2. Liga

Salzburger Trainer enthüllte Schlampereien - keine Lizenz für Zweitligist Wr. Neustadt

Der Senat 5 der Fußball-Bundesliga hat Zweitligist SC Wiener Neustadt rückwirkend die Lizenz und Zulassung für die Saison 2019/20 entzogen. Im Rahmen einer nach Aussagen von Ex-Trainer Gerhard Fellner gestarteten Untersuchung wurde der Verstoß gegen sportlich-personelle, finanzielle und rechtliche Kriterien festgestellt, wie die Liga am Freitag ausführte.

Aussagen von Ex-Trainer Fellner brachten Untersuchung ins Rollen SN/APA/HERBERT P. OCZERET
Aussagen von Ex-Trainer Fellner brachten Untersuchung ins Rollen

Fellner, von dem sich der Club am 1. Mai nach einem 0:7-Debakel bei der SV Ried getrennt hatte, beklagte in einem Interview ausstehende Gehaltszahlungen seit vergangenen November.

Die Club-Präsidentin Katja Putzenlechner "bat mich und einige Spieler trotz der Rückstände zu unterschreiben, dass nichts offen wäre, um den Lizenzantrag stellen zu können. Wir würden unser Geld zeitnah erhalten, es kam aber nicht. Ich unterschrieb dennoch zum Wohl des Klubs", sagte der aus Saalfelden stammende Gerhard Fellner.

Wiener Neustadt dementierte energisch: "Auf das mediale Nachtreten unseres ehemaligen Cheftrainers werden wir nicht reagieren. Wir halten allerdings fest, dass diese Darstellungen von uns zurückgewiesen werden und behalten uns vor, dieses Thema über unsere Anwälte zu klären."

Das war am 3. Mai. Am 10. Mai teilte die Bundesliga mit, gegen den Zweitligisten ein Disziplinarverfahren einzuleiten.

Stand 23. Mai: Die Niederösterreicher müssen absteigen. Rein sportlich gesehen rangieren sie mit 40 Punkten auf dem soliden siebten Tabellenplatz.

Sie können innerhalb von acht Tagen gegen den Beschluss Protest einlegen und bei einem negativen Bescheid auch noch vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht ziehen.

"Wir haben mehrfache Falschangaben des Clubs im Rahmen des Lizenz- und Zulassungsverfahrens festgestellt. Diese betreffen zwingend zu erfüllende Kriterien und damit entfällt die Grundlage für die positive Beurteilung und war die Lizenz und die Zulassung für die kommende Saison rückwirkend zwingend zu entziehen", sagte Thomas Hofer-Zeni, der Senat-5-Vorsitzende.

Abstiegsszenarien in der Zweiten Liga

Verliert Wiener Neustadt tatsächlich die Lizenz für die Zweite Liga, dann muss nur ein Verein aus dieser Spielklasse in die Regionalliga absteigen. Und es ist sogar möglich, dass gar kein Verein absteigen muss: Verliert Wiener Neustadt die Lizenz und Innsbruck steigt aus der Bundesliga ab, dann bleibt auch dem Tabellenletzten (derzeit Vorwärts Steyr) der Abstieg erspart. Grund: Bei einem Abstieg der Kampfmannschaft, müsste der Tabellensechste Innsbruck II in die Regionalliga West runter.

Quelle: APA

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