Eishockey

KAC kostete Rang eins, jetzt wartet Dornbirn

Bewegter Abend für Red Bull Salzburg: Im letzten Spiel des Grunddurchgangs Rang eins vergeben, aber den Champions-League-Platz gesichert.

Raphael Herburger vor dem KAC-Tor.  SN/GEPA pictures
Raphael Herburger vor dem KAC-Tor.

54 Runden dauerten Grunddurchgang und Pick-Round in der Eishockey-Liga, doch die Entscheidung über Platz eins und zwei in der Liga fiel praktisch in letzter Sekunde - und unter Zuhilfenahme des Regelbuchs. Weil Salzburg die große Chance auf Platz eins mit einem Sieg in regulärer Spielzeit nicht nutzen konnte (sondern beim 3:2 gegen den KAC das Penaltyschießen benötigt hat und damit nur zwei statt drei Punkte für den Sieg bekommen hat), waren am Ende der Marathonmeisterschaft die Vienna Capitals und Red Bull Salzburg punktegleich. So mussten die direkten Duelle in der Pick Round entscheiden - die brachten bei 1:3 und 4:2 (aus Salzburger Sicht) wieder ein Patt.

Also mussten die Duelle im Grunddurchgang entscheiden - und da wurde es ganz kurios: Beide Team hatten zwei Siege, zwei Niederlagen, Torverhältnis 11:11 und 6:6 Punkte. Nächster Punkt: die Platzierung nach dem Grunddurchgang - da lagen die Capitals (1.) vor Salzburg (2.).

Folglich hatten die Capitals in der anschließenden Wahl des Viertelfinalgegners das erste Wahlrecht und sie zogen Innsbruck. Für die Tiroler wohl ein Déjà-vu: Schon im Vorjahr wurde man als Fünfter von Wien gezogen und schied 0:4 aus. Salzburg nahm die Dornbirn Bulldogs. Da werden Erinnerungen an das Viertelfinale 2014 unter Trainer Don Jackson wach: Salzburg wählte auch damals Dornbirn, lag bereits mit 0:2 Niederlagen zurück, drehte die Serie auf 4:2 und kam schließlich ins Finale. Die weiteren Spiele: Linz gegen Zagreb und KAC gegen Bozen.

Für Salzburg hatte Rang zwei aber dennoch eine große Bedeutung: Die Salzburger qualifizierten sich damit neuerlich für die Champions Hockey League, das war eines der erklärten Saisonziele und das tröstete auch Trainer Greg Poss über den verpassten Platz eins hinweg. "Wir haben unser Ziel Champions League erreicht, das hatte an diesem Abend Priorität. Wir hätten aber auch genug Chancen auf einen Sieg gegen den KAC gehabt."

Zuvor lieferten sich Salzburg und der KAC einen Kampf auf Biegen und Brechen, der schon einen Vorgeschmack auf die Play-offs gebracht hat. Der KAC wollte mit aller Kraft eine Unserie vermeiden, hatte man doch alle fünf Duelle in der Meisterschaft bisher verloren. Zwei Drittel war der KAC auf Augenhöhe und fand teilweise sogar die besseren Chancen vor, im Schlussdrittel hielt nur mehr Keeper Tomas Duba sein Team am Leben - mit 22 gehaltenen Schüssen im letzten Abschnitt und sechs in der Verlängerung. Gegen Peter Mueller und Raphael Herburger war er im Penaltyschießen aber auch machtlos.

Hinter den Kulissen zeichnen sich auch schon Transfers für die nächste Saison ab. So soll der gebürtige Zeller Lukas Herzog (26), seit 2009 beim VSV im Tor, zu Salzburg wechseln - was die Frage aufwirft, ob man als Nummer eins mit Bernd Starkbaum oder einem Legionär plant.

Aufgerufen am 20.06.2018 um 06:54 auf https://www.sn.at/sport/eishockey/kac-kostete-rang-eins-jetzt-wartet-dornbirn-25001851

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