Eishockey

Schicksalstage bei den Zeller Eisbären

Bei seiner Generalversammlung sucht der EK Zell am See einen neuen Vorstand und eine Zukunftsstrategie. Aber die Zeit drängt.

Auch für die Spieler des EK Zell am See heißt es derzeit: Abwarten! SN/krugfoto/Krug Daniel sen.
Auch für die Spieler des EK Zell am See heißt es derzeit: Abwarten!

Bei Thomas Salchegger schlagen derzeit zwei Herzen in einer Brust. "Ich bin seit 40 Jahren eng mit dem Zeller Eishockey verbunden und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass es weitergeht", sagt der seit zwei Wochen Ex-Obmann des EK Zell. Er ist wie der gesamte Vorstand zurückgetreten, weil die Arbeitsbelastung in der Liga nicht mehr zu bewältigen war.

"Nur ein Vergleich: Als wir vor neun Jahren nach dem Konkurs neu begonnen haben, da hatten wir ein Drittel vom jetzigen Budget. In jedem Jahr ist es mehr geworden. Die Liga hat sich gut entwickelt, aber es geht in Richtung Profi-Liga. Die besten fünf, sechs Vereine haben schon alle Budgets über eine Million Euro, da können wir nicht mit." Das betrifft auch den Einsatz des Vorstands. "Jeder von uns hat einen Job oder eine Firma und dann arbeitet jeder in der Woche noch 20 Stunden für das Eishockey. Das geht auf Dauer nicht mehr."

Daher soll am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr bei der außerordentlichen Generalversammlung ein neuer Vorstand her - einziger Haken: Es hat sich noch kein Kandidat gefunden. Das wäre aber fatal, denn die Zeit bei den Zeller Eisbären drängt: Bis 31. März müssen die Teams für die kommende Saison in der Alps Hockey Liga (AHL) nennen. Salchegger will zumindest einen zeitlichen Aufschub erreichen, auch im Sinne der anderen kleineren Clubs. "Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle am 31. März das Budget schon komplett zusammenhaben."

Eine Alternative zur AHL gibt es mangels dritter Spielklasse aber nicht: "Die Tiroler oder die Kärntner Liga sind keine Option für uns, da spielen wir sicher nicht mit." AHL mit neuem Vorstand oder gar Ende der Eishockey-Tradition? Für Salchegger undenkbar: "Wenn die Basis wie in Lustenau, Zell oder Kitzbühel stirbt, dann stirbt das ganze österreichische Eishockey."

Unter Druck steht aktuell auch der zweite Salzburger Club in der AHL. Die Red Bull Juniors liegen im Play-off-Duell mit Ritten 1:3 zurück und müssen nun drei Mal in Folge gewinnen, um nicht bereits im Viertelfinale abzudanken. Starten soll die Siegesserie heute in Südtirol, wo die Jungbullen zum Play-off-Auftakt mit 3:1 gewonnen haben.

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