Eishockey

Eishockey: Turnier in Graz als wichtigste "Qualifikation" für WM

Österreichs Eishockey-Nationalteam bestreitet zu Hause gegen drei A-Nationen das letzte Turnier vor der unmittelbaren Vorbereitung auf die B-WM (22. bis 28 April) in Kiew. In Graz geht es kommende Woche bei der Euro Ice Hockey Challenge gegen die Slowakei (9.2.), Norwegen (10.2.) und Frankreich (11.2.) und für einige Teamspieler um einen Platz im WM-Kader.

Teamchef Roger Bader erhofft sich Aufschlüsse.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Teamchef Roger Bader erhofft sich Aufschlüsse.

"Mir ist wichtig, wie sie im Nationalteam spielen. Der Eindruck beim Nationalteam zählt mehr als bei den Vereinen. Wir werden die Tauglichkeit einiger Kandidaten für die WM testen", erklärte Teamchef Roger Bader das Turner quasi zur Qualifikation für Kiew. Der Schweizer hat das ÖEHV-Team bei seinem Debüt als Teamchef im November zu zwei Siegen in Budapest geführt und danach eine Verlängerung bis Saisonende erhalten.

Nun hat er eine routiniertere Mannschaft zur Verfügung, auch wenn mit Stefan Ulmer (Lugano), Thomas Raffl, Dominique Heinrich (beide Salzburg) und Fabio Hofer (Linz) vier erfahrene Spieler abgesagt haben. Dafür wurden die Verteidiger Mario Altmann (Linz), der sein 100. Länderspiel bestreiten wird, und Stefan Bacher (VSV) sowie die Stürmer Mario Huber (Innsbruck) und Florian Baltram (Salzburg) nachnominiert.

"Eine Mannschaft bauen ist wie ein Bild malen", spricht Bader die Entwicklung Schritt für Schritt an. "Wir haben den Grundstock aus dem November belassen, aber einige routinierte Spieler dabei. Jetzt haben wir eine gute Mischung", sagte Bader, der mit Torhüter Lukas Herzog (VSV), Verteidiger Christoph Duller (KAC) und Stürmer Johannes Bischofberger (KAC) drei Team-Neulinge in Graz dabei hat.

Für die WM könnten aber weitere Routiniers dazu kommen. Alter ist "kein Limit, jeder Spieler ist ein denkbarer Kandidat", so der Teamchef. Einer davon ist Torhüter und Deutschland-Legionär Mathias Lange, der zuletzt nicht dabei war. Mit ihm hat Bader ebenso schon Kontakt aufgenommen wie mit anderen langjährigen Teamspielern und den drei NHL-Spielern Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl. Die sind allerdings nur dann Kandidaten, wenn sie mit ihren Vereinen das Play-off verpassen.

In Graz will der 52-Jährige vor allem eine Entwicklung sehen. "Wir haben im November einige neue Prinzipien eingeführt, die wollen wir weiterentwickeln, taktisch einen Schritt vorwärts gehen. Die Spielweise wird mir genauso wichtig sein wie Resultate. Wir wollen schnelles, druckvolles Eishockey spielen, auch wenn es gute Nationen sind", betonte Bader. Die Slowakei wird mit einem jungen Olympia-Team anreisen, Frankreich, im Mai Co-Gastgeber der A-WM, und Norwegen werden mit der besten zur Verfügung stehenden Auswahl kommen.

So richtig ernst wird es aber erst im April in Kiew. "Das Ziel muss sein, den Wiederaufstieg zu schaffen", lautet die Vorgabe von ÖEHV-Präsident Gernot Mittendorfer. Dafür hat der Verbandschef einen hochkarätigen Vorbereitungsgegner gewinnen können. Schweden kommt am 5. (Linz) und 6. April (Wien) zu zwei Testspielen nach Österreich, auch Italien (16. April auswärts, 17. April in Innsbruck) ist ein Gegner in der Vorbereitung.

Für die Frauen stehen die zwei Saisonhöhepunkte vor den Männern auf dem Programm. Von 9. bis 12. Februar geht es für die ÖEHV-Damennationalmannschaft in Japan gegen die Gastgeber und Deutschland, die beide als Favoriten gelten, sowie Frankreich um ein Ticket für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. Von 15. bis 21. April steigt die B-WM in Graz.

Im Frühjahr stehen auch im Verband einige Entscheidungen an. Der Vertrag von Sportdirektor Alpo Suhonen läuft aus und wird nicht verlängert. Mittendorfer und seine Vorstandskollegen diskutieren derzeit eine Änderungen der bestehenden Strukturen (Sportdirektor, Teamchef, Nachwuchschef). Wichtig ist dem Verbandschef dabei die Einbindung österreichischer Trainer. 20 ehemalige Teamspieler absolvieren derzeit die neue Trainerausbildung, die in Kooperation mit dem finnischen Verband auf ein professionelles Niveau gehoben wurde, 20 weitere folgen im nächsten Kurs. "Der mittelfristige Plan ist, dass es in drei bis fünf Jahren wieder einen österreichischen Teamchef gibt", so Mittendorfers Vision.

Noch keinen Zeitdruck gibt es betreffend Kooperation zwischen Verband und Liga (EBEL), der die Zusammenarbeit regelnde Vertrag läuft noch bis Ende der Saison 2017/18. Allerdings will Mittendorfer einige Weichen schon vor Beginn der nächsten Saison stellen. Gespräche mit der EBEL, welche Themen behandelt werden sollen, sind laut Verbandspräsident im Laufen.

ÖEHV-Kader für die Euro Ice Hockey Challenge von 9. - 11. Februar in Graz:

Tor: Lukas Herzog (VSV/0 Länderspiele), David Kickert (Vienna Capitals/25), Bernhard Starkbaum (Salzburg/85)

Verteidigung: Mario Altmann (Linz/99), Stefan Bacher (VSV/38), Christoph Duller (KAC/0), Erik Kirchschläger (Linz/5), Daniel Mitterdorfer (Innsbruck/44), Alexander Pallestrang (Salzburg/39), Markus Schlacher (VSV/40), Martin Schumnig (KAC/77), Layne Viveiros (Salzburg/16), Bernd Wolf (Bern/2)

Sturm: Florian Baltram (Salzburg/3), Johannes Bischofberger (KAC/0), Mario Fischer (Vienna Capitals/42), Manuel Ganahl (KAC/44), Lukas Haudum (Malmö/17), Raphael Herburger (Salzburg/70), Mario Huber (Innsbruck/8), Thomas Hundertpfund (KAC/75), Konstantin Komarek (Malmö/37), Andreas Kristler (Salzburg/52), Brian Lebler (Linz/44), Daniel Oberkofler (Linz/85), Patrick Obrist (Kloten/6), Alexander Rauchenwald (Salzburg/9), Daniel Woger (Graz/28)

Spielplan (alle Österreich-Spiele live auf ORF Sport +):

Donnerstag (9.2.): Frankreich - Norwegen (16:30), Österreich - Slowakei (20:20)

Freitag (10.2.): Slowakei - Frankreich (16:30), Österreich - Norwegen (20:20)

Samstag (11.2.): Norwegen - Slowakei (14:30), Österreich - Frankreich (18:00)

Quelle: APA

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