Formel 1

Formel 1: Versunken in Silverstone

Die heftigsten Niederschläge seit Langem in den Midlands stürzen den Grand Prix von Großbritannien ins Chaos: "Ein Albtraum".

Formel 1: Versunken in Silverstone SN/GEPA
Der Grand Prix von Silverstone versinkt im Regen.
Formel 1: Versunken in Silverstone SN/AP
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Formel 1: Versunken in Silverstone SN/EPA
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Der Grand Prix von Silverstone versinkt im Regen.

Als sich Andy Murray Freitagnachmittag in Wimbledon als erster Brite seit 74 Jahren ins Finale durchkämpfte, lachte dort sogar die Sonne. Rund 150 km nördlich war niemandem zum Lachen zumute. Das "Home of British Motor Racing", wie sich die Traditionsstrecke von Silverstone nennt, versank in Dauerregen und Morast. Traktoren und Abschleppdienste absolvierten mehr Einsätze als die Formel-1-Autos auf einer praktisch unbefahrbaren Aquaplaning-Bahn.Sommer in den britischen MidlandsIn 24 Stunden fiel laut Meteorologen mehr Regen als sonst in einem Monatsmittel. Der Juni war bereits der niederschlagreichste Monat, seit es Aufzeichnungen gibt. Der Großteil der Publikumsparkplätze in der in den vergangenen Jahren um 50 Millionen Euro vom Eigentümer British Racing Drivers Club (BRDC) modernisierten Strecke ist Wiese. Wie die Campingplätze klarerweise. Und alles versank im Schlamm. Da Besucher, so gut es ging, auf asphaltierte Abstellflächen umgeleitet wurden, kam es zu stundenlangen Verzögerungen und Staus wie in den schlimmsten Zeiten, als die Zubringer-A 43 noch nicht zur vierspurigen Autobahn ausgebaut war. Und mit jeder Stunde Regen wurde die Erinnerung an das Oster-Chaos vom April 2000 deutlicher, nach dem Bernie Ecclestone Silverstone als einen "Provinzjahrmarkt, der sich als Weltklasseevent verkleidet", bezeichnete. Doch Mr. E. hat derzeit ja andere Sorgen.

Für Samstag wurden an die 30.000 Kartenbesitzer, die auf Wiesen-Parkplätze zugeteilt waren, über die Medien ersucht, einfach zu Hause zu bleiben. Das Chaos am Freitag, als 80.000 zum Training gekommen waren oder dies versuchten (Rekord!), sollte vermieden werden. Es gelang kaum, auch wenn der Regen Samstag vorübergehend aufhörte.

Für den Renntag (Start 14 Uhr MESZ) ist Silverstone mit 125.000, die gültige Tickets haben, ausverkauft. Ob alle das Rennen vor Ort sehen werden und dies überhaupt stattfindet, ist offen. "Wenn der Regen anhält, sehe ich keine Chance, das Rennen durchzuführen", erklärte Ex-Weltmeister Jenson Button, der erpicht wäre, seine miserable Bilanz in der Heimat (noch kein einziger Podestplatz) zu verbessern. "Das Wasser steht fast überall auf der Piste. Du musst dir mit jeder Runde merken, wo es besonders arg ist. Du kommst die Hangar-Gerade mit fast 290 km/h hinunter und fährst plötzlich durch einen Fluss. Die Räder drehen durch, das Auto wird unkontrollierbar. Es ist unvorstellbar, unter solchen Bedingungen ein Rennen zu fahren."

Andrew Robinson, 63-jähriger Fan aus Sheffield, erzählte seine Erlebnisse dem "Telegraph": "Ich verließ mein Zuhause in der Morgendämmerung. Um neun Uhr stand ich im Stau auf der Autobahn M1. Ich erreichte den Eingang zu Silverstone um sechs Uhr nachmittags, bis dahin hatte ich weder Frühstück noch Mittagessen oder eine Jause. Beim Haupteingang wurde ich dann abgewiesen. Es war unbeschreiblich. Ich habe zwei 320-Pfund-Tickets für Luffield, was soll ich Sonntag machen?" Wie Robinson erging es Tausenden anderen Besuchern. Und wann die Camper aus dem Dreck gezogen werden, war völlig offen. Robinson: "Es ist ein Albtraum."

"Wir haben ein Problem. Wenn noch mehr Regen kommt, und da müssen wir ehrlich sein, wird alles noch langsamer", erklärte eine Sprecherin der Rennstrecke. Und Geschäftsführer Richard Phillips ergänzte: "Ich arbeite hier seit 30 Jahren, aber eine solche Situation habe ich noch nicht erlebt." Dennoch meint er: "Das Rennen findet Sonntag statt. Fans mit Tickets, die es nicht schaffen, werden die Kartenpreise rückvergütet bekommen."

Aufgerufen am 22.04.2018 um 04:33 auf https://www.sn.at/sport/formel-1/formel-1-versunken-in-silverstone-5952958

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