Formel 1

Formel 1: Jubilar Rosberg spart sich große Party für Titelgewinn auf

Sein 200. Formel-1-Rennen soll für Nico Rosberg ein besonderes werden. Der deutsche Mercedes-Pilot will sich am Sonntag im Nachtrennen von Singapur von seinem Teamrivalen Lewis Hamilton die WM-Führung zurückholen - und sich am Saisonende zum Champion krönen.

Formel 1: Jubilar Rosberg spart sich große Party für Titelgewinn auf SN/APA (DPA)/Uli Deck
Jubiläum: Nico Rosberg bestreitet sein 200. Formel-1-Rennen.

"Es ist verrückt, dass ich in diesem Jahr in Singapur mein 200. Formel-1-Rennen bestreiten werde", hatte Rosberg schon zu Saisonbeginn gesagt. "Vielleicht gibt es auch eine kleine Feier in Singapur.

Aber für mich ist das keine wichtige Zahl, ich spare mir die große Party für einen Titelgewinn auf."

Die Frage ist, wie lange Rosberg noch darauf warten muss. Seit seinem Debüt im Williams 2006 hat sich der Sohn des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg (1982) zu einem Spitzenpiloten entwickelt. Mittlerweile bestreitet der 31-Jährige seine siebente Saison für Mercedes und hat auch 21 Grand Prix gewonnen. Die Krönung blieb ihm aber versagt. Als zweifacher Vizeweltmeister hinter Hamilton war Rosberg zuletzt zweimal der erste Verlierer im Formel-1-Zirkus.

2017 erlebt die Formel 1 eine Saison mit tiefgreifenden Regeländerungen. Schafft Rosberg nun auch in diesem Jahr nicht den Coup, wird sein Ruf als ewiger Zweiter zementiert sein. "Ich habe gezeigt, dass ich kämpfen kann und zurückschlagen kann. Ich bin vollkonzentriert und fest entschlossen, dass dies mein Jahr werden kann", lautet aber die Kampfansage von Rosberg an den dreifachen Weltmeister Hamilton.

Mit zwei Siegen nach der Sommerpause hat sich Rosberg, der nach den ersten fünf Rennen schon 43 Punkte Vorsprung in der WM-Wertung auf Hamilton hatte, wieder bis auf zwei Zähler an den Briten herangearbeitet. Arbeit ist dabei ein Schlüsselwort: Rosberg hat unter anderem seine Starts verbessert. Dafür müsse man "Zeit investieren", erläuterte er. "Starts haben dieses Jahr schon viele Rennen entschieden, Starts sind ein Baustein."

Zuletzt in Monza zahlte sich genau das aus. Während Hamilton auf den ersten Metern trotz Pole Position mal wieder abgehängt wurde, zog Rosberg davon.

"Nico hat eine fast wissenschaftliche, datengesteuerte Herangehensweise. Die Ratio spielt bei ihm eine große Rolle", beschrieb Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einmal Rosberg. Hamilton sei zwar auch ein harter Arbeiter, aber "sehr instinktgesteuert", meinte der Wiener. Die Detailversessenheit des Familienvaters Rosberg soll sein großes Plus auf der noch sieben Rennen langen Überseereise mit dem Finale in Abu Dhabi am 27. November sein.

Vor dem Nachtrennen in Singapur hat Rosberg Respekt. Siegen konnte er in dem Stadtstaat noch nie. In der vergangenen Saison kamen Hamilton und er in den Silberpfeilen auf dem hell erleuchteten Kurs gar nicht zurecht. Der Brite fiel aus, Rosberg schleppte sich als Vierter ins Ziel. Der vierfache Ex-Weltmeister Sebastian Vettel kürte sich damals im Ferrari zum Rekordsieger des Rennens. Nun will Rosberg endlich in Singapur jubeln - im ganz großen WM-Finale am Saisonende wäre es ihm aber viel lieber.

Quelle: Apa/Dpa

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