Formel 1

Formel 1: Die Generalprobe geht an Lewis Hamilton

Der Titelverteidiger beginnt aus der Pole Position. Rosberg auf Platz zwei, dieser würde ihm Sonntag zum Titel reichen - Bricht der "Vulkan" aus?

Formel 1: Die Generalprobe geht an Lewis Hamilton SN/APA/AFP/MOHAMMED AL-SHAIKH
Pole Position für Weltmeister Hamilton.

Es ist alles angerichtet für ein dramatisches Formel-1-Finale. Lewis Hamilton beginnt Sonntag (Start 17 MEZ) den 21. GP der Saison aus der Pole position - der 61. seiner Karriere und der zwölften der Saison (persönlicher Rekord). Mit ihm steht WM-Leader Nico Rosberg in Reihe eins, der aber in der Qualifikation mit drei Zehntel den größten Rückstand des Wochenendes "aufriss" - nachdem er in den freien Trainings höchstens ein paar Hundertstel hinter dem Mercedes-Stallgefährten zurückgelegen war. Auf den weiteren Startplätzen: Ricciardo (Red Bull) mit einer Energieleistung im letzten Versuch, Räikkönen, Vettel (beide Ferrari), Verstappen (Red Bull), Hülkenberg, Perez (beide Force India), Alonso (McLaren) und Massa (Williams) in seinem letzten Rennen.
Doch an der grundsätzlichen Situation hat die Qualifikation nichts geändert: "Es ist, als würde jeden Moment ein Vulkan ausbrechen", gab Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu - und damit meinte er in erster Linie Hamilton. Der dem Teamkollegen seinen ersten WM-Titel offenbar keinesfalls gönnen würde. Wäre die Startaufstellung auch das Ergebnis am Sonntag, wäre aber Rosberg (beginnt das Finale mit zwölf Punkten Vorsprung auf Hamilton) erstmals Champion.
"Ich hatte bisher ein großartiges Wochenende, ich hoffe, das bleibt es auch im Rennen", erklärte Hamilton, der sich ausdrücklich bei den Mechanikern für ein "tolles Auto" bedankte. Rosberg blieb gelassen: "Ich hatte einige sehr gute Runden heute, vor allem in der letzten Phase, aber es hat nicht ganz gereicht, Lewis abzufangen. Aber ich kann zuversichtlich für das Rennen sein." Ricciardo erwartet sich für das Rennen "auch einiges, weil wir eine interessante Taktik ausspielen werden. Es kann lustig werden." Red Bull beließ ihn auf Supersoft-Reifen statt der noch weicheren (und weniger haltbaren) Ultrasofts wie die Konkurrenz. Verstappen brach seine letzte Runde ab, nachdem er kurz neben die Piste gerutscht war und beginnt aus Position sechs. Enttäuscht war das Ferrari-Team, weil Sebastian Vettel in den freien Trainings Maßstäbe gesetzt hatte - vor allem der fünfte Startplatz des Deutschen hinter dem finnischen Teamkollegen, fast eine Sekunde hinter Hamiltons Pole-Zeit, stieß auf.
In Q2 kam für Bottas (Williams), Button (McLaren), Gutierrez, Grosjean (beide Haas), Palmer (Renault) und Wehrlein (Manor) das Aus.
In der ersten Phase wurden Kwjat (Toro Rosso), Magnussen (Renault), Nasr (Sauber), Ocon (Manor), Sainz (Toro Rosso) und Ericsson (Sauber) eliminiert. Ungewohnt in dieser Gruppe: Die Toro-Rosso-Piloten, die nach zwei Felgenbrüchen am Freitag (bei Kwjat) und weiteren Problemen am Samstag völlig verunsichert sind. Teamchef Franz Tost: "Wir verwenden die Felgenmarke das gesamte Jahr über und hatten bis vor drei Rennen nie Probleme. In Austin verursachten die Felgen zwei Reifenschäden bei Sainz. Wir vermuten einen Produktionsfehler in dieser Serie." Freitag hatten die italienischen Bullen sogar die FIA zu Rate gezogen und gemeinsam die Vorgangsweise (Trainings-Abbruch für beide Autos) beschlossen.
Wie immer das Rennen für die Titelrivalen ausgeht - es beeinflusst die Wochenplanung der beiden Mercedes-Stars. Denn der Champion muss zu einer großen Ehrung zu Hauptsponsor Petronas nach Kuala Lumpur, der Vize darf in Abu Dhabi bleiben und den letzten Test mit den Pirelli-Pneus für nächste Saison absolvieren. Aber beide treffen sich Freitag in Wien zur großen FIA-Siegerehrung.

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