Eishockey

Salzburg vs Capitals 0:4 - Trattnig: "Ich geniere mich"

Im Eishockeyschlagerspiel war nach elf Minuten schon alles vorbei: Red Bull Salzburg lieferte beim 0:4 gegen die Vienna Capitals einen sportlichen Offenbarungseid.

Es gibt Momente, die relativieren vieles, ja fast alles im Leben. Und daher muss man auch nach der gestrigen Pleite von Red Bull Salzburg in der Liga mit einer guten Nachricht anfangen: Alex Feichtner, der ehemalige Salzburg-Profi, der Anfang August bei einem Autounfall lebensgefährlich schwer verletzt worden war, saß am gestrigen Donnerstag erstmals wieder in der Eishalle. Die Ärzte geben ihm sogar gute Chancen, dass er wieder seinen geliebten Sport ausüben kann.

Der Rest war aus Salzburger Sicht an diesem Abend einfach nur noch traurig.

Wer das Jahrzehnt miterleben durfte, in dem Salzburg jedes Jahr um den Titel gespielt hat und auch sieben Mal die Trophäe in den Volksgarten geholt hat, der muss gestern mit Wehmut und Fassungslosigkeit den Volksgarten verlassen haben.

Die Hoffnung auf den viel beschworenen Umschwung just gegen Meister Vienna Capitals dauerte exakt 11:16 Minuten. Dann stand es 0:2 und es passierte, was zuletzt immer wieder passiert ist, aber einfach nicht passieren darf: Das Team hat sich aufgegeben. In den ersten Spielminuten war wenigstens Aufbäumen und Herz zu spüren, da hatte Wiens Torhüter JP Lamoureux auch 16 Schüsse (im ersten Drittel) zu halten.

Und dann? Dann wurde es nicht einmal hart. Die Salzburger waren selbst für Frustfouls zu frustriert, die Zuschauer (2089 an der Zahl) im ohnedies nur mehr halbleeren Volksgarten verzichteten sogar auf Pfiffe, verließen lieber die Halle vorzeitig.

Die Gäste spielten die frühe Führung locker und ohne je gefordert zu sein über die Zeit. Am Ende war es der 50. Sieg der Wiener in den Duellen gegen Salzburg und nicht das Jubiläum war bemerkenswert, sondern der Umstand, dass sie wohl noch nie so einfach in Salzburg gewonnen haben. Sportlich erwähnenswert bleibt nur noch ein Detail: In jedem ihrer drei Powerplays trafen die Gäste nach Belieben.

Danach gab es nur noch Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit - und starke Worte von Kapitän Matthias Trattnig. "Am Schluss haben uns die Wiener ja ausgelacht, haben aufgehört zu spielen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich geniere mich für dieses Spiel. Uns ist jedes Selbstvertrauen abhanden gekommen und auch der Anspruch, die beste Mannschaft Österreichs zu sein und international Erfolge zu haben."

Salzburg-Trainer Greg Poss glaubt immer noch, dass sein Draht zur Mannschaft gut sei und damit auch, dass er am Sonntag im Spiel gegen den KAC noch an der Bande steht. Woran man bis dahin arbeiten muss? "An allem."

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 23.09.2020 um 06:28 auf https://www.sn.at/sport/eishockey/salzburg-vs-capitals-04-trattnig-ich-geniere-mich-17466568

Schlagzeilen