter NHL-Draftpick Thimo Nickl. Teamleader ist der jüngst von Minnesota an Nummer neun des Drafts gezogene Vorarlberger Marco Rossi. Die positive Folge der Pandemie: Durch die Absage aller Weltmeisterschaften unterhalb der Elite gibt es keinen Absteiger - Österreich ist also auch 2021/22 erstklassig.

Zu den Teamstützen wird auch der aus Wr. Neustadt stammende Red-Bull-Stürmer Tim Harnisch zählen, der vor dem bisherigen Karrierehöhepunkt meint: "Mein Ziel ist es, meine Stärken zu beweisen und dem Team zu einer guten WM zu verhelfen. Ich will meine Schnelligkeit ausspielen, aber auch defensiv helfen, Schüsse blocken, viel laufen - der Rest ergibt sich dann von selbst." Humorvoll beschreibt Rossi das gemeinsame Ziel: "Nach dieser WM sollen alle anderen wissen, wo Österreich ist, und uns niemand mit Australien verwechseln." Der Feldkirchner wird übrigens von Edmonton direkt ins Camp zu Minnesota Wild übersiedeln.

Von den 27 ÖEHV-Spielern, die nach Alberta flogen, sind außer Harnisch noch die weiteren Salzburger Lukas Necesany, Philipp Wimmer (beide Abwehr) sowie Maximilian Hengelmüller (Sturm) dabei. Noch größer ist der Anteil von Spielern der Salzburger Akademie im Aufgebot des Deutschen Eishockey-Bundes: Goalie Florian Bugl, Verteidiger Maksymilian Szuber und die Stürmer Manuel Alberg, Jakub Borzecki, Samuel Dubé und Elias Lindner wurden von Headcoach Tobias Abstreiter nominiert - und natürlich Topstar John Peterka, der von RB München an Salzburg ausgeliehene Buffalo-Draft. Wie es mit dem Flügel nach der WM weitergehen wird, beschreibt Salzburgs Headcoach Matt McIlvane so: "Das liegt allein in den Händen der Sabres. Schicken sie ihn nach Europa zurück und nicht ins Trainingslager Buffalos, entscheidet München, wo er weiterspielen wird."

Schade für beide Teams: Der WM-Test in Edmonton (angesetzt für 21. Dezember) zwischen Österreich und Deutschland musste gestrichen werden, da im DEB-Team acht Spieler positiv auf Corona getestet und bis 24. Dezember in Isolation geschickt wurden.
Spielplan Österreich (alle Zeiten MEZ - Alberta -8): 27. 12. 3.30 Uhr USA, 29. 12. 0 Uhr Schweden (live ORF Sport+), 30. 12. 3.30 Uhr Russland, 31. 12. 20 Uhr Tschechien (live ORF Sport+). - Viertelfinale 2. 1., Halbfinale 4. 1., Finale 5. 1.

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