Eishockey

Sieg für die Eisbullen: Thomas Raffl war gegen sein Stammteam richtig heiß

Mit zwei Toren und dem entscheidenden Penalty sorgte er fast im Alleingang für den 4:3-Sieg. Doch das war die wohl schwächste Saisonleistung bisher.

Red Bull Salzburg bezwingt den Villacher SV 4:3 und bleibt weiterhin ungeschlagener Tabellenführer in der heimischen Eishockey-Liga. Doch was auf den ersten Blick perfekt klingt, war Freitagabend über weite Strecken kaum zum Ansehen. Die Salzburger zeigten, dass sie sich aktuell vor eigenem Publikum weitaus härter tun als in der Ferne. Nach vier Auswärtssiegen in vier Spielen musste man daheim schon zum dritten Mal in die Verlängerung oder ein Penaltyschießen.

Dort reichten zwei überragende Spieler zum Sieg: Thomas Raffl verwandelte als einziger Spieler einen Penalty und durfte sich damit nach den Toren zum 1:1 und 3:2 sogar noch ein drittes Tor gutschreiben lassen, auf der Gegenseite hielt JP Lamoureux alle drei Penaltyversuche der Villacher und bestätigte die alte Weisheit, dass ein guter Keeper im Eishockey mehr als die halbe Miete ist.

Die Villacher imponierten an diesem Abend auch der Salzburger Eishockey-Legende Matthias Trattnig und Salzburg-Coach Matt McIlvane. "Eines der stärksten Teams, gegen das wir heuer gespielt haben", meinte McIlvane. "Simpel, solide und effektiv", meinte Trattnig. Das stimmt: Über weite Strecken ließen die Villacher vor dem eigenen Tor nichts zu und waren in den Kontern immer gefährlich. Doch Salzburg machte es dem Gegner auch nicht allzu schwer: Die Mannschaft wirkte viel zu lange viel zu behäbig, es fehlten Feuer und Tempo.

"Wir haben Probleme gehabt, aus dem eigenen Drittel herauszuspielen. Wenn der erste Pass fehlt, dann ist es auch schwierig Tempo aufzubauen", meinte Raffl, der aber glücklich war, "dass wir doch einen Weg gefunden haben, um das Spiel zu entscheiden." Augenscheinlich war aber auch, dass Salzburg auf der Center-Position extrem dünn besetzt ist: Nach dem Ausfall von Alex Rauchenwald (krank) fehlte Salzburg ein Center an allen Ecken und Enden.

Doch dass Punkte, Siege und Tore nicht immer das Wichtigste im Leben sind, das zeigte sich am Freitag in Linz: Der Abend stand ganz im Zeichen des Gedenkens an den vor einer Woche beim Fünfachmord in Kitzbühel erschossenen ehemaligen Linzer Torhüter Florian Janny. Vor dem Spiel gab es eine Trauerfeier mit den Fanclubs. Stammkeeper David Kickert wird zu Ehren von Janny seine Nummer tauschen, künftig wird er mit der Nummer 70 auf das Eis gehen. Janny hatte wie Kickert die 31, und diese steht auch auf dem Trauer-Emblem, das die Linzer ab jetzt auf ihren Dressen tragen werden.

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