Formel 1

Mercedes spielte in Monza mit der Konkurrenz

Das Qualifying für dem Großen Preis von Italien wurde zur Machtdemostration von Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Sebastian Vettel stellte die Ferrari-Fans mit dem dritten Startplatz halbwegs zufrieden.

Am meisten gesagt und geschrieben wurde in den vergangenen Tagen über den forschen Red-Bull-Star Max Verstappen. Geht es in der Formel 1 um Essenzielles wie eine Startaufstellung, überstrahlt das Mercedes-Duo David Hamilton und Nico Rosberg alles. Die beiden deklassierten am Samstag bei 30 Grad im Park von Monza im Qualifying für den Grand Prix am Sonntag (Start 14 Uhr MESZ) die komplette Konkurrenz zu Statisten. Nur wie ein Wasserträger fühlte sich allerdings auch Rosberg, der seinerseits keine Mühe hatte, Sebastian Vettel auf Distanz zu halten. "Ich bin gar nicht happy. Er (Anm.: Hamilton) war sauschnell", murmelte der Deutsche. Freude über immerhin eine erste Startreihe sieht anders aus.

Rosbergs deutscher Landsmann Vettel wirkte gelöster. Er genoss es, "Best of the Rest" zu sein und bedankte sich bei den zahlreichen Ferrari-Fans rund um die Strecke. "Es ist herrlich, diese vielen roten Fahnen zu erleben."

Wortgefechte zwischen Verstappen und Villeneuve

Max Verstappen, um den sich seit dem Renn-Wochenende in Spa-Francorchamps so viel drehte, hatte im Kampf um die besten Zeiten nichts mitzureden. Er landete hinter Teamkollegen Daniel Ricciardo auf Rang sieben. Die vergangenen Tage waren geprägt von starken Ansagen Verstappens, der keine Anstalten gemacht hatte, sich in irgendeiner Form beim Ferrari-Duo Vettel/Räikkönen für seine Rennmanöver in Belgien zu entschuldigen. War er doch an einer Startkollision mitbeteiligt und Kimi Räikkönen musste einmal nach einem Spurwechsel Verstappens scharf bremsen. Da es der Automobil-Weltverband bei einer "sanften Ermahnung" Verstappens beließ, sieht sich der niederländisch-belgische Aufsteiger des Jahres im Recht. "Ich werde meinen Fahrstil nicht ändern."

In der Nacht auf Samstag gab es eine weitere Aufregung um Verstappen. Offenbar war er vom kanadischen Ex-Weltmeister und aktuellen TV-Kommentator Jacques Villeneuve wegen der Einlagen stark kritisiert worden. Villeneuve hatte sinngemäß gemeint: "Wenn er so weiterfährt, bringt er eines Tages noch jemanden um." Verstappen reagierte in einem Gespräch mit niederländischen Medien mit einem Kommentar unter der Gürtellinie: "Villeneuve soll aufpassen was er sagt. Er hat selbst jemanden tot gefahren".

Verstappen spielte dabei auf einen Unfall im Grand Prix von Australien 2001 an, als ein Rad von Villeneuves BAR-Honda-Boliden einen Streckenposten tödlich verletzt hatte. Villeneuve hatte, so die Rennleitung damals, keinerlei Schuld am Unfall. Der Kanadier in Monza: "Das ist respektlos. Vor allem auch gegenüber der Familie des Streckenpostens."

Von all diesen unschönen Einlagen unberührt zeigten Lewis Hamilton und Mercedes ein nahezu perfektes Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Der Präzision eines Uhrwerks gleich drehte Hamilton seine Runden. Schon seinem Teamkollegen nahm er fast eine halbe Sekunde ab. Hamilton hatte vor einer Woche in Spa wegen eines Motortausches eine Rückversetzung in die letzte Startreihe in Kauf genommen. Offenbar macht sich dies nun bezahlt. Das Qualifying machte deutlich: Am Sonntag kann nur Hamilton selbst Hamilton schlagen. Der Brite zeigte keinerlei Euphorie und meinte nur ruhig: "Heute habe ich mich sehr stark gefühlt und es ist mir alles aufgegangen."

Ergebnisse des Qualifyings für den Formel-1-Grand-Prix von Italien in Monza vom Samstag:

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:21,135 Min. - 2. Nico Rosberg (GER) Mercedes +0,478 Sek. - 3. Sebastian Vettel (GER) Ferrari +0,837 - 4. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 0,930 - 5. Valtteri Bottas (FIN) Williams 1,253 - 6. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1,254 - 7. Max Verstappen (NED) Red Bull 1,276 - 8. Sergio Perez (MEX) Force India 1,679 - 9. Nico Hülkenberg (GER) Force India 1,701 - 10. Esteban Gutierrez (MEX) Haas 2,049 (alle in Q3) - 11. Felipe Massa (BRA) Williams 1:22,967 - 12. Romain Grosjean (FRA) Haas 1:23,092 - 13. Fernando Alonso (ESP) McLaren 1:23,273 - 14. Pascal Wehrlein (GER) Manor 1:23,315 - 15. Jenson Button (GBR) McLaren 1:23,399 - 16. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso 1:23,496 (alle in Q2) - 17. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 1:23,825 - 18. Felipe Nasr (BRA) Sauber 1:23,956 - 19. Marcus Ericsson (SWE) Sauber 1:24,087 - 20. Jolyon Palmer (GBR) Renault 1:24,230 - 21. Kevin Magnussen (DEN) Renault 1:24,436 - 22. Esteban Ocon (FRA) Manor, ohne Zeit (alle in Q1)

Rennstart: Sonntag, 14.00 Uhr (live ORF eins, RTL und Sky)

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