Formel 1

Alonso beendet im Chaos Ferraris Durststrecke

Erste "Pole" für Ferrari seit Herbst 2010 im Regen von Silverstone - Webber, Schumacher und Vettel auf den Plätzen.

Es dauerte 2:35 Stunden, bis Samstag die Qualifikation für den Grand Prix von Großbritannien beendet war. Das Chaos vom Freitag hatte sich fortgesetzt. Bei leichtem Regen hatte die erste Phase begonnen (alle Fahrer verwendeten Intermediate-Pneus), in der zweiten (alle auf Regenreifen) prasselte der Regen immer stärker auf die Piste, so dass die Rennleitung 6:19 Min. vor dem Ende dieses Abschnitts nach mehreren Drehern unterbrach. Erst 90 Minuten später wurde nach Aufhören des Regens fortgesetzt, und auf noch nasser Bahn fuhr Fernando Alonso in den letzten Sekunden in 1:51,746 Minuten zur Bestzeit - der ersten für ihn und für Ferrari seit Singapur im September 2010. Damit ging die drittlängste Durststrecke der Italiener in Qualifikationen zu Ende.

Mark Webber lag kurzfristig auf "Pole", verpasste diese aber um 47 Tausendstel. Damit starten die beiden Führenden der WM-Wertung Sonntag (14 MESZ) auch aus Reihe eins, gefolgt von den deutschen Weltmeistern Michael Schumacher (Mercedes) und Sebastian Vettel im zweiten Red Bull-Renault. Alonsos Bestzeit löste Diskussionen aus, denn im Finish der zweiten Phase rettete sich der Asturier mit seiner schnellsten Runde gerade noch in die Entscheidung der besten Zehn, markierte diese Zeit aber unter gelben Flaggen nach einem Ausritt von Romain Grosjean (Lotus).

Pechvogel Jenson ButtonErstes prominentes Opfer der K.o.-Phase war Lokalmatador Jenson Button (McLaren), dessen Pechsträhne im Heimrennen offenbar weitergeht. Der Engländer blieb als 18. hängen, "weil zuerst meine Reifen nicht auf Temperatur kamen und ich dann meine schnellste Runde wegen gelber Flaggen abbrechen musste". Ob der Franzose Charles Pic starten darf, hängt von den Kommissären (darunter Ex-Weltmeister Nigel Mansell) ab, weil der Marussia-Pilot über der 107-Prozent-Marke lag.

Nach der 90-minütigen Unterbrechung wurden die letzten sechs Minuten von Q2 hektisch; Am Ende verpassten Di Resta, Kobayashi, Rosberg, Ricciardo, Senna, Vergne und Perez das "Finale". Wie sehr sich Ferrari zuletzt verbesserte, zeigte am Ende auch Rang fünf für Massa vor Räikkönen, Maldonado, Hamilton, Hülkenberg und Grosjean. Die Startaufstellung wird morgen aber anders aussehen, da es mehrere Rückversetzungen wegen Strafen gibt: Hülkenberg (Force India) wegen Getriebewechsels um fünf Plätze sowie nach "Urteilen" in Valencia Maldonado und Kobayashi (je fünf) sowie Vergne (zehn Ränge).

Alonso: "Nur die Ruhe bewahren"Alonso zeigte sich in einer ersten Reaktion auf seine 21. Trainingsbestzeit unbeeindruckt: "Die Bedingungen waren für alle sehr schwierig. Du musst nur die Ruhe bewahren. Ich freue mich für Ferrari über diese Pole, denn die letzte passierte vor über zwei Jahren." Und er ergänzte: "Für das Rennen war diese Qualifikation nicht sehr aussagekräftig. Aber es kann sich Sonntag viel tun. Und wenn es wieder nass ist , ist eine freie Sicht wichtig. Daher ist es gut, vorn zu stehen."

De Villota erneut operiertDa sich ihr Gesamtzustand verbesserte, wagten die Ärzte der Addenbrooke-Klinik in Cambridge eine weitere Operation der Dienstag in einem bizarren Testunfall verunglückten spanischen Marussia-Fahrerin Maria de Villota. Die Gesichts-OP sei erfolgreich verlaufen, teilte das Team in Silverstone mit. Ihr Zustand wurde von "lebensbedrohend" auf "ernst, aber stabil" angehoben.



Aufgerufen am 11.12.2018 um 04:47 auf https://www.sn.at/sport/formel-1/alonso-beendet-im-chaos-ferraris-durststrecke-5952457

Schlagzeilen