Formel 1

Formel 1: Mercedes jubelt über nächsten Doppelsieg

Auch im Nachtrennen von Bahrain strahlt der Stern, Mercedes feierte im dritten Saisonrennen einen Doppelsieg. Aber: Sieger Lewis Hamilton lieferte sich mit Nico Rosberg ein hartes und spektakuläres Duell.

Formel 1: Mercedes jubelt über nächsten Doppelsieg SN/AP
Die beiden Mercedes-Piloten lieferten sich einen harten Fight.
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Formel 1: Mercedes jubelt über nächsten Doppelsieg SN/APA/EPA/VALDRIN XHEMAJ
Die beiden Mercedes-Piloten lieferten sich einen harten Fight.

Lewis Hamilton hat einen mitreißenden Grand Prix von Bahrain gewonnen. Der Brite siegte am Sonntagabend unter Flutlicht im packenden dritten WM-Lauf der Saison 2014 eine Sekunde vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg. Der Mexikaner Sergio Perez wurde im Forca India Dritter. Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) kam als Sechster ins Ziel.

Die erste Kurve würde entscheiden, hatte Pole-Mann Rosberg am Vorabend noch vermutet. Letztlich kam es genau so. Der neben ihm losfahrende Malaysia-Sieger Hamilton erkämpfte sich im erstmals als Nachtrennen ausgetragenen Grand Prix in der Wüste von Sakhir die Führung und gab diese auf der Power-Strecke mit ihren vier langen Geraden trotz einer sofortigen Konterattacke des Deutschen nicht mehr ab.

Am Ende stand der zweite Mercedes-Doppelsieg in Folge, die "Silbernen" haben damit alle Poles und Siege der Saison 2014 an sich gerissen. Hamilton zog mit seinem 24. GP-Sieg mit Juan Manuel Fangio gleich, in der WM ist der nun zweifache Saisonsieger Hamilton mit 50 Punkten aber hinter Rosberg (61) weiter Zweiter.

Wer angesichts der anhaltenden Überlegenheit der Mercedes und der vorangegangenen Debatte auch am persischen Golf "Langeweile" erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Denn nicht nur die beiden Silberpfeil-Piloten schenkten einander nichts. Dahinter wurde um fast jede Position Rad an Rad und heftig gekämpft. Wilder Höhepunkt war der Unfall in der 40. Runde, als Pastor Maldonado mit seinem Lotus Esteban Gutierrez auf die "Hörner" nahm und sich der Sauber des Mexikaners seitlich überschlug.

Bei Mercedes bewies man, dass Stallorder derzeit - noch - kein Thema sind. Lange musste sich Hamilton der Rosberg-Attacken erwehren und als das Safety Car seinen kleinen Vorsprung zunichtemachte, ging es von neuem los.

"Bringt beide Autos nach Hause", funkte Technikchef Paddy Lowe zehn Runden vor Schluss zwar an Rosberg, aber der zweitplatzierte Deutsche attackierte trotzdem mehrmals. Zeitweise fuhren beide Silberpfeile nebeneinander durch mehrere Kurven.

Erst mit schnellsten Rennrunden verschaffte sich Hamilton entscheidend Luft. Nach 57 Runden unter den gleißenden Flutlichtern des Bahrain International Circuit freuten sich die beiden Teamkollegen wie zwei kleine Buben über ihre mitreißende Show.

"Das hat richtig Spaß gemacht. Nico ist fantastisch gefahren", lobte Sieger Hamilton, und auch Rosberg gab sich begeistert: "Das war das beste Rennen, an dem ich teilgenommen habe. Das war ein Tag für den Sport", sagte der Deutsche, der sich mit der WM-Führung tröstete.

Auch Motorsport-Chef Toto Wolff war voll des Lobes. "Die beiden haben mit Kopf und Verstand eine gute Show geboten. Sie sind ein Rennen gefahren, so etwas brauchen wir, so etwas braucht die Formel 1. Das hat Spaß gemacht", brachte es der Österreicher auf den Punkt. Niki Lauda witzelte: "Es lebe der Sport. Besser kann man Motorsport nicht verkaufen. Wenn jetzt noch einer jammert, dann kann ich den nur auslachen."

Lauda bezog sich dabei auf die aktuelle Regeldebatte und die massiven Vorwürfe, die neue und mit ihren Hybrid-Triebwerken weitaus energieeffizientere Formel 1 sei langweilig geworden. Gefightet wurde aber diesmal um fast jede Position, lange Zeit sorgte hinter den klar überlegenen Mercedes auch ein packender Vierkampf zwischen den beiden Williams von Valtteri Bottas und Felipe Massa sowie den Force India von Nico Hülkenberg und Perez für Aufsehen.

Kampfgeist zeigte trotz anhaltender Probleme am DRS und auf den Geraden auch Vettel. Der nur von Platz zehn losgefahrene Vierfach-Weltmeister kämpfte sich im schwächelnden Red Bull auf Rang sechs nach vorne, musst aber seinem stark fahrenden Neo-Teamkollegen Daniel Ricciardo (4.) den Vortritt lassen.

"Viel mehr war heute nicht drin", gestand Vettel ein. "Wir waren irgendwie auf der Geraden zu langsam. Nicht nur im Vergleich zu Mercedes, sondern auch im Vergleich zu Daniel", bestätigte der Deutsche seine Defizite. "Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass Mercedes überlegen ist. Das sieht ein Blinder mit Krückstock", gab sich Vettel enttäuscht. Noch schlimmer lief es für Ferrari. Fernando Alonso (9.) und Kimi Räikkönen (10.) kamen gerade noch in die Punkteränge. Ferrari-Boss Luca Montezemolo war schon während des Rennens abgereist.

(SN)

Aufgerufen am 23.04.2018 um 11:36 auf https://www.sn.at/sport/formel-1/formel-1-mercedes-jubelt-ueber-naechsten-doppelsieg-3703474

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