Formel 1

Rosberg zittert nach Regen-Chaos in Ungarn um Pole Position

Wegen zahlreicher Regengüsse dauerte das Qualifying für den GP von Ungarn fast zwei Stunden. Nur während der chaotischen Phasen auf nasser Strecke durften sich die Konkurrenten von Mercedes Hoffnung machen. Aber Samstagabend musste Rosberg noch um den besten Startplatz bangen. Hat der Deutsche Flaggensignale missachtet?

Silberpfeile vor Bullen-Power - nach einem fast zwei Stunden dauernden Qualifying für den Großen Preis von Ungarn am Sonntag (Start 14 Uhr) gab es am Samstag doch ein einigermaßen erwartbares Ergebnis:

Nico Rosberg vor Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Aber es hätte alles durchaus anders kommen können.

Wegen eines Platzregens begann das Abschlusstraining eine halbe Stunde verspätet und musste nach Ausrutschern vier Mal unterbrochen werden.

WM-Spitzenreiter Nico Rosberg (1:19,965 min) schnappte im allerletzten Abdruck seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (1:20,108) die Pole Position noch weg.

Allerdings wurde Hamilton nach einem Dreher von Fernando Alonso im McLaren-Honda auf seiner letzten Runde aufgehalten. Hamilton nahm es gelassen: "Alles in allem war es ein sehr verzwicktes Qualifying. So eine Sache wie mit Alonso passiert eben."

Rosberg genoss sichtbar, dass auf dem Hungaroring das Glück auf seiner Seite war. Schon am Freitag war er Schnellster gewesen. Hamilton hatte nach einem Ausritt am Nachmittag keine Chance mehr, seine Zeiten zu verbessern.

"Bisher ist es ein tolles Wochenende für mich", sagte der Deutsche, dem die Vertragsverlängerung mit Mercedes zusätzlich Auftrieb gibt. In der WM darf er sich keinen Schnitzer mehr erlauben. Hamilton ist bis auf einen Zähler nahe gekommen.

Am Samstagabend mehrten sich im Rosberg-Lager allerdings die Sorgenfalten. Es wurde bekannt, dass die Rennkommissare Rosbergs schnellste Runde untersuchten. Konkurrenzteams mit Red Bull Racing an der Spitze vertraten die Meinung, Rosberg habe Flaggensignale missachtet, die nach Alonsos Dreher geschwenkt wurden.Ein zweifach geschwenktes Flaggensignal bedeutet: Bereit sein, anzuhalten. Vollgas wäre da nicht mehr erlaubt.

Rosberg sah sich allerdings keiner Schuld bewusst und meinte: "Ich habe mich genau nach den Vorschriften verhalten. Ich sehe der Untersuchung gelassen entgegen." Sollte Rosberg eine Zeitstrafe ausfassen, würde er entsprechend des Ausmaßes zurückgereiht. Hamilton hätte auf alle Fälle die Pole Position. Ob und wann ein Urteil gefällt wird, stand gegen 19 Uhr noch nicht fest.

Trotz drittem Startplatz hielt sich die Begeisterung bei Daniel Ricciardo in Grenzen. "Ich bin ein wenig enttäuscht, es hätte mehr werden können", stellte der Australier fest. Für seinen Geschmack trocknete die Strecke mit fortlaufender Zeit zu schnell auf.

Bei durchgehend nassen Bedingungen hätte er sich echte Chancen gegen Mercedes ausgerechnet. Über weiter Strecken war Teamkollege Max Verstappen allerdings der schnellere der beiden Bullen.

Von den Ferrari erreichte nur Sebastian Vettel den entscheidenden dritten Abschnitt des Qualifyings, hatte aber keine Chance, die Spitze zu fordern.

Wie chaotisch der Samstag zeitweise verlief, zeigt die Tatsache, dass sogar der Brasilianer Felipe Nasr mit dem ansonsten hoffnungslos unterlegenen Sauber das Feld einmal sogar angeführt hatte. Marcus Ericsson (Sauber), Felipe Massa (Williams) und Rio Haryanto (Manor) blieben bei ihren Ausritten unverletzt.

Aufgerufen am 21.06.2018 um 06:27 auf https://www.sn.at/sport/formel-1/rosberg-zittert-nach-regen-chaos-in-ungarn-um-pole-position-1230424

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