Eishockey

ÖEHV-Team will sich als A-Nation beweisen

Österreichs Eishockey-Nationalteam will die unerwartete Chance in der Eliteklasse nutzen und bei der A-WM in Finnland (13.-29. Mai) so wie 2018 in Kopenhagen den Klassenerhalt schaffen. Nach einer intensiven Vorbereitung mit starken Testspielen startet die Mannschaft von Teamchef Roger Bader am Samstag (11.20 Uhr/live ORF Sport +) in Tampere gegen Schweden ins Turnier. Die Entscheidung im Abstiegskampf wird wohl in der abschließenden Partie gegen Großbritannien fallen.

Österreich ist durch den Ausschluss von Russland und Weißrussland aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgerückt. Die ÖEHV-Auswahl erhielt den Platz von Belarus in der Gruppe B, die in Tampere ausgetragen wird. Nach dem Schweden-Spiel geht es in der erst im Dezember eröffneten, voll digitalisierten und 13.000 Zuschauer fassenden Nokia-Arena gegen die USA (15.5., 15.20), Tschechien (17.5., 15.20), Norwegen (18.5., 15.20), Lettland (20.5., 19.20) und Olympiasieger Finnland (21.5., 15.20), ehe am 23. Mai (19.20) das Duell mit den Briten ansteht.

"Die Umstände sind bedauerlich", betonte Bader, der sich jedoch seit Wochen voll und ganz der sportlichen Aufgabe widmet. "Wir haben ein Geschenk bekommen, jetzt wollen wir zeigen, dass wir in die A-Gruppe gehören", beschrieb er die Ausgangslage vor der WM-Rückkehr. "Die Umstände, das wünscht man niemanden. Jetzt wollen wir die Chance nützen und beweisen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können", sagte Kapitän Thomas Raffl.

Nach dem unglücklichen Abstieg 2019 in Bratislava durch eine 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen im abschließenden Spiel gegen Italien und coronabedingt zwei Absagen der B-Weltmeisterschaften kämpft das ÖEHV-Team mit 14 WM-Neulingen um den Klassenerhalt. Die Hoffnungen liegen in den Spielen gegen Norwegen und Lettland, vor allem aber gegen Großbritannien.

"Wir wissen, dass wir ein Schlüsselspiel haben, das ist Großbritannien. Auch wenn wir vorher andere Spiele gewinnen, das letzte Spiel wird entscheiden. Wir haben vier Top-Nationen, dann Norwegen und Lettland, die seit 15 Jahren in der A-Gruppe und daher gegen uns auch Favorit sind. Wir haben Norwegen schon geschlagen, aber es braucht von uns das perfekte Spiel. Dasselbe gilt gegen Lettland, aber eine Stufe höher", analysierte Bader die Ausgangslage.

Realistisch sehen es auch die Spieler. "Wir gehen als Underdog in die WM. Es sind drei Spiele, wo es darauf ankommt und wir unsere beste Leistung bringen müssen. Wir müssen mental, körperlich, als Komplettpaket voll bereit sein", meinte Manuel Ganahl. Wichtig sei, sich in den ersten drei Partien gegen Schweden, USA und Tschechien "so schnell wie möglich an das Niveau gewöhnen, Tempo und Spielanlage aufnehmen, dann tun wir uns in den Spielen danach wesentlich leichter", so der Stürmer.

Ganahl ist überzeugt, dass der Weg stimmt und sich Österreich wieder unter den besten 16 Nationen etablieren kann. "Seit Roger (Bader) Headcoach ist, hat sich sehr viel getan. Bratislava war der erste kleine Knick, bis dahin ist es in eine gute Richtung gegangen. Dieses eine Jahr darf man nicht überinterpretieren, es war im Prinzip ein Spiel. Jetzt haben wir die Chance, dass wir das ausmerzen und zeigen, dass wir in die A-Gruppe gehören", sagte der KAC-Angreifer.

Wie schwer das Unterfangen wird, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. In Kopenhagen vor vier Jahren gelang dem ÖEHV-Team als erstem Aufsteiger seit zehn Jahren der Klassenerhalt. Team Rot-weiß-rot ist in den vergangenen 18 Jahren nur damals nicht gleich wieder abgestiegen.

Entscheidend wird wohl auch die Torhüterleistung sein. In Bratislava war Bader mit seinen Schlussmännern nicht zufrieden, eine starke Saison von Bernhard Starkbaum für die Vienna Capitals lässt jedoch hoffen. Ein kleiner Vorteil könnte sein, dass Österreich vor dem Großbritannien-Spiel einen freien Tag hat, während die Briten gegen Lettland im Einsatz sind.

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