Eishockey

Russland mit Starpower um erstes WM-Gold seit 2014

Mit einem Team gespickt mit Superstars greift Russland bei der Eishockey-WM von 10. bis 26. Mai in der Slowakei (Bratislava und Kosice) nach Gold. Die von Alexander Owetschkin angeführte "Sbornaja" gilt als Favorit und soll erstmals seit 2014 wieder den Titel nach Russland holen. Schweden, das den WM-Hattrick im Visier hat, sowie Kanada und die USA gelten als stärkste Herausforderer.

Superstar Owetschkin führt "Sbornaja" an SN/APA (AFP/Getty)/Patrick Smith
Superstar Owetschkin führt "Sbornaja" an

Viele Überraschungen im Play-off der NHL haben zu einem frühen Saisonende der russischen Topstars in Nordamerika geführt. Im zweiten Gruppenspiel am Sonntag (12.15 Uhr) in Bratislava bekommt es Österreichs Nationalteam daher mit einer Auswahl der besten Stürmer der Welt zu tun. NHL-Torschützenkönig Owetschkin (Washington Capitals), Scorerkönig Nikita Kutscherow (Tampa Bay Lightning), der dreifache Stanley-Cup-Sieger Jewgenij Malkin (Pittsburgh Penguins), Jewgeni Dadonow (Florida Panthers), Jewgeni Kusnezow (Washington Capitals) und Altmeister Ilja Kowaltschuk (Los Angeles Kings) sorgen für Offensivpower, die seinesgleichen sucht. Teamchef Ilja Worobjow hat aber auch in der Defensive und mit Andrej Wasilewski (Tampa Bay) auf der Torhüterposition Topspieler aus der NHL zur Verfügung.

Nach Rang sechs im Vorjahr soll die Startruppe den sechsten WM-Titel seit dem Zerfall der Sowjetunion (bzw. den gesamt 28.) holen und die Schweden vom Thron stoßen. Das "Tre Kronor"-Team hat zuletzt zweimal triumphiert und peilt den ersten WM-Hattrick seit Tschechien vor 18 Jahren (1999 bis 2001) an. Teamchef Rikard Grönborg, der nach dem Turnier in die NHL wechseln könnte, hat 18 NHL-Profis einberufen. Der Prominenteste ist der 37-jährige Torhüter Henrik Lundqvist von den New York Rangers.

Mit Teams hochklassiger Spieler aus der stärksten Liga der Welt sind auch Kanada und die USA angereist. Selbstverständnis der Kanadier ist es, um Gold zu spielen und den 27. Titel zu holen. Teamchef Alain Vigneault, nächste Saison Trainer von Michael Raffl bei den Philadelphia Flyers, hat eine Mischung aus vielen jungen Topspielern und einigen Routiniers. Star der Truppe ist Stürmer John Tavares (Toronto Maple Leafs), mit Matt Murray steht ein zweifacher Stanley-Cup-Sieger (Pittsburgh Penguins) im Tor.

Das US-Team ist wohl eines der besten der vergangenen Jahre. Coach Jeff Blashill, Trainer von Thomas Vanek bei den Detroit Red Wings, hat Stürmer wie Kapitän Patrick Kane (dreifacher Stanley-Cup-Sieger mit Chicago Blackhawks), Jack Eichel (Buffalo Sabres), Dylan Larkin (Detroit Red Wings), Johnny Gaudreau (Calgary Flames) oder Alex DeBrincat (Chicago Blackhawks) zur Verfügung. Aus der Defensive sticht Ryan Suter hervor. Der Abwehrchef, bei Minnesota Wild einst mit einem 98 Mio. Dollar-Vertrag ausgestattet, war heuer der NHL-Spieler mit der meisten Eiszeit. Seit Gold 1960 war allerdings Bronze für die US-Boys das höchste der Gefühle.

Als chancenreichste Außenseiter im Kampf um Medaillen gelten die Schweiz, Tschechien und Finnland. Die Eidgenossen, Vizeweltmeister 2013 und 2018, sind im Vorjahr erst im Finale gegen Schweden mit 2:3 nach Penaltyschießen am ganz großen Coup gescheitert. Tschechien hofft mit einem halben Heimvorteil im benachbarten Bruderland und elf NHL-Spielern auf die erste Medaille seit sieben Jahren. Finnland hat in den vergangenen sieben Jahren nur zweimal Medaillen geholt und kann an NHL-Spielern im WM-Kader (nur zwei) mit den Topfavoriten nicht mithalten.

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