Formel 1

Jenson Button macht Platz für Stoffel Vandoorne

Paukenschlag in Monza: Zwei Tage nach dem angekündigten Rücktritt von Felipe Massa mit Saisonende überraschte am Samstag Ex-Weltmeister Jenson Button: "Ab 2017 bin ich nur noch Ersatzfahrer für McLaren-Honda".

Generationswechel in der Formel 1: Mit Felipe Massa (Williams) und nun auch Jenson Button (McLaren-Honda) scheiden mit Saisonende zwei Haudegen aus der Punktejagd in der Weltmeisterschaft aus. Massa, wie er vor zwei Tagen bekannt gab, zur Gänze und Button hat noch ein Hintertürchen offen: "Ich trete nicht ab. Ich bleibe dem Team für mindestens zwei Jahre als Ersatzfahrer erhalten und freue mich, dass ich mit meiner Erfahrung im Hintergrund an der Weiterentwicklung des Autos eingebunden sein werde".

Button trat am Samstag nach dem Qualifying völlig überraschend vor die Medienleute. Er wirkte entspannt. "Ich habe diese Entscheidung nach vielen Gesprächen mit Chef Ron Dennis getroffen. Ich habe einen Traumberuf. Ich könnte mir keinen schöneren vorstellen. Aber jetzt ist es Zeit für einen neuen Abschnitt."

Zum Unterschied von der Lage bei Williams, wo Anwärter auf den durch Massas Rückzug frei werdenden Platz Schlange stehen, verkündete McLaren-Honda umgehend den - logischen - Nachfolger Buttons. Der Belgier Stoffel Vandoorne, bisher Test- und Ersatzfahrer im britischen Team mit japanischem Motorlieferanten, bekommt seine Chance als Stammfahrer. Heuer hatte Vandoorne in Bahrain den verletzt gewesenen Teamkollegen Fernando Alonso vertreten - und mit Platz zehn gleich einen WM-Punkt erobert. Sein Talent hatte er nicht zuletzt als Meister der GP2-Serie im Jahr 2015 bewiesen.

Abgang einer Fahrerpersönlichkeit

Mit Jenson Button verlässt eine schillernde Persönlichkeit die erste Reihe der Rennserie. Als Zwanzigjähriger genoss er 2000 das Vertrauen von Teamchef Frank Williams, der ihn zum bis dahin jüngsten britischen Formel-1-Piloten machte. Aber der Start verlief schleppend. Button konnte sich gegen den Platzhirschen Ralf Schumacher nicht durchsetzen und erreicht nur 12 WM-Punkte. Für 2001 wurde er durch Juan Pablo Montoya ersetzt. Es folgten Jahre bei Benetton, BAR und Honda. Button konnte sein Image als schlampiges Talent mit Hang zum Playboyleben erst ablegen, als der Ingenieur und Manager Brawn aus den Resten von Honda sein eigenes Team formte. Button wurde 2009 Weltmeister.

Aus BrawnGP wurde 2010 der Rennstall Mercedes, Button wechselte zu McLaren und bildete mit Lewis Hamilton ein britisches Dreamteam. Sein Glanzlicht im Jahr darauf: Sieg in Ungarn bei seinem 200. Grand Prix. Seit dem Umstieg von McLaren von den Mercedes- zu den Honda-Motoren mit Beginn der Saison 2015 blieben Spitzenplatzierungen aus.

Am Sonntag fährt Button in Monza seinen 298. Grand Prix. 15 Rennen hat er gewonnen.

Buttons Privatleben an der Seite zahlreicher Models lieferte immer wieder Stoff für die Klatschpresse. 2014 heiratete er das japanische Model Jessica Michibata, schon ein Jahr später folgte die Scheidung.

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