Eishockey

Salzburg besiegt KAC nach Penaltyschießen - Herzog rettet kuriosen Erfolg

Red Bull Salzburg gewinnt den Schlager bei Meister KAC 5:4 nach Penaltyschießen - doch im Schlussdrittel wurde neuerlich ein komfortabler Vorsprung verschenkt, diesmal sogar ein 4:1.

Dritter Auswärtssieg: Salzburg bleibt Tabellenführer. SN/GEPA pictures
Dritter Auswärtssieg: Salzburg bleibt Tabellenführer.

Duelle zwischen dem KAC und Red Bull Salzburg haben es meist in sich - selbst wenn es sich nicht um eine Finale, sondern "nur" um das erste Aufeinandertreffen in einer langen Eishockey-Saison handelt. Die Salzburger gewannen ein ebenso packendes wie kurioses Match mit 5:4 nach Penaltyschießen und vertreidigten damit die Tabellenführung.

Doch Trainer Matt McIlvane kam nach dem dritten Auswärtssieg in der noch jungen Saison auf der heimfahrt wohl mächtig ins Nachdenken. Denn wie schon am Freitag bei der mit 4:5 verlorenen Heimpremiere gegen die Black Wings Linz gaben die Salzburger auch diesmal eine klare Führung aus der Hand. Führte man gegen Linz nach zwei Drittel 3:1, so führte man Sonntag in der Klagenfurter Stadthalle sogar 4:1 nach zwei Drittel - und musste doch in die Verlängerung. "Für uns ist das derzeit alles eine Lernperiode, wir müssen in der Defensive bessere Entscheidungen treffen. Aber ich bin froh, dass es doch zum Sieg gereicht hat", meinte der Coach, der auch wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte, dass es doch noch mit dem Sieg geklappt hat: Bei seinem Keeper Lukas Herzog, der Sonntag sein Saison-Debüt gefeiert hat und von der ersten Minute an im Mittelpunkt gestanden hat. "Es war eine ganz starkes Spiel von ihm."

Das machte Herzog vor allem im ersten Drittel: 15:3 hieß da die Schussbilanz des KAC gegen Salzburger, die selten in den letzten Jahren in einem Drittel so unterlegen wirkten. Das längst überfällige 1:0 für die Klagenfurter gelang Patrick Hranad aber erst in Minute 26. Doch das Tor war keine Erlösung für den KAC, es war für ein Weckruf für Salzburg. Nur 56 Sekunden später traf Layne Viveiros zum 1:1, dann ging es Schlag auf Schlag: Nach dem 3:1 durch Alex Rauchenwald, der dabei völlig unbehindert durch die KAC-Hintermannschaft fahren konnte, ging KAC-Keeper Lars Haugen aus dem Tor, doch sein Ersatzmann David Madlener musste schon wenige Minuten später zum 1:4 hinter sich greifen.

Doch wie schon gegen Linz machte sich Salzburg zu Beginn des Schlussdrittels das Leben mit vielen Unsicherheiten und Nachlässigkeiten in der Defensive schwer. Erst fälschte Alex Pallestrang eine Scheibe in das eigene Tor ab, dann servierte Herzog als Keeper dem heranstürmenden Thomas Koch die Scheibe ideal auf - und plötzlich war ein zuvor schon entnervter KAC zurück im Spiel. Johannes Bischofberger gelang der letztlich doch verdiente Ausglich knapp vor dem Ende, in der Verlängerung hatte John Hughes die Entscheidung auf dem Schläger. Er drehte schon jubelnd ab, doch sein Schuss landete im Fanghandschuh des eigentlich schon am Eis liegenden Madlener.

So musste ein Penaltyschießen entscheiden, in dem Thomas Raffl als einziger Torschütze eine stolze Serie der Rotjacken beendet hat: Saisonübergreifend wurden die letzten elf Heimspiele gewonnen, neun in der Erste Bank Eishockey Liga und zwei in der Champions Hockey League.

Der Matchwinner für Salzburger hieß aber dennoch Lukas Herzog: Er hielt die Penalties von Matt Neal und Lukas Haudum und machte so seinen Fehler zum 3:4 mehr als wett.

Damit machten die Salzburger den Fehlstart der Klagenfurter komplett, es gab nur einen einzigen Sieg in den ersten vier Spielen. "Uns hat die Effizienz gefehlt und wir hatten ein völlig verrücktes Mittdeldrittel", meinte KAC-Trainer Petri Matikainen, der vor dem Match den Schweden Petter Hansson (23) als achten Legionär vom eigenen Farmteam in die erste Mannschaft hinauf gezogen hatte.

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